Mit einem Facelift schickt Nissan den X-Trail in seinen nächsten Abschnitt. antrieb. Außen gibt es Retuschen, innen moderneres Infotainment.
Der überarbeitete X-Trail für das Modelljahr 2026 ist ab sofort bei deutschen Nissan-Händlern bestellbar. Der SUV startet mit dem e-Power genannten Hybridantrieb als frontgetriebene Variante (4×2) mit 204 PS ab 42.890 Euro. Für die als e-4ORCE (4×4) bezeichnete Allradversion verlangen die Japaner mindestens 46.390 Euro, in der robusten Ausstattungslinie N-Trek ab 52.690 Euro. Die inzwischen vierte Generation des X-Trail nutzt ein serielles Hybridkonzept. Ein Dreizylinder-Turbobenziner mit 1,5 Litern Hubraum arbeitet dabei ausschließlich als Generator, um Strom zu erzeugen. Den Vortrieb übernehmen beim e-4ORCE zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse. Die Systemleistung beträgt 157 kW (213 PS).
Das Antriebsprinzip verleiht dem SUV die typische Charakteristik eines reinen Elektroautos. Der Wagen zieht aus dem Stand heraus kraftvoll an. Bei sommerlichen Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius erweist sich das System auf der Testrunde als gute Wahl. Am Ende der Fahrt weist der Bordcomputer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 62 km/h einen Kraftstoffverbrauch von 5,5 Litern auf 100 Kilometer aus. Allerdings verlangt die hochsommerliche Hitze der Klimaanlage einiges ab. Das Gebläse der Lüftung arbeitet auf hoher Stufe hörbar und übertönt den Benzinmotor in den meisten alltäglichen Fahrsituationen. Selbst bei harten Zwischensprints mit voll durchgetretenem Fahrpedal hält sich der Verbrenner akustisch dezent im Hintergrund. Das typische, laute Aufheulen eines Benziners unter Volllast, wie es bei vielen parallelen Hybriden mit stufenlosen Getrieben ertönt, bleibt hier aus.
Neues Design an Front und Heck
Seine konzeptionellen Schwächen offenbart ein serielles System grundsätzlich auf schnellen Autobahnetappen. Bei hohem Tempo sinkt die Effizienz konstruktionsbedingt. Weil der Benziner erst mechanische Energie in elektrischen Strom umwandelt und die E-Motoren diesen wieder in Bewegung umsetzen, entstehen mehrfache Wandlungsverluste. Der Generator muss bei dauerhafter Volllast permanent mit hoher Drehzahl arbeiten, um den Strombedarf bereitzustellen. Auch aus diesem Grund begrenzt Nissan die Höchstgeschwindigkeit beim Allradmodell generell auf 180 km/h.
Zum Modelljahr 2026 spendiert Nissan dem X-Trail optische Retuschen. Die Designer überarbeiteten die Frontpartie, die nun einen breiteren Kühlergrill im aktuellen V-Motion-Stil trägt. Modifizierte Lufteinlässe und ein neuer unterer Stoßfänger schärfen den Auftritt. Am Heck setzen modernisierte LED-Rückleuchten neue Akzente. Zusätzliche schwarze Designelemente an den Radkästen und Seitenschwellern betonen die Karosserielinien.
Google-Dienste direkt im Fahrzeug
Im Innenraum zieht das modernisierte Infotainmentsystem Nissan Connect ein. Zentrales Element ist das neue Farbdisplay mit Touchscreen, das in der Diagonalen 12,3 Zoll misst. Ab der Version N-Connecta integriert Nissan Google-Dienste direkt im Fahrzeug. Der Fahrer greift auch ohne verbundenes Smartphone auf Google Maps für die Navigation zu, lädt Apps über den Play Store oder nutzt die Sprachsteuerung via Google Assistant. Das System verarbeitet bei unserer Testfahrt Befehle zügig. Updates sollen kabellos aufgespielt werden.
Die Ausstattungslinie N-Trek richtet sich gezielt an Kunden mit Outdoor-Ambitionen. Nissan bezieht die Sitze mit speziellen Cell-Cloth-Bezügen aus Kunstleder, die wasserabweisend und abwaschbar sind. Das dürfte auch für Eltern von Kleinkindern sowie Tierbesitzer ein interessantes Detail sein. Serienmäßige Gummi-Fußmatten und eine wendbare Kofferraumwanne schützen den Innenraum vor Schmutz. Dadurch verträgt der SUV problemlos nasse Sportbekleidung oder verschlammte Wanderschuhe im Heck. Ein großes Panorama-Glasschiebedach bringt zudem viel Licht in den Innenraum.
In Sachen Nutzwert punktet das 4,69 Meter lange SUV weiterhin mit hoher Variabilität. Die Rücksitzbank lässt sich asymmetrisch teilen, umklappen und in der Länge verschieben. Der Kofferraum schluckt beim fünfsitzigen Allradmodell solide 575 Liter Gepäck. Eine elektrische, sensorgesteuerte Heckklappe erleichtert den Zugang zum Gepäckraum. Wer möchte, kann für 800 Euro Aufpreis eine dritte Sitzreihe bestellen, die den X-Trail zum Siebensitzer macht. Ist diese umgeklappt, bleibt der Kofferraum dennoch eben. (SP-X)



