Mit dem Astra Caravan will Opel an den Erfolg der Limousine anknüpfen. Die Chancen stehen dafür nicht schlecht. Vor allem Kleinfamilien dürften sich von dem Neuen angesprochen fühlen.
Die Zeiten, in denen die Kombiversionen frühestens ein Jahr nach Markteinführung der Limousine vorgestellt wurden, sind vorbei. Derart lange Pausen kann sich heute kaum jemand mehr leisten. Da macht der Opel Astra keine Ausnahme. Wenige Monate nach dem Start der neuesten Variante legen die Rüsselsheimer nach.
Der familientaugliche Astra soll die Gunst der Stunde nutzen. Die Kombivarianten Golf Plus und Focus Turnier kommen erst deutlich später auf den Markt - da kann der Astra besonders mit seinem Caravan verlorene Käufer zurückholen.
Design aus einem Guss
Optisch geht die 4,51 Meter lange Kombiversion des Opel Astra auf Nummer sicher, wirkt nicht derart dynamisch wie die fast sportlich anmutende Limousinenversion. Doch das Design ist wie aus einem Guss. Optisch zeigt besonders die Seitenlinie Parallelen zum größeren Vectra Caravan, beim Caravan-Heck hätte man jedoch durchaus etwas frecher zeichnen können.
So machen die dreidimensionalen Heckleuchten und die breite Chromspange das Heck nicht derart sehenswert wie beim Fünftürer. Im Vergleich zum Vorgänger hat der Astra Caravan im Innenraum deutlich an Raum gewonnen. Vorne geht es gewohnt geräumig zu. Die Stoffbezüge wirken allzu robust und der Seitenhalt kann nicht zufrieden stellen. Doch besonders auf der geräumigen Rückbank macht sich der auf 2,70 Meter gewachsene Radstand angenehm bemerkbar.
Optional kann die Rückbank zudem verschoben werden. Das ist ein nettes Feature, das es bei den Japanern (Toyota Corolla Verso) aber schon länger gibt. Auch wenn sich Kombis zunehmend nicht über das Ladevolumen definieren - beim Opel gibt es genug davon. Je nach Beladung bietet der Fronttriebler 500 bis 1.590 Liter Stauraum. Gut: Die niedrige Ladekante mit Edelstahlleiste. Gespannfahrer werden die Niveauregulierung zu schätzen wissen.
Fahrwerk überzeugt
In Sachen Fahrdynamik steht die Caravan-Version kaum hinter der Limousine zurück. Das Fahrwerk zeigt sich bestens abgestimmt. Besonders mit der adaptiven Dämpfersteuerung und dem Sportpaket (585 Euro Aufpreis) macht der Opel nicht nur für einen Kombi eine exzellente Figur. Die Lenkung ist direkt und das Fahrwerk überzeugt in allen Fahrbereichen. Leider kostet die Sechsgang-Schaltung beim Astra 1.7 CDTi 300 Euro Aufpreis.
Der Basispreis für den in Bochum und Antwerpen produzierten Opel Astra 1.4 Caravan liegt bei 15.995 Euro. Die bessere Wahl sollte zumindest der 1.6 Twinport oder der 1.7 CDTi mit 100 PS sein. Bei einem maximalen Drehmoment von 240 Nm kann man zwar keine Wunder erwarten, doch man ist im 1,3 Tonnen schweren Astra durchaus flott unterwegs.
Durchschnittsverbrauch unter sechs Litern
180 km/h Spitze und 0 auf 100 km/h in 12,5 Sekunden sollten jedoch bei einem Kombi dieser Größe das absolute Minimum sein. Besser schlägt sich der Astra Caravan 1.9 CDTi, der mit 120 oder 150 PS zu bekommen ist. Neben jeder Menge Fahrspaß gibt es die Schadstoffklasse Euro 4 und einen 495 Euro teuren Partikelfilter.
Der Durchschnittsverbrauch soll bei unter sechs Litern Diesel auf 100 Kilometer liegen. Der Opel Astra Caravan 1.7 CDTi in der empfehlenswerten Ausstattungsvariante Elegance kostet 19.845 Euro. Einige Extras gehören jedoch unvermeidlich in den Topf. Sinnvolle Details wie Klimaautomatik (1.550 Euro), elektrische Fensterheber hinten (365 Euro), Parkpilot (290 Euro), Nebellampen (170 Euro) und Navigationssystem (ab 1.670 Euro) drücken den Preis deutlich nach oben.

