Renault Modus 1.2: Mehr als ein Stadtauto

Renault Modus 1.2: Mehr als ein Stadtauto
Der Renault Modus. © Foto: Werk

In seiner Basisversion ist der Renault Modus eigentlich zu karg ausgestattet. Das haben die Franzosen selbst erkannt und die Edition Cite nachgeschoben.

Von Michael Langenwalter

Auf Teneriffa hat man den Eindruck, dass Renault einen Großteil seiner Modus-Jahresproduktion auf der Insel verkauft. Keiner der zahlreichen Autoverleiher, die sich auf den Kanaren breit gemacht haben, will auf den pfiffigen Franzosen verzichten. Warum das so ist, wird auf den zahlreichen Bergstraßen schnell klar. Selbst in engen Kurven oder auf löchrigen Straßen ist der Modus dank des gut abgestimmten Fahrwerks nicht aus der Ruhe zu bringen. Selbst gröbere Schläge schluckt die Federung problemlos. Dabei vermeidet der Micro-Van auch bei schnell durchfahrenen Kurven jegliche Wankbewegungen.

Das Handling ist eigentlich problemlos. Der 3,79 Meter kurze Fronttriebler kann dank der elektronischen Servolenkung auch in engen Dorfstraßen mühelos um jede Ecke gezirkelt werden. Die kurzen Überhänge sorgen für zusätzliche Wendigkeit. Gewöhnungsbedürftig, aber äußerst praktisch ist die digitale Tachoanzeige und der Balken für den Drehzahlbereich in der Mitte des Armaturenbretts.

Massig Platz im Innenraum

Der farbig gestaltete Innenraum der Edition Cite. Foto: Werk

Die Fahreigenschaften sind aber nur ein Gesichtspunkt. Darüber hinaus bietet der Modus im Innenraum jede Menge Platz - eine Höhe von 1,59 Meter und der lange Radstand von 2,48 Meter machen es möglich. Selbst groß gewachsene Fahrer und Beifahrer können es sich hier gemütlich machen. Nur die etwas unbequemen Sitze stören hier etwas. Auffällig sind die zahlreichen Staumöglichkeiten.

Im Fond lässt sich durch die um 17 Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank der Platz nach Wunsch variieren. Das Prozedere erfordert zwar etwas Übung, dafür lässt die intelligente Aufteilung kaum Wünsche übrig. Das Beladen des Kofferraumes, der je nachdem von 198 bis 274 Liter fasst, wird durch eine in der Basisversion optionale kleine Ladeluke unterhalb des Rückfensters noch erleichtert.

Äußerst karge Basisversion

Der Modus als Leihwagen wird auf Teneriffa nur in zwei Varianten angeboten. Als Diesel - oder eben in der Basisversion Authentique mit dem auf 48 kW/68 PS gedrosselten 1,2-Liter-16 V-Motor, die in Deutschland für 11.700 Euro in der Preisliste steht. Die fällt allerdings etwas dürftig aus. Das betrifft nicht nur die karge Grundausstattung. Der Motor benötigt, um richtig auf Touren zu kommen, einen langen Anlauf. Bei den Bergtouren auf Teneriffa (dort geht es immerhin bis auf 2300 Meter Höhe!) muss man den Motor schon ordentlich (und klar vernehmbar) hochdrehen und das leichtgängige Fünfgang-Getriebe viel schalten, um einigermaßen zügig die Serpentinen zu durchfahren.

Edition Cité als Tipp

Äußerst praktisch sind die diversen Ablagemöglichkeiten. Foto: Werk

Da tut sich das 55 kW/75 PS-Aggregat, das ab der Ausstattungsversion Edition Cité verfügbar ist, überraschender weise doch wesentlich leichter. Das maximale Drehmoment von 105 Newtonmeter liegt wie bei der Basisversion bei 4250 Umdrehungen an. Der Spurt von 0 auf 100 km/h wird in 13,5 (68 PS: 15) Sekunden zurückgelegt. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 163 km/h (154). Und das bei einem Verbrauch von 5,9 Litern Super (6,0) auf 100 Kilometer. Bei 49 Litern Tankinhalt kommt man da ganz schön weit.

Überhaupt sind die lediglich 1200 Euro Aufpreis für die Edition Cité gut angelegt. Die Optionspakete Comfort (550 Euro) und Cite (450 Euro) sind her schon enthalten. Und ein elektrisch verstellbarer Außenspiegel sollte doch inzwischen Standard sein. Auch diese Ausstattungsversion kann nicht nur vom Preis her der Konkurrenz Paroli bieten. Eines ist aber klar: Der attraktive Grundpreis lässt sich aber locker weiter in die Höhe treiben. Schließlich bietet die Aufpreisliste noch so manches interessante Extra.

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