Smart Cabrio cdi macht nur in der City Freude

Das gerade einmal 2,50 Meter lange Smart Fortwo Cabrio ist ein reines Stadtauto. Für lange Strecken auf der Autobahn oder über Land ist der kleine 41 PS starke Dieselmotor nicht ausgelegt.

Stefan Zaumseil

Vor dem Café in der Innenstadt ist Auffallen um jeden Preis angesagt. Wem ein Ferrari zu rot und eine S-Klasse zu spießig ist, kann auch mit einem Kleinwagen punkten. Der offene Smart Fortwo ist kein Neuling auf der Straße, doch die Blicke der Umgebung sind einem nach wie vor sicher.

Ohne Probleme parken

Das gerade einmal 2,50 Meter lange Auto-Ei bietet Platz für zwei und einen Miniaturkofferraum - das perfekte Auto für die Großstadt. Wenn man sich erst einmal an die Außenmaße gewöhnt hat, kommt man tatsächlich in die kleinste Lücke. Dabei wirkt das Auto im Innenraum durch das hohe Dach und die große Windschutzscheibe sehr geräumig wirkt.

Wem das noch nicht luftig genug ist, kann per Knopfdruck das Dach elektrisch öffnen. Wie beim «Ur-Smart» sind auch im offenen Fortwo die Sitze versetzt angeordnet für mehr Schulterfreiheit. Selbst groß gewachsene Menschen haben so ausreichend Platz, jedoch bieten die Sitze allzu wenig Seitenhalt.

Ein Handschuhfach gibt es im Smart nach wie vor nicht, die abschließbare Schublade unter dem Fahrersitz ist immer noch aufpreispflichtig. Die hinteren Dachstreben behindern die Sicht schon beim Smart City-Coupé. Beim Smart Cabrio schränkt das breite Stoffverdeck die Sicht nach hinten noch mehr ein. Einziger Trost: Schräg hinter einem Smart kann sich nicht viel verstecken.

Dachholme extra abbauen

Das Stoffverdeck lässt sich in zwei Stufen öffnen. Stufe eins gibt nach einem Druck auf den entsprechenden Taster automatisch den Blick auf den Himmel frei. Für Stufe zwei muss man umständlich aussteigen. Ein extra Taster am Schlüssel entriegelt das gefaltete Verdeck, anschließend muss man das Dach durch Druck nach unten auf der Heckklappe arretieren. Dann können die Dachholme entfernt werden, diese passen im Gegensatz zu Citroëns C3 Pluriel in spezielle Halterungen der Heckklappe. Weil das komplette Öffnen viel Zeit kostet, öffnen die meisten nur den Dachhimmel.

Der Innenraum des Fortwo ist gewohnt farbig gestaltet.

Farbenfrohes Cockpit.

Das passt zum Auto und ist nicht einfach nur bunt. Auch die witzigen Details wie der Tachometer haben sich nicht geändert, leider auch nicht die kleinliche Aufpreispolitik: Drehzahlmesser und Uhr kosten unverständlicherweise extra. Selbstverständliche Dinge wie ein abschließbarer Tankdeckel oder eine Laderaumabdeckung (50 Euro) muss ebenfalls optional ordern. Da tröstet es wenig, dass man die 495 Euro teure Servolenkung eigentlich nicht braucht, aber den automatischen Modus des sequentiellen Getriebes schon. Er kostet 290 Euro.

Trotz der verbesserten Grundausstattung kann man den Preis für seinen Smart schnell um einige Tausend Euro in die Höhe treiben. Schließlich wollen die meisten Details wie Seitenairbags (230 Euro), Klimaanlage (650 Euro), beheizbare Sitze (250 Euro) oder Navigationssystem (1690 Euro).

Keine Angst bei Kurvendurchfahrt

Mit geschlossenem Dach.

Bemerkenswert ist dagegen das serienmäßige Stabilitätsprogramm, mit dem sich der offene Zweisitzer selbst bei hohen Kurvengeschwindigkeiten angstfrei um die Ecke lenken lässt. Angenehm: der Wendekreis misst gerade einmal 8,70 Meter. An das sequentielle Getriebe muss man sich immer noch gewöhnen, obwohl die Schaltprogramme gegenüber der ersten Generation optimiert worden sein sollen, sind die Schaltpausen immer noch zu lang. Auch die unangenehmen Wippbewegungen beim Gangwechsel auf geraden Strecken sind noch die gleichen. Da hilft dann auch die Kick-down-Funktion der zweiten Smart-Generation nicht.

Der 799 ccm kleine Dieselmotor (30 KW/41 PS) mit seinen drei Zylindern ist keine Sportskanone. Im Gegenteil: ohne Kick-down wäre man im Münchner Berufverkehr ein Verkehrshindernis. Damit wurde dann auch klar, dass die Verbrauchsangabe des Herstellers von 3,4 Litern Diesel auf 100 Kilometer real nicht erreichen kann. Der Testverbrauch lag rund einen Liter darüber.

Auf der Autobahn oder der Landstraße kann der träge Winzling nicht überzeugen. 100 Nm Drehmoment, 0 auf 100 km/h in knapp 20 Sekunden und eine Spitze von 135 km/h sind weniger als wenig.

Kaum gefedert

Der Fahrkomfort bleibt trotz der in zahlreichen Details verbesserten Verarbeitung auf der Strecke. Immer noch fällt man scheinbar in Schlaglöcher hinein, Stöße werden nahezu ungefiltert an die Insassen weitergegeben. Spaß machen dagegen die direkte Lenkung und die straffe Abstimmung des Fahrwerks. Mit einem Grundpreis von 13.040 Euro ist das Smart Fortwo cdi Cabrio pure die derzeit günstigste Möglichkeit sich ein neues Cabrio zuzulegen, wenn man dieses nur in der Stadt fahren möchte.

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