Mercedes E 500: Sicherheit ist Trumpf

Mercedes E 500: Sicherheit ist Trumpf
Die neue E-Klasse von Mercedes © Foto: Mercedes

Die E-Klasse hat im vergangenen Jahr seinen Spitzenplatz in der oberen Mittelklasse eingebüßt. Mit innovativen Sicherheitssystemen und über 2000 neuen Teilen soll die neue Generation wieder zum Führungsfahrzeug aufsteigen.

Von Thomas Flehmer

In den vergangenen Jahren hatte Mercedes arg mit Qualitätsproblemen und damit verbundenen negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Die neue Generation der E-Klasse soll jetzt die Trendwende bringen. Während in Westeuropa die Führungsposition unter den Business-Limousinen gehalten werden konnte, wurde im Heimatland der Spitzenplatz an den Audi A6 abgetreten. Grund genug für die Motorenbauer aus Stuttgart, vier Jahre nach dem Debüt mit immerhin einer Million verkauften Fahrzeugen ein Facelift auf dem Markt einzuführen. «Ab dem 10. Juni wird die stärkste E-Klasse aller Zeiten erhältlich sein», verspricht Mercedes-Sprecher Johannes Reifenrath.

Zehn Motoren zur Auswahl

Stärke wird dabei von Mercedes in vielfacher Hinsicht ausgelegt. «Zehn Motoren stehen zur Wahl, von denen wir sechs neu oder weiterentwickelt haben», sagt Michael Krämer, Leiter der Entwicklung der E-, C- und CLS-Klassen. Bis zu 26 Prozent mehr Leistung wurde den Aggregaten zugeführt. Der von uns getestete E 500 erhielt gleich 60 kW/82 PS mehr und verfügt nun über 285 kW/388 PS und einem bärenstarken Drehmoment von 530 Nm, welches zwischen 2800 und 4800 Umdrehungen anliegt. 5,3 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h dokumentieren die Stärke.

An Komfort fehlt es nicht Foto: Werk

So werden Überholvorgänge des Achtzylinders - egal ob auf der Autobahn oder Landstraße - locker zu Spazierfahrten ohne Schweißausbrüche. Die Kraft ist auf der einen Seite zu spüren, auf der anderen Seite bleibt das Fahrzeug in jeder Lage und man fühlt sich eher wie auf der Couch als auf der Straße. Dank neuer Lager für die Federlenker, die eine hohe Querdynamik erlauben, sowie einer höheren Fahrstabilität und einer direkteren Lenkung bringt die Karosserie so gut wie nichts ins Wanken. Eine entspannte Reise trotz schneller Geschwindigkeiten ist vorprogrammiert, denn der Komfort im Innenraum wurde nicht reduziert. Die Veränderungen beschränkten sich beim Facelift auf Design-Merkmale.

Pre-Safe arbeitet präventiv

Ein blinkendes Bremslicht warnt nachfolgende Fahrer Foto: Werk

Stärke zeigen die Stuttgarter aber viel mehr im Bereich Sicherheit. Hier wurde richtig geklotzt. «Wir haben das sicherste Auto im Segment», sagt Krämer. Als viertes Markenmodell nach der S-, R- und M-Klasse erhielt die E-Klasse serienmäßig das präventive Pre-Safe-System, dass vor einem drohenden Unfall Schutzmaßnahmen für die Insassen aktiviert.

So arbeiten Gurt und Airbag optimal zusammen, die Fenster werden innerhalb weniger Millisekunden geschlossen. Ebenso schnell werden die Neck-Pro-Kopfstützen nach vorne geschoben, um das Risiko eines Schleudertraumas zu minimieren. Außen warnen blinkende Bremsleuchten die nachfolgenden Fahrer vor der Gefahr. Bei den Testfahrten wurden die Systeme zum Glück nicht aktiv, doch allein schon der Verlass auf diese Systeme sorgt beim Fahren für einen gewissen Wohlfühl-Faktor.

Fünf Lichtfunktionen

Herkömmliches Licht Foto: Werk

Hinzu kommt das Intelligent Light System, dass weltweit bei der E-Klasse sein Debüt gibt. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer passen sich den jeweiligen Fahr- und Wettersituationen an und wählen dabei aus fünf verschiedenen Lichtfunktionen aus: Das Autobahnlicht schaltet sich ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h ein und leuchtet bis zu 120 Metern weit. Der Fahrer sieht nun gegenüber dem herkömmlichen Licht bis zu 50 Meter weiter. Auch auf der Landstraße oder bei Nebel passen sich die Scheinwerfer an, ohne dabei den Gegenverkehr zu blenden.

Intelligent Light-System strahlt weiter Foto: Werk

Weiterentwickelt haben die Ingenieure das seit Frühjahr 2003 angebotene aktive Kurvenlicht. Als fünfter Bestandteil des Intelligent Light Systems verfügt die E-Klasse noch über das Abbiegelicht, das die Sicherheit an Kreuzungen oder bei Kurvenfahrten erhöht. Fußgänger können nun besser erkannt werden. Ein adaptives Bremssystem, das auf einer hydraulischen Zweikreis-Bremse basiert, sorgt für weitere Sicherheit.

Außen kaum verändert

Außen kaum Veränderungen zum Vorgänger Foto: Werk

Während rund um das Mobil über 2000 Teile neu oder erweitert verbaut wurden, blieb das Äußere fast unberührt. Der Knick in der Mitte der Stoßstange ist für manche treue Kunden etwas gewöhnungsbedürftig. Mercedes setzt aber damit nur die Linie fort, die bereits von der SL- bis zur S-Klasse vollzogen wurde.

Stärke zeigt die E-Klasse auch bei der Wirtschaftlichkeit. Der Durchschnittsverbrauch der insgesamt 29 verschiedenen Modelle vom Einstiegsmodell E 200 CDI bis zum E 63 AMG wird von Mercedes mit neun Litern angegeben, der 500er soll sich mit 11,5 Litern begnügen. Doch dieser Wert ist nur zu halten, wenn die Lust am Gas geben eingedämmt werden kann. Und das war in der Gegend rund um München nur der Fall, wenn dichter Verkehr herrschte.

Bluetec-Motoren ab 2008

Der neue Achtzylinder-Motor Foto: Werk

Spätestens ab 2008 sollen dann auch noch die Bluetec-Motoren nach Europa kommen, damit die E-Klasse nicht nur die stärkste, sondern auch der sauberste Klasse im Segment sein wird. Der Diesel soll 20 bis 40 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen.

Eine letzte Stärke spielt Mercedes beim Preis aus. Trotz vieler Neuerungen bleibt der Preis gleich. So ist das Einstiegsmodell E 200 CDI ab 36.434 Euro zu haben, der E 500 steht ab 62.582 Euro zum Verkauf. Angesichts der Stärken der neuen Generation ist die Wiedereroberung auf die Marktführerschaft im Segment nur eine Frage der Zeit - mit Sicherheit.







Keine Beiträge vorhanden