Zukunft, Teil zwei

Smart Fortwo electric drive

Zukunft, Teil zwei
Smart Fortwo Electric Drive © Foto: Smart

Die kleine gelbe Pyramide mit dem Hochspannungszeichen auf der geöffneten Smart-Heckklappe zeigt, dass es sich um keinen gewöhnlichen Fortwo handelt. Die zweite Elektro-Generation des Smart ist da.

Von Stefan Grundhoff

Smart goes Elektro, zweiter Akt. «Dieser Fortwo ist eines unserer ersten Modelle, die wir für die Abschlusstests aufgebaut haben», erzählt Volker Störkmann, Projektleiter des Smart Fortwo electric drive, «insgesamt gehen 16 dieser Fahrzeuge in den finalen Dauerlauf. Der Grundaufbau fand im Werk in Hambach statt. Die Akkus von Tesla wurden in unserem Entwicklungszentrum verbaut und der Prototyp dann fahrfertig gemacht.“

Störkmann ist zufrieden mit den letzten Wochen und lächelt verschmitzt als er auf seinen silbernen Elektro-Smart blickt. Dass die erst vor wenigen Monaten öffentlich gemachte Kooperation zwischen Daimler AG und Tesla derart schnell griffige Ergebnisse bringen würde, hatten nur wenige erwartet. Der Daimler-Konzern ist mit zehn Prozent bei Tesla Motors beteiligt und sichert sich dadurch weit reichende Elektronikkompetenz. Das erste Fahrzeug, das davon profitiert, ist der neue Fortwo ed. Und so wird die zweite Generation des Elektromobils erstmals mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet sein.

100 Elektro-Smarts in London

Bereits seit dem Jahre 2007 sind im Stadtverkehr von London 100 Elektro smart der ersten Generation unterwegs. Der nahezu lautlose Stadtfloh fuhr sich nach kurzer Zeit in die Herzen der britischen Testprobanden, die ihre anderen Fahrzeuge seither bevorzugt in der eigenen Garage stehen lassen. Schließlich kommt man so nicht nur um die lästige Parkplatzsuche, sondern auch um die teure Citymaut herum. Mussten sich die Elektrofans an der Themse bisher mit der ersten Fortwo-Generation zufrieden geben, so ist der E-Antrieb bald auch im aktuellen Fortwo zu bekommen.

Der Smart an der Steckdose Foto: Smart

Der präsentiert sich nicht nur optisch auf dem neuesten Stand; auch technisch hat sich einiges getan. Die wichtigste Änderung ist die neue Akkutechnik. Das Lithium-Ionen-Akkupack mit 14 kWh ist platzsparend zwischen den beiden Achsen untergebracht. Produziert werden die Akkus beim technischen Partner Tesla in Kalifornien. Beim Gewicht hat sich jedoch kaum etwas getan. Mit 140 Kilogramm ist der Lithium-Ionen-Akku fast so schwer wie die Vorgängerbatterie des Vorgängers.

Cityflitzer mit kleinem Hubraum

Der Batteriepack im Smart Electric Drive Foto: Smart

Arbeitete die erste Akku-Generation noch in einem Hochtemperaturumfeld von 250 bis 300 Grad Celsius, so werkelt der neue Lithium-Akku bei Umgebungstemperatur. »Der Akku ist dort, wo sonst auch der Benzintank untergebracht ist«, erläutert Volker Störkmann die Technik des Prototypen, »durch das Gewicht der Batterie hat der Smart sogar einen niedrigeren Schwerpunkt als der Verbrenner.« Im Vergleich zu den konventionellen Smart- Modellen wiegt der Smart Fortwo ed gerade einmal 100 Kilogramm mehr. Im Heck des rund drei Meter langen Cityflitzers arbeitet gewöhnlich ein Benziner oder ein Dieseltriebwerk mit kleinem Hubraum. Beim Fortwo ed sorgt ein 30 kW / 45 PS starker Elektromotor für den flotten Vortrieb.

0 auf 60 km/h schafft der mobile Energieriegel dank 120 Nm maximalem Drehmoment in 6,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 100 km/h begrenzt. Die Reichweite mit einem vollen Akku liegt bei 115 Kilometern. Das sind gerade einmal 15 Kilometer weiter als bei den Londonversionen. Der Smart Fortwo ed fährt dabei mit einem einzigen Gang - in beide Richtungen. Geht es rückwärts, dreht der Elektromotor einfach in Gegenrichtung.

»Der Fortwo electric drive der zweiten Generation basiert auf einem erfolgreichen Fahrzeugkonzept mit Kultcharakter«, so der Smart Markenverantwortliche Marc Langenbrinck, »sein innovativer batterieelektrischer Antrieb macht ihn zu einem idealen Automobil für die Stadt: agil, sparsam und klimafreundlich.« Um den leeren Akku aufzuladen, muss der smart für maximal acht Stunden an die Steckdose. Für einmal Tanken zwischen 20 und 80 Prozent liegt die Ladezeit bei 3,5 Stunden. Eine Tankfüllung kostet dabei gerade einmal zwei Euro. Von außen ist der Elektro-Smart dabei nicht von seinen benzin- und dieselbetriebenen Brüdern zu unterscheiden.

Alles ist da, wo man es erwartet

Smart Fortwo Electric Drive Foto: Smart

Alles ist da, wo man es gewohnt ist - egal ob man ein Coupé oder Cabrio bewegt. Einzig an Stelle der Tankuhr gibt es im Elektrocockpit eine Ladestands-Anzeige der Batterie und einen Amperemeter, der über die Rekuperation (Energie-Rückgewinnung) informiert. Die technischen Details gibt es nur unter der Klappe im Laderaum zu bestaunen. Sie gibt den Blick frei auf den modifizierten Elektromotor mit seinen Nebenaggregaten. Der gesamte Elektroantrieb im Heck bringt rund 100 Kilogramm auf die Waage.

Nachdem die letzten 16 Prototypen weltweit ihre letzten Testrunden drehen, laufen ab November in Hambach die ersten Smart Fortwo ed vom Band. Die Ausstattung aller Fahrzeuge ist mit elektrischen Fensterhebern, Lederlenkrad, Alufelgen und Klimaautomatik identisch mit den bekannten Passion-Modellen. Ab Ende des Jahres werden die ersten Modelle an ausgewählte Leasingkunden ausgeliefert, die die Fahrzeuge vier Jahre und bis zu 60.000 Kilometer fahren werden. Die ersten Elektro-Smarts gehen an das Berliner Projekt »e-mobility«. Weitere Fahrzeuge der zweiten Generation werden in Metropolen wie Mailand, Hamburg, Paris, Rom und den USA eingesetzt. Ab 2012 ist das Elektromobil dann im normalen Smart Modellprogramm für jedermann zu haben.

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