VW ID. 3: Höhere Wertigkeit bei höherem Preis

Auf Kritik der Kunden gehört

VW ID. 3: Höhere Wertigkeit bei höherem Preis
Der neue VW ID.3 hat leicht optische Änderungen an Front und Heck bekommen. © VW

Die Kritik an der Innenraumanmutung des VW ID.3 und der Software war groß. Die Wolfsburger haben darauf reagiert – und ihren Stromer früher als geplant überarbeitet.

Nachdem das Facelift für den VW ID.3 ursprünglich für Ende des kommenden Jahres geplant war, ziehen die Verantwortlichen es nun aufs Frühjahr vor. Man habe seinen Kunden aufmerksam zugehört und das erste Modell auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) verbessert, schrieb VW-Markenchef Thomas Schäfer am Freitag auf seinem Linkedin-Profil.

Zu den Neuerungen gehören neben kleinen optischen Verbesserungen an der Front und am Heck vor allem Materialaufwertungen im Innenraum. So wurden beispielsweise die Flächen der Mittelkonsole als auch der Türinnenverkleidung unterschäumt, was die Qualitätsanmutung deutlich steigert. Bei den Sitzen wurden zudem neue Materialien verwendet; sie sind nun zu 70 Prozent aus recycelten Materialien. Die Neuerung sehen gut aus und fühlen sich auch gut an, wie eine erste Sitzprobe in Wolfsburg zeigte.

Zudem werden im Innenraum keine tierischen Materialien mehr zum Einsatz kommen. Nachhaltigkeit steht im Vordergrund, auch bei der Produktion. So wird die Auslieferung bilanziell CO2-neutral erfolgen.

Bessere Software, größeres Touchscreen

Darüber hinaus setzt VW auch eine verbesserte Software für das Infotainmentsystem und ein größerer Touchscreen ein. Ein Thema, das von den Kundinnen und Kunden ebenefalls  kritisiert wurde, wurde aber noch nicht verbessert: Es ist die unbeleuchtete Sliderleiste unterhalb des Touchscrenns. Sie erhält eine Beleuchtung erst im Jahr 2024. Bis dahin müssen die Käufer eines ID. 3 auch auf eine bessere Bedienung des Multifunktionslenkrades warten. Das kommt im kommenden Jahr zunächst im neuen Passat und dem neuen Tiguan zum Einsatz, ehe sich ab 2024 auch Fahrerinnen und Fahrer eines ID. 3 darüber freuen können.

Im Innenraum geht es jetzt wertiger zu, auch wenn der Slider noch immer nicht beleuchtet ist. Foto: VW

Die neue Generation des ID.3 wird ab dem kommenden Jahr dann auch mit der neuen Softwaregeneration ausgeliefert, wobei dann auch ein größerer Bildschirm mit 12 Zoll zur Serienausstattung gehört. Dazu gehören weiterhin die Vorbereitung auf Plug & Charge, ein Parkpilot mit Memory.-Funktion und ein intelligenter Routenplaner. Die Vorbereitung aufs bidirektionale Laden ist auch vorhanden.

Preis steigt an

„Der neue ID.3 bestätigt unseren Anspruch an Wertigkeit, Design und Nachhaltigkeit. Das Design wird erwachsener, die Materialien im Innenraum hochwertiger“, VW-Vertriebsvorständin sagt Imelda Labbé. „Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden stehen bei uns im Mittelpunkt. Deswegen hören wir genau zu und richten unser Produktportfolio an ihren Anforderungen aus“, sagte Labbé mit Blick auf das vorgezogene Facelift.

Vom ID.3 wurden seit der Markteinführung weltweit mehr als eine Millionen Fahrzeuge verkauft. Gebaut wird er bisher im in den deutschen Werken Zwickau und Dresden. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Produktionsnetzwerk um das Stammwerk in Wolfsburg erweitert. Damit will man der hohen Kundennachfrage gerecht.
Doch die Neuerungen gehen auch mit einem Preisanstieg einher. Nachdem der ID. 3 bisher für knapp über 38.000 Euro zu haben war, geht der Startpreis nun bei rund 44.000 Euro los. Wer jetzt einen ID. 3 bestellt, der soll ihn voraussichtlich im vierten Quartal bekommen.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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