Das Design und die guten Fahrleistungen machen das Cabriolet Peugeot 206 cc zum beliebtesten Offenen in Deutschland und Europa. Ein Mangel ist allerdings die viel zu kleine Rückbank.
Stefan Zaumseil
Import-Autos behaupteten sich in den letzten Jahren immer mehr. War es früher allenfalls der günstige Preis, der viele Autokäufer lockte, so gelten heute viele Importeure in Bereichen wie Design und Innovation als Vorreiter. Peugeot dominiert mit dem kleinen 206 cc den Cabriomarkt seit Jahren. Die gelungene Symbiose aus Coupé und Cabrio ließ nach einigen Jahrzehnten erstmals Mercedes mit der ersten Generation des SLK im Jahre 1996 wieder aufleben. Der kleine Peugeot 206 cc wurde ein paar Jahre später zum erfolgreichsten Cabrio Deutschlands.
Der Erfolg des Peugeot 206 cc hat zwei Väter: Zum Einen den sehr erfolgreichen 206er als Limousinenversion und den legendären Peugeot 401/402. Er hatte bereits Mitte der 30er Jahre ein elektrisches Klappdach.
Der Peugeot 206 sieht auch Jahre nach der Markteinführung aktueller denn je aus. Um das Frischluft-Vergnügen ungestört genießen zu können, genügt ein Druck auf den Knopf in der Mittelkonsole. In rund 20 Sekunden strahlt die Sonne in den Innenraum - und schließlich mit Fahrer oder Fahrerin um die Wette.
Leistung des Basismotors reicht aus
Besonders bei der Damenwelt erfreut sich der kleine Franzose großer Beliebtheit. Der Cabriofan hat die Wahl: Entweder 109 oder 136 PS. Die meisten entscheiden sich aus gutem Grund für die Basisvariante mit 109 PS. Bereits das 1,6-Liter-Triebwerk entfaltet in dem 3,83 Meter langen Franzosen eine ordentliche Kraft.
Die Fahrleistungen können sich sehen lassen. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der 206 cc in 11,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h reichen allemal, um bei schönem Wetter nicht träge durch die Landschaft gondeln zu müssen.
Nur Euro-3-Abgasnorm
Die Motoren gehören nicht zur neuesten Generation. Hier hat Peugeot mti den hochmodernen HDI-Aggregaten eigentlich mehr zu bieten. Der 109-PS-Benziner schafft nur die enttäuschende Euro-3-Abgasnorm. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei rund sieben Litern auf 100 Kilometer. Wer sportlich unterwegs ist, sollte jedoch mit 8 bis 8,5 Litern rechnen.
Der wendige Fronttriebler macht mit geöffnetem oder geschlossenem Dach Spaß. Fahrwerk, Lenkung und Schaltung lassen jedoch durchaus Wünsche offen. Das serienmäßige Fünfgang-Getriebe ist sehr lang ausgelegt.
Die Lenkung gibt spürbare Antriebskräfte an den Piloten weiter. Das Fahrwerk zeigt sich angenehm abgestimmt. Eine gelungene Mischung aus Sportlichkeit und Komfort. Bei Spurrillen oder Querfugen merkt man dem 206 cc jedoch an, dass er ohne Dach unterwegs ist. Die Verwindungssteifigkeit der Karosserie könnte besser sein. Grobe Fahrbahnunebenheiten wie Kopfsteinpflaster bekommen die Passagiere im Innenraum zu spüren.
Der Innenraum ist hübsch anzusehen, wenngleich die beiden Sitze in der zweiten Reihe ausschließlich zum Transport von Einkaufstaschen taugen. Der Kofferraum schluckt bei geschlossenem Dach mächtige 410 Liter, bei geöffnetem Dach immerhin noch 175 Liter. Sitzen können im Fond nicht einmal Kinder.
Auf den vorderen Sitzen geht es bequem zu. Der Seitenhalt ist angenehm, die Dämpfung ebenfalls.
Standesgemäß sollte man sich bei einem Cabrio wie dem Peugeot 206 cc für die optionale Lederausstattung entscheiden. Die schlägt mit 1530 Euro zu Buche. Weiter sinnvoll sind Klimaautomatik (1400 Euro), Navigationssystem (1250 Euro) und das Winterpaket (415 Euro) mit Scheinwerferreinigungsanlage und Sitzheizung. Die sollte zumindest bei Ledersitzen jedoch Serie sein. Für Sicherheit sorgen beim 18.390 Euro teuren Peugeot 206 cc 110 unter anderem Front- und Seitenairbags, ABS und ESP.



