Jeep Avenger: Für mehr als Stöckchen und Steinchen

Jeep Avenger: Für mehr als Stöckchen und Steinchen
Jeep hat das Mini-SUV Avenger überarbeitet. © Jeep

Nach gut drei Jahren hat Jeep sein Erfolgsmodell Avenger überarbeitet. Neben schickeren Materialien gibt es auch ein neues Einstiegsmodell.

Die Einführung des Avenger Anfang 2023 hat sich für Jeep als Glücksgriff herausgestellt. Mehr als 280.000 Bestellungen hat die Marke für das knapp vier Meter lange Mini-SUV inzwischen eingesammelt. Damit ist er derzeit das mit Abstand erfolgreichste Modell. Und das, obwohl der Avenger zunächst nur als Stromer angeboten wurde. Aber die Zeiten haben sich geändert. Daneben hat Jeep einen Benziner und einen e-Hybrid im Angebot. Auch die Nachfrage nach dem E-Modell hat angezogen. Mittlerweile fährt für Deutschland fast jeder dritte neue Avenger elektrisch vom Band. Und auch der Allradler, für die Fangemeinde die wichtigste Variante, folgte bald.

Kann der kleine Avenger etwa als 4xe im Gelände mit seinen größeren Geschwistern mithalten? Der 4xe ist kein Elektroauto und auch kein Plug-in-Hybrid. Er kombiniert einen Benziner mit einem im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten Elektromotor und einer zweiten E-Maschine an der Hinterachse. Das vordere E-Aggregat unterstützt den Benziner beim Anfahren und bewegt den Wagen bei geringer Last auch allein, etwa beim Cruisen durch die Stadt. Außerdem arbeitet es als Generator. Denn als Mildhybrid hat der 4xe nur eine 0,9-kWh-Batterie. Ist sie leer, produziert die vordere E-Maschine den Strom für den Heckmotor. So bleibt der Allradantrieb auch auf längeren Kletterpassagen verfügbar.

Steigungen bis zu 40 Prozent auf Geröll

Mittlerweile ist die Motorenpalette breiter geworden. Foto: Jeep

Die Kombination kommt auf 145 PS. Durch eine starke Untersetzung stehen an den Hinterrädern laut Jeep bis zu 1.900 Newtonmeter zur Verfügung. Damit schiebt die Hinterachse auch dann noch an, wenn die Vorderräder keinen Halt mehr finden. So soll der kleine SUV auf Geröll selbst Steigungen von bis zu 40 Prozent hochklettern. Dazu kommen bis zu 21 Zentimeter Bodenfreiheit und etwas kürzere Überhänge als bei den Fronttrieblern. Außerdem lassen sich verschiedene Fahrprogramme für Schnee, Sand und Matsch oder sportliches Fahren wählen. Sie verändern Gasannahme, Schaltstrategie, Stabilitätskontrolle und verteilen beim 4xe das Antriebsmoment zwischen den Achsen. Serienmäßig hat der Avenger eine Bergabfahrhilfe an Bord, die bei steilen Passagen den Wagen elektronisch abbremst.

Auf einem steilen, engen Waldweg, wo Autos ohne Allrad schnell kapitulieren würden, schaltet sich die elektrisch angetriebene Hinterachse ohne spürbaren Ruck zu. Der Avenger zieht kontrolliert weiter, statt die Vorderräder hektisch scharren zu lassen. Und selbst eine sehr steile Böschung tastet sich das kleine SUV hinab, ohne vorne aufzusetzen. Ein Wrangler wird aus ihm damit nicht. Für verschneite Zufahrten, nasse Wiesen oder einen ausgewaschenen Feldweg bietet der 4xe aber deutlich mehr Reserven als die übrigen Varianten. Auf der Straße fällt der zusätzliche Antrieb kaum auf. Der Dreizylinder meldet sich beim stärkeren Beschleunigen deutlich zu Wort, das Doppelkupplungsgetriebe sortiert seine sechs Gänge meist unauffällig.

Sondermodell zum Markengeburtstag

Künftig verwendet Jeep mehr Softtouch-Materialien. Foto: Jeep

Mindestens 34.300 Euro verlangt Jeep für den Allradler in der speziellen Offroad-Version Upland, 1.300 Euro mehr als für die Top-Version des e-Hybrid. Empfehlenswerter ist aber das Sondermodell, das Jeep anlässlich des 85. Markengeburtstags aufgelegt hat. Nochmals deutlich besser ausgestattet, startet der 4xe 85th Anniversary bei 35.900 Euro. Zum neuen Modelljahr hat Jeep den Wagen auch optisch dezent überarbeitet. Neue Stoßfänger lassen ihn etwas breiter wirken. An der Front schützen zusätzliche Einsätze den unteren Lufteinlass und den Radarsensor vor Steinen und Schmutz. Etwas Blingbling in Form von hinterleuchteten Schlitzen des Kühlergrills gibt’s ebenfalls. Ebenso neue Räder und Farben. Mehr profitieren Kunden von den Änderungen im Innenraum, dessen Hartplastik nicht unbedingt dem Premiumanspruch gerecht wurde.

Künftig verwendet Jeep mehr Softtouch-Materialien. Je nach Ausstattung gibt es zudem Stoff- oder Vinyl-Einsätze und farbig abgesetzte Nähte. Wer mit dem 4xe ab und zu ins Gelände geht, dürfte auch für die abwaschbare Innenausstattung dankbar sein. Hinzu kommen Matrix-LED-Scheinwerfer und eine zusätzliche Frontkamera. Zusammen mit den übrigen Kameras erzeugt sie eine 360-Grad-Ansicht, die beim Einparken und auf unübersichtlichen Wegen hilft. Der vollelektrische Avenger erhält außerdem eine Routenplanung mit Ladestopps und kann über Vehicle to Load externe Geräte mit Strom versorgen.

Als neuen Einstieg bietet Jeep für 26.600 Euro einen handgeschalteten 100 PS starken Benziner an. Darüber rangieren der 110 PS starke e-Hybrid, der 4xe und der Stromer mit 156 PS, 54-kWh-Batterie und bis zu 400 Kilometern WLTP-Reichweite. Wer jetzt bestellt, muss auf sein Auto bis September warten. (SP-X)

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