Spritsparmobile liegen voll im Trend. Das hat auch Citroen erkannt und bietet den C3 mit einem Start-Stopsystem an. Es soll den Benzinverbrauch reduzieren.
Von Stefan Grundhoff
Anfang der 80er Jahre kam VW mit einer seltsamen Sprit-Spar-Technik. Das Stop-Startsystem erfreute sich bei den Kunden von Golf, Passat und Co keiner großen Beliebtheit. Jetzt wagt Citroen einen zweiten Versuch. Mit «STS» soll man in einem Citroen C3 im Stadtverkehr rund 25 Prozent Kraftstoff sparen können.
Spritsparmobile liegen im Trend
Vor 20 Jahren hatte man schwer, ein Auto mit einem Öko-Image zu verkaufen. Der Katalysator steckte noch in den Kinderschuhen, Diesel waren Dreckschleudern und die Technik der Wolfsburger Stop-Start-Automatik präsentierte nicht nur Glanz. An der Ampel konnte man über einen Schalter am Lenkstockhebel den Motor ein- und wieder ausschalten.
Heute sieht das ganz schon anders aus. Sprit-Spar-Mobile liegen durchaus im Trend und die Technik ist Generationen weiter. Citroen setzt beim Feldversuch auf seinen erfolgreichen Kleinwagen C3; bald soll der kleinere C2 folgen. Vom 3er sind in den vergangenen Jahren mehr als eine Millionen Fahrzeuge verkauft worden. Die Modellpflege zum Jahrgang 2006 fiel überraschend zurückhaltend aus. Die Veränderungen an Front, Heck und im Innenraum sind nur beim dritten Hinsehen zu erkennen. Die Besitzer von Gebrauchtfahrzeugen wird es freuen, dass nur Leuchteinheiten und Frontschürze eine Auffrischung erfuhren.
88 PS unter der Haube
Wirklich interessant ist beim neuen C3 allein das neue Stop-Start-System. Basis ist ein 1,4 Liter großer Sechzehnventiler mit 65 kW / 88 PS. Alles andere als eine Bestbesetzung für ein Eco-Mobil, doch die Franzosen haben sich nun einmal gegen die kleineren Varianten mit 44 oder 54 kW entschieden. Der Citroen C3 STS ist serienmäßig mit dem bekannten SensoDrive-Getriebe ausgestattet. Das Getriebe kuppelt und schaltet automatisch; wer will kann über Paddel am Steuer die Gänge manuell anwählen. Fährt man an eine Ampel oder ein Stauende bis zum Stillstand heran, verstummt der Motor ab Tempo 6 km/h wie von Geisterhand.
Wird die Fußbremse gelöst oder das Gaspedal gedrückt, startet der Motor in Sekundenbruchteilen; schneller und sanfter als bei einem manuellen Startvorgang. An den stummen Motor gewöhnt man sich im Stadtverkehr schnell. Laufen jedoch durstige Stromabnehmer wie Klimaanlage, Licht und heizbare Heckscheibe, läuft der Motor weiter um das Entladen der Batterie zu verhindern. Wer will, kann die Stop-Start-Funktion über einen Knopf an der Armaturentafel deaktivieren.
Problemloser Betrieb
Im Alltag funktioniert das System einwandfrei. Rote Ampel, Motor aus - Ampel auf grün, es geht flott wieder los. Einzig das Sensodrive-Getriebe nervt mit seinen langen Zugkraftunterbrechungen. Von einem Gang in den nächsten vergehen subjektiv Sekunden. Auch unter Belastungen läuft STS ohne Probleme. In die kleine Lücke kommt man mit Vollgas problemlos herein. Keiner hinter einem merkt, dass der Motor zuvor abgeschaltet war. Was bringt nun das stete Ein- und Ausschalten?
Citroen verspricht im Normzyklus eine Ersparnis von fünf bis zehn Prozent; je nach Fahrweise und Art der Strecke. Im dichten Stadtverkehr sollen es bis zu 25 Prozent sein; ein durchaus eindrucksvoller Wert. Schließlich verringern sich gleichermaßen auch die schädlichen Abgase. Im Drittelmix soll der Eco-Citroen so 5,7 Liter Super auf 100 km verbrauchen; gerade 0,3 Liter mehr als der ebenfalls 88 PS starke 1,4-Litermotor mit Sensodrive. Bei überwiegender Stadtfahrt sollte sich die Ersparnis real jedoch bei mindestens einem Liter einpendeln.
Der einzige Unterschied zum Standard-C3 ist der Generator des Elektronikspezialisten Valeo, der die Lichtmaschine ersetzt. Dieser Generator kann über einen Riemen auch den Motor antreiben. Das Starten dauert Dank ausgeklügelter Technik gerade einmal vier Zehntelsekunden. Der Mehrpreis für den Start und Stopp-Antrieb liegt bei 400 Euro. Der Citroen C3 1.4 16v Sto & Start kostet 16.490 Euro; alles andere als ein Schnäppchen für einen Sparfuchs. So werden sich wohl nur wenige Citroenfans für die neue Technik entscheiden. Schließlich kostet das sparsame Basismodell C3 1.1 Advance 12.190 Euro und gut ausgestatteter C3 1.1 Confort mit 60 PS genau 14.490 Euro weniger. Die Ersparnis reicht für ein paar Tankfüllungen.


