EU-Parlament: Alle 60 Kilometer eine Ladestation

EU-Parlament: Alle 60 Kilometer eine Ladestation
Ein Hyundai Kona an einer Ladestation von Ionity. © Hyundai

Auf dem Weg zur Klimaneutralität haben die Europaabgeordneten einen Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos beschlossen. Es soll auch mehr Wasserstoff-Tankstellen geben.

Die Parlamentarier sprachen sich am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg dafür aus, dass es für E-Autos europaweit alle 60 Kilometer eine Schnellladestation geben soll. Daneben fordern die Politiker auch verbindliche nationale Mindestziele beim Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Die Mitgliedsstaaten sind nun aufgefordert, hierfür bis 2024 einen entsprechenden Plan vorzulegen.

Wie aus dem angenommenen Text hervorgeht, soll es bis 2026 entlang der Hauptverkehrsrouten mindestens eine Ladestation für Elektroautos geben. Auf den transeuropäischen Verkehrsnetzen soll gleiches auch für Lkw und Busse gelten. Ausgenommen von diesen Regeln sollen Regionen in äußerster Randlage, Inseln und Straßen mit sehr geringem Verkehrsaufkommen sein. Daneben soll es auch alle 100 Kilometer eine Wasserstofftankstelle geben. Bisher hatte sich die EU-Kommission für eine Distanz von 150 Kilometer ausgesprochen.

Momentan 377.000 Ladestationen in EU

„Derzeit gibt es in der EU 377.000 Ladestationen, aber das ist nur halb so viel, wie erreicht werden müsste, wenn die EU-Länder ihre Versprechen einhalten würden. Wir müssen diesen Engpass bei der Dekarbonisierung angehen und die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe rasch ausbauen, um den Green Deal zu retten“, sagte der deutsche Berichterstatter für die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, Ismail Ertug (S & D).

In Deutschland entfiel in den ersten acht Monaten des Jahres jeder vierte neu zugelassene Fahrzeug auf ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybriden. Noch im Juni mussten sich in Deutschland 22 E-Autos einen Ladepunkt teilen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich für ein Verhältnis von 1:10 aus.

Die nun auf den Weg gebrachten Forderungen sind Teil des „Fit for 55“-Pakets. Mit ihm will die EU ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduzieren. Im nächsten Schritt müssen Parlament und EU-Staaten über den endgültigen Gesetzestext verhandeln.

Vorheriger ArtikelPreis für Diesel steigt erneut an
Nächster ArtikelMazda 6: Beim TÜV mit kleinen Macken
Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

Keine Beiträge vorhanden