Die Autoindustrie steckt in der Krise. Das ist Quartal für Quartal auch an den wiederkehrenden Gewinnwarnungen und der Ertragskraft pro Modell abzulesen.
Die Ertragskraft der internationalen Autoindustrie befindet sich im Sinkflug. Im ersten Halbjahr 2026 erzielten 15 große Hersteller im Schnitt noch ein operatives Ergebnis von 1187 Euro je ausgeliefertem Pkw. Im Vorjahreszeitraum waren es 1.409 Euro, wie aus einer Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) hervorgeht. Das entspricht einem Rückgang um 16 Prozent.
Mercedes vor BMW
An der Spitze stehen weiterhin die deutschen Premiumhersteller. Mercedes-Benz kam rechnerisch auf ein Konzern-EBIT von 4122 Euro je Fahrzeug, BMW auf 3142 Euro. Mit deutlichem Abstand folgten General Motors mit 1694 Euro, Toyota mit 1649 Euro und Hyundai-Kia mit 1638 Euro. Volkswagen erreichte 1374 Euro, Tesla 1315 Euro. Am unteren Ende des positiven Bereichs lagen Nissan mit 525 Euro und Stellantis mit 471 Euro. Honda verbuchte wegen hoher Abschreibungen im Zuge der Neuausrichtung seiner Elektroauto-Strategie einen Verlust von 3418 Euro je Fahrzeug.
Insgesamt sank das operative Ergebnis der untersuchten Konzerne um 17,5 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro. Der gemeinsame Umsatz ging dagegen lediglich um 1,4 Prozent zurück. Die durchschnittliche EBIT-Marge verringerte sich von 3,5 auf 3,3 Prozent. Als Belastungsfaktoren nennt das CAM unter anderem den Preiswettbewerb in China, US-Zölle, hohe Transformationskosten und Anpassungen der Elektroauto-Strategien.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Institut anhaltenden Ergebnisdruck und weitere Sparprogramme. Nicht berücksichtigt wurden in der Analyse große chinesische Hersteller wie BYD, Geely, SAIC und Chery, da zum Auswertungsstichtag noch keine vollständig vergleichbaren Angaben vorlagen. Die Untersuchung ist daher keine globale Rangliste, sondern bildet lediglich eine Auswahl von 15 großen Autokonzernen ab. Aufgrund unterschiedlicher Berichtsstrukturen sind auch deren Kennzahlen nur eingeschränkt vergleichbar. (SP-X)



