Mitsubishi Outlander: Flaggschiff mit viel Sicherheit

Mitsubishi Outlander: Flaggschiff mit viel Sicherheit
Die nutzbare Systemleistung des Outlander gibt Mitsubishi mit 306 PS an. © Busse

Erst seit April ist der Mitsubishi Outlander nach drei Jahren Pause wieder in Deutschland verfügbar. Wir haben ihn im Alltag getestet.

Seit dem legendären Modell Pajero hat es hierzulande keinen so großen Mitsubishi mehr gegeben: Der neue Outlander ist stattliche 4,72 lang, wirkt wuchtig und präsent, vor allem, wenn er – wie unser Testwagen – auf 20-Zoll-Felgen steht. Er ist das Flaggschiff der Angebotspalette und will als PHEV – also Elektro-Verbrenner plus Stecker – vor allem mit Mazda CX-60 und Toyota RAV 4 konkurrieren. Gelegentlich wird auch der Nissan X-Trail als Wettbewerber genannt, obwohl der nicht als Plug-In-Variante verfügbar ist, sowie die wachsende Zahl chinesischer Produkte mit gleichem Antriebskonzept.

Im Falle des Mitsubishis ist dies ein 2,4 Liter großer Reihenvierzylinder ohne Aufladung, den zwei permanenterregte Synchronmotoren an Vorder- und Hinterachse unterstützen. Die rechnerische Summe ihrer Leistungen beträgt 388 PS, die nutzbare Systemleistung gibt der Hersteller mit 306 PS (225 kW) an. Die Batterie-Kapazität für die rein elektrische Fahrt (bis 135 km/h) beträgt 22,7 kWh. Da sind also eine Menge schwerer Bauteile unter der eher konventionell gestalteten Karosseriehülle versammelt, so dass es durchaus überrascht, dass der Testwagen nicht mehr als 2140 Kg Leergewicht auf die Waage brachte.

An Sicherheit wird nicht gespart

9500 Euro Preisunterschied liegen zwischen Basisversion und Spitzenmodell. Foto: Busse

Das Beste aus zwei Welten repräsentiert die Cockpit-Gestaltung, denn natürlich sind die Hauptinstrumente nunmehr Teil digitaler Bildschirm-Anzeigen und es gibt in der gefahrenen Ausstattungslinie „Top“ sogar ein Head-Up-Display. Gleichzeitig jedoch deutet die Vielzahl von Knöpfen und Schaltern für Klima, Infotainment und andere Funktionen an, dass man sich dem weit verbreiteten Reduzierungs-Fetisch von herkömmlichen Bedien-Elementen nicht beugen will. Seit April hat auch das 800 Kunden hierzulande überzeugt.

9500 Euro Preisunterschied liegen zwischen Basisversion und Spitzenmodell, dennoch macht Mitsubishi bei der Sicherheits-Ausstattung keine Unterschiede. Alle relevanten Assistenzsysteme, Ein- und Ausparkhilfen, adaptiver Tempomat mit Verkehrszeichen-Erkennung, Rückfahrkamera, Diebstahl-Warnanlage, sowie Anhänger-Stabilisierung und Reifendruck-Kontrolle sind in sämtlichen Varianten vorhanden. Die Differenzierung kommt durch Annehmlichkeiten wie Lederbezüge, Sitzheizung hinten, Panorama-Glasschiebedach, elektrische Heckklappe und Lenkradheizung zustande.

Abstimmung auf amerikanische Art

Hartplastik ist aus dem sichtbaren Bereich weitgehend verschwunden. Foto: Busse

Die geräumige Kabine gefahrenen Top-Version macht einen gut verarbeiteten Eindruck, Hartplastik ist aus dem sichtbaren Bereich weitgehend verschwunden, viele Oberflächen sind weich unterschäumt. Für die vorderen Insassen beträgt die Kabinenbreite 1,54 Meter, hinten sind es zehn Zentimeter weniger. Die Ladekante liegt mit 78 Zentimetern im Durchschnitt und im Gepäckabteil sind zwischen 495 und 1404 Liter Platz. Beim Umlegen der Rücksitzlehnen entsteht eine leicht ansteigende Ladefläche.

Das Fahrgefühl ist entspannt und souverän – sofern man guten Asphaltbelag nicht verlässt. Für ein SUV mit Allradantrieb ist ein Ausflug jenseits der Straße jedoch nicht ungewöhnlich. Zwar wird es auf ausgefahrenen Waldwegen keineswegs unkomfortabel, das Fahrwerk tut sein Missfallen aber schon gerne mal durch vernehmbare Poltergeräusche kund. An anderer Stelle zeigt sich, wo der Wagen seinen Hauptabsatzmarkt hat. In den USA ist er schon seit geraumer Zeit haben, was sich in einer ausgesprochen „amerikanisch“ anmutenden Abstimmung zeigt und zu leichtem Nachwippen bei jedem Anhaltevorgang führt.

Laden nur mit Hindernissen

Laut Hersteller soll der Top-Outlander 83 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. Dass ihm auch mehr zuzutrauen ist, zeigte der Testwagen, wo nach einer 100-Prozent-Ladung vom Bordsystem 90 Kilometer versprochen wurden. Wer sein Gefährt überwiegend auf der Kurzstrecke bewegt und entsprechend viel rekuperieren kann, darf sich auf eine dreistellige E-Reichweite freuen. Angesichts dessen wäre es schön, wenn auch das Laden so unkompliziert vonstattenginge, wie es heute schon viele PHEV bieten. Außer auf den bekannten Typ2-Stecker setzt Mitsubishi auf das CHAdeMO-System, das in Deutschland kaum verbreitet ist. Entsprechend wenig Erfahrung gibt es mit Adapter-Lösungen. Bleibt nur der auf 3,5 kW beschränkte Bordlader, womit es am öffentlichen Ladepunkt gut mal fünf oder sechs Stunden dauern kann. Da viele Säulen-Betreiber nach vier Stunden „Blockiergebühr“ verlangen, empfiehlt es sich, die Uhr im Blick zu behalten.

Wer am heimischen Stellplatz eine Wallbox hat, kann sich über diese Einschränkung hinwegsetzen und nachts laden. Tagsüber dürfte dann die Genugtuung angesichts eines bequemen und umfangreich ausgestatteten SUV wieder Raum gewinnen. Die Wirtschaftlichkeits-Berechnung ist übrigens jederzeit im Display abrufbar und lautete nach rund 700 Testkilometern: Je 100 km Strecke verbrauchte der Outlander 5,3 Liter flüssige und 19,8 kWh elektrische Energie.

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