DS N°8: Premium auf Pariser Art

Neues Elektro-Flaggschiff

DS N°8: Premium auf Pariser Art
DS-Produktmanager Sylvain Champomier mit der neuen Nummer 8. © Dino Eisele/DS

Der Premiummarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Das merkt seit Jahren auch DS. Nun bringen die Franzosen mit dem DS N°8 ihr neues Flaggschiff. Es wird ausschließlich rein elektrisch angeboten.

Im Eingangsbereich des Designzentrums in Rüsselsheim steht die Citroen DS, die „Göttin“. Vor nunmehr 70 Jahren kam das Flaggschiff des französischen Autobauers auf den Markt – und hat seither mit seinem Design und seiner innovativen Technik Geschichte geschrieben.

Doch das ist Vergangenheit, wenngleich eine schöne. Die Gegenwart steht weiter hinten. Dafür muss man den langen Gang des Designzentrums bis zur großen und hellbeleuchteten Halle hinten links entlang gegen. Dort wartet die DS N°8. Es ist das neuen Flaggschiff der Citroen-Luxustochter.

Nummer 8 soll Absatz beflügeln

Mit diesem SUV-Coupé will man endlich auch mit Blick auf den Absatz beweisen, dass man im Land der Premiummarken wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes sich nicht verstecken braucht. Mit diesem Auto will DS ein Statement setzen: Seht her, auch wir können Premium, heißt die Devise der Franzosen. Bisher zeigt der Blick auf die Neuzulassungen eher ernüchternde Zahlen. Im Vorjahr konnte DS zwar um 50 Prozent zulegen, aber 3587 Fahrzeuge bleiben dennoch überschaubar. Aber auch anderen ausländischen Premiummarken geht es nicht viel besser als den Franzosen. Die Toyota-Edeltochter Lexus zum Beispiel kam in 2024 auf 5712 Zulassungen (+75 Prozent).

„Der deutsche Markt mit seinen vielen Premiummarken ist ohne Frage besonders herausfordernd“, sagt DS-Produktmanager Sylvain Champomier. Aber er hofft, dass mit dem neuen Oberklassemodelle auch in Deutschland die Absatzzahlen anziehen. Damit das gelingt, haben die Designer und Entwickler dem neuen SUV-Coupé nicht nur ein ansehnliches Blechkleid mit auf den Weg gegeben, sondern ihm auch eine Vielzahl technischer Features verpasst.

Fahrer und Beifahrer können sich im DS 8 über einen Nackenwärmer freuen. Foto: Dino Eisele/DS

Dazu gehört neben einem Nackenwärmer auf dem Fahrer und Beifahrersitz vor allem das elektronisch gesteuerte Fahrwerk DS Active Scan Suspension. Mittels einer Kamera am oberen Teil der Windschutzscheibe analysiert das System dabei zusammen mit vier Ladesensoren und drei Beschleunigungsmessern den Fahrbahnzustand. In Millisekunden sollen das System die Dämpfer auf die entsprechenden Straßenverhältnisse anpassen. So unterwegs, sollen die Insassen möglichst komfortabel von A nach B kommen und auch nach einer längeren Strecke entspannt aus dem Fahrzeug steigen können.

Gute Aeroakustik

DS hat neben einer guten Aerodynamik (cW-Wert 0,24) dabei zudem großen Wert auf eine gute Aeroakustik gelegt. Dazu hat man das Fahrzeug nicht nur an der Motorhaube besonders gut gedämmt, sondern ihm vorn und hinten auch dickere Scheiben verpasst. „Sehen Sie“, sagt Champomier und zeigt auf die Türdichtungen, „hier haben wir besonders dicke Gummis verwandt.“ Im Zusammenspiel mit anderen Dämmmaßnahmen sorgen sie dafür, dass es im Innenraum angenehm ruhig bleibt.

Mit dem N°8 beginnt für DS zugleich auch eine neue Ära. Denn Nummer 8 ist das erste rein elektrische Modell der Franzosen und basiert auf der Stellantis-Plattform STLA-Medium und bietet in der Longe Range Variante eine Reichweite von bis zu 750 Kilometer. „Für die Kunden ist es nach wie vor wichtig, eine hohe Reichweite zu haben – und die bieten wir ihnen“, sagt Produktmanager Champomier.

Beeindruckende Effizienz

Der Grill des DS N°8 ist beleuchtet – was bei Dunkelheit sehr ausdrucksstark ist. Foto: Dino Eisele/DS

So bietet DS sein neues Flaggschiff mit zwei Batteriegrößen (74 kWh/97,2 kWh) und drei Leistungsstufen an. Sie reichen von 230 PS (572 Kilometer Reichweite/57.700 Euro) über 245 PS (750 Kilometer/63.200 Euro) bis hin zu 350 PS (686 Kilometer). Die Topmotorisierung ist dann zudem mit Allrad unterwegs, kostet dann aber auch schon 75.000 Euro. Sollten sich die im Datenblatt vermeldeten WLTP-Verbrauchswerte auch mehr oder minder in der Praxis widerspiegeln, dann haben sich die ganzen aerodyanmischen Anstrengungen gelohnt. Denn bei der Variante mit 230 PS und 245 PS verspricht DS einen Verbrauch von 12,9 kWh/100 km, bei der Topversion sollen es auch nur 14,2 kWh/100 km sein. Das sind beeindruckende Effizienzwerte.

Das gleiche trifft auch auf die Fahrleistungen zu. Während die Höchstgeschwindigkeit bei allen Leistungsstufen bei 190 km/h endet, gibt es bei den Sprintzeiten leichte Unterschiede. Sie reichen von 7,7 Sekunden über 7,8 Sekunden bis zu 5,4 Sekunden. Ach ja: Das maximale Drehmoment liegt bei 345 Nm bzw. 511 Nm bei der Topversion. Ist der Akku leer, lässt er sich an einer Schnellladestation mit bis zu 160 kW laden. So vergehen 27 Minuten für die Ladung von 10 auf 80 Prozent. An einer Wallbox mit 11 kW sind es 5:50 Stunden. Optional stehen übrigens auch 22 kW am Onboard-Charger zur Verfügung.

Ansprechender Innenraum

Das Lenkrad im DS Nummer 98 ist interessant designt. Foto: Dino Eisele/DS

Wer sich in der Oberklasse behaupten will, der muss seiner Kundschaft natürlich auch im Innenraum ein adäquates Ambiente bieten. Und auch hier braucht sich der Franzose hinter der (deutschen) Konkurrenz nicht verstecken. Die Platzverhältnisse in dem 4,82 Meter, 1,90 Meter breitem und 1,58 Meter hohem DS N°8 sind gut. Auf der Rückbank finden auch Großgewachsene dank eines Radstands von 2,90 Meter ohne Verrenkungen Platz. Die Rücksitze lassen sich übrigens um bis zu 30 Grad neigen, sodass jeder seine ideal Sitzposition findet. In den Vordersitzen ist der bereits besagte Nackenwärmer integriert. Einen Nackenwärmer erwartet man eher in einem Cabrio und nicht in einem Coupé. Doch neben dem Zugewinn an Komfort würde der Nackenwärmer auch zu einem geringeren Energieverlust führen und damit für mehr Reichweite sorgen, wie Champomier erklärt. „Wir bringen die Wärme direkt an den Körper des Fahrers.“

Damit Fahrerin oder Fahrer sich auch sonst im Innenraum wohl fühlen, werden wertige Materialien verwendet. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich sich wie bei dem Präsentationsfahrzeug mit seinen mit Alcantara bezogenen Sitzen auch sehr gut an. Wer sich im DS auf dem Fahrerplatz nieder lässt, der schaut auf ein 10,25 Zoll großes Display, rechts daneben ist ein 16 Zoll messendes Multimediasystem angebracht. Es kann zum einen über die Sprachsteuerung oder den Touchscreen betätigt werden. Wie bei allen neuen Autos ist auch in Nummer 8 von DS ChatGPT integriert.

System hilft bei Verwechslung von Fahr-und Bremspedal

DS Automobiles prangt gut sichbar am Heck des DS N°8. Foto: Dino Eisele/DS

Dass alle relevanten Fahrassistenzsystem in Nummer 8 an Bord sind, versteht sich von selbst. Darunter ist auch die zweite Generation des DS Drive Assist, der auch halbautomatische Spurwechsel absolviert. Auch wenn man meint, dass man so etwas eigentlich nicht braucht, ist der DS N°8 mit einem Wrong Pedal Prevention (WPP) ausgestattet. Das System erkennt eine Verwechslung von Fahr- und Bremspedal und greift für den Fall der Fälle mit einen elektronischen Eingriff ein und vermeidet so mögliche Unfälle.

Und, kann DS mit Nummer 8 Boden gegen die übermächtige erscheinende Konkurrenz von Audi & Co gut machen? Die Chancen dafür stehen gut. Denn dass, was die Franzosen da mit ihrem neuen Flaggschiff präsentiert haben, wirkt überzeugend. Jetzt muss der Kunde entscheiden, was er von Nummer 8 hält. Der Marktstart erfolgt Mitte des Jahres.

Keine Beiträge vorhanden