Mehr als nur Show

Fahrbericht Skoda Octavia Scout

Mehr als nur Show
Skoda Octavia Scout © Skoda

Er sieht nicht nur wie ein Offroader aus, sondern er ist auch einer. Der Skoda Octavia Scout ist mit permanenten Allradantrieb unterwegs und fährt sich ohne Beanstandungen.

Von Ralf Awitt

Mit permanentem Allradantrieb und Offroad-Design präsentiert sich der Skoda Octavia Scout als Alternative zu SUV und Geländewagen. Der Mittelklassekombi ist in Wäldern und Wiesen ein echter Pfadfinder, auf asphaltierten Straßen eine handliche Langstreckenlimousine. Mit Preisen ab 27 390 Euro ist er zudem noch vergleichsweise preiswert. Die üppig ausgestattete Basisversion wird von einem 1,8-Liter-Turbo-Benziner mit 118 kW/160 PS angetrieben.

Überarbeitete Front

Bei einer kürzlichen Modellpflege wurde der Scout an der Frontpartie überarbeitet und wirkt nun robuster. Hervorstechend sind auch die neuen Scheinwerfer. Die Nebelscheinwerfer haben erstmals auch Tagfahrlicht und Abbiegelicht-Funktion, was gerade in der dunklen Jahreszeit bei unbeständigem Wetter Sicherheit vermittelt. Den Allradantrieb mit seiner Drehzahlfühlenden und daraufhin die Kräfte verteilenden Haldex-Kupplung gibt es weiterhin serienmäßig. Die Bodenfreiheit von 18 Zentimetern und ein Unterbodenschutz geben ausreichend Sicherheit auf schlechten Straßen oder ausgefahrenen Feldwegen.

Der Kofferraum des Scout Skoda

Einen Trumpf spielt der Scout mit seinem Laderaum von 580 Litern aus. Nach dem Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitze wächst der Stauraum auf 1 620 Liter. Dabei entsteht aber eine kleine Stufe zwischen Laderaumboden und den umgelegten Sitzlehnen. Das Einsteigen ist bei dem höhergelegten Kombi recht bequem. Im Fahrzeuginneren findet man die schnörkellose Atmosphäre des Octavia mit gut verarbeiteten Materialien. Überflüssig und störend ist jedoch der Haltegriff vor dem Handschuhfach.

Gutmütiges Fahrverhalten

Beim Fahrverhalten zeigt sich der Scout gutmütig: Sichere Fahreigenschaften, gute Bedienbarkeit und eine präzise Lenkung kennzeichnen ihn. Die Motorisierung ist ausreichend, der kultivierte 1,8-Liter-Benziner mit Direkteinspritzung und Turbolader ist durchzugskräftig und drehfreudig, selbst im beladenen Zustand. Alternativ gibt es einen 2,0-Liter-Dieselmotor, der aber noch mit der lauten und unkultivierten Pumpe-Düse-Technik an Stelle der Common-Rail-Einspritzung arbeitet.

Mit einem Verbrauch von 9,2 Liter je 100 km hielt sich der Benziner in der Praxis ganz gut. Der Hersteller gibt 7,8 Liter als Normverbrauch an. Neben den Tankkosten fallen jährlich 156 Euro an Steuern an, die Kfz-Haftpflicht kostet, etwa bei der AXA 492 Euro.

Skoda Octavia Scout
Das Heck des Scout Skoda

Die Verbesserungen des gelifteten Skoda Scout sind nicht immer direkt spürbar. Aber schon der Vorgänger machte eine ausgezeichnete Figur bei der Klientel, die vom Landarzt über den Winzer bis zum Pferdewirt reicht. Wer ein günstiges und fahrdynamisch sicheres Auto sucht, macht mit dem Benziner einen guten Griff. Platz, Motorisierung und Allradausstattung machen ihn um idealen Auto für Leute, die viel Stauraum brauchen und gelegentlich auch auf unbefestigten Wegen unterwegs sind. (mid)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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