General Motors wird in seinem Werk in Zaragoza Strom aus der weltweit größten Photovoltaik-Anlage gewinnen. So etwas sei auch für andere Werke in Europa vorstellbar, sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster.
Von Frank Mertens
Der Autobauer General Motors (GM) wird im September in seinem Werk im spanischen Zaragoza die weltgrößte Photovoltaik-Dach-Anlage in Betrieb nehmen. Die Anlage, in die rund 50 Millionen Euro investiert wurde, erzeugt jährlich 15,1 Millionen kW/h Strom. Das entspricht dem Energiebedarf von 4600 Haushalten mit einem Jahresverbrauch von 3300 kW/h. Der Strom wird mit Aufnahme des Betriebs in das lokale Netz von Red Electrica eingespeist und dann an den Energieversorger Endesa verkauft.«Das GM-Werk in Zaragoza wird Standort für die weltweit größte auf einem Dach montierte Photovoltaik-Anlage sein. Sie bietet ein erhebliches Kostensenkungspotenzial für das Werk«, sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts in Zaragoza.
Kraft für 4500 Volt
Durch die Photovoltaik-Anlage, die in einem Joint-Venture zwischen GM, der Regionalregierung von Aragonien und den Firmen Veolia und Clairvoyant entstand, wird pro Jahr der Ausstoß von 7000 Tonnen des klimaschädlichen C02 vermieden. Wie Forster sagte, werde man die «Effekte des Solarkraftwerks in Zaragoza genau auswerten und die Analyse für mögliche ähnliche Energieprojekte unserer zehn europäischen Montage- sowie unserer Komponentenwerke nutzen», für der GM-Europachef hinzu.«Natürlich kann man sich eine solche Anlage auch in Deutschland vorstellen», sagte Forster der Autogazette.
Insgesamt 85.000 Solarmodule wurden auf einer Fläche von 183.000 Quadratmetern auf den Dächern des Werkes verbaut. Wie der GM-Europachef sagte, könnten mit dem Strom der Photovoltaik-Anlage allein 4500 Chevrolet Volt angetrieben werden. Das Elektroauto Volt wird im Jahr 2010 auf den US-Markt kommen, ein Jahr später wird es ein Elektroauto von Opel auf Basis des Flextreme geben. «Dieses Solarenergieprojekt unterstreicht unser großes Engagement für den Umweltschutz. Es steht im Zusammenhang mit unserer weitreichenden Technologiestrategie, mit der wir Entwicklung und Bau von Elektrofahrzeugen mit erweitertem Aktionsradius sowie alternativen Kraftstoffen vorantreiben», so Forster.
«Spanien kein Niedrig-Lohn-Land mehr»
Im Beisein des Industrieministers der Regionalregierung von Aragonien, Arturo Aliaga, sagte Forster, dass diese Anlage auch die Arbeitsplätze in Zaragoza sicherer mache. «Spanien ist längst kein Niedrig-Lohn-Land mehr, deshalb suchen wir immer noch Wege, unsere Werke effizienter zu machen, was uns mit dieser Solaranlage gelingt.» Das Werk in Zaragoza produziert pro Jahr 486.000 Fahrzeuge (Opel Corsa, Opel Meriva, Opel Combo) und beschäftigt 7000 Mitarbeiter. Zaragoza ist mit dieser Jahres-Produktion das größte GM-Werk in Europa.

