Rote Karte für Dienstwagen der Politiker

CO2-Flottengrenzwerte werden überschritten

Rote Karte für Dienstwagen der Politiker
Für die Erreichung der Klimaschutzziele braucht es eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen. © dpa

Die Dienstwagen der Ministerinnen und Minister der Bundesregierung überbieten teils deutlich den CO2-Flottengrenzwert der EU. Es gibt aber zwei Ausnahmen.

Die bilden die Dienstwagen von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Bündnis 90/Die Grünen). So kommt der Audi e-tron Sportback 55 von Özdemir auf einen CO2-Ausstoß von 83 g/km, der Mercedes EQC 400 von Lemke stößt 84 g/km aus. Die beiden Grünen-Politiker sind übrigens die einzigen, die ein reine E-Autos als Dienstwagen haben.


Ihre restlichen Kabinettskollegen im Ministerrang fahren einen Plug-in-Hybriden und überbieten den CO2-Flottengrenzwert der EU von 95 g/km deutlich, wie der Dienstwagencheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ergab. Schlusslicht in diesem Ranking ist Bauministerin Klara Geywitz (SPD): Ihr Dienstwagen, ein BMW 750 Li, kommt auf einen CO2-Aussoß von 330 g/km. Es ist ein reiner Verbrenner. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) ist mit einem Audi A8 L 60 TFSI e quattro unterwegs, der auf einen CO2-Ausstoß von 258 g/km kommt.

Durchschnitts-CO2-Ausstoß bei 208 g/km

Nach den Berechnungen der DUH liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Bundesministerien mit 208 g/km auf der Straße nach wie vor deutlich oberhalb des EU-Flottengrenzwerts. Gegenüber 2021 (229 g CO2/km) hat er sich damit nur wenig verändert. Dass der Wert sich als leicht verbessert zeigt, geht auf einige Lichtblicke zurück. So erhält der Fuhrpark des Auswärtigen Amtes als erstes Ministerium eine grüne Karte. So fahren alle im Auswärtigen Amt befragten Politikerinnen und Politiker sparsame Elektroautos oder verzichten wie im Fall von Jennifer Morgan auf einen Dienstwagen. Wie Morgan verzichten auch die Staatssekretäre Sven Giegold und Udo Philipp (beide Wirtschaftsministerium) ganz auf einen eigenen Dienstwagen.

„Unser Dienstwagen-Check enttarnt die selbsternannte Klima-Regierung, die im Verkehr auf Placebo-Politik setzt statt Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die tatsächlich CO2 Emissionen senken“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. „Die überwältigende Mehrheit gibt sich bloß einen grünen Anstrich, anstatt wirklich klimafreundlich unterwegs zu sein. Statt eines sparsamen Elektrofahrzeugs setzen die Regierungsmitglieder in großer Menge auf Plug-In-Hybride.“ Wie Metz hinzufügte, müssten alle Ministerien der Ampel-Koalition aus Glaubwürdigkeitsgründen schnell auf klimafreundliche Dienstwagen umstellen.

Gros der Dienstwagen klimaschädlich

Die DUH sufte das Gros der Dienstwagen der Politiker als klimaschädlich ein. «Insgesamt überschreiten von allen 247 befragten Politikerinnen und Politikern auf Bundes- und Landesebene 83 Prozent der Fahrzeuge den EU-Flottengrenzwert für CO2 von 95g/km im Realbetrieb um mindestens 20 Prozent», teilte die DUH mit.

Die Wagen von Kanzler Olaf Scholz und einigen besonders gefährdeten Ministern wurden wie bereits in den vergangenen Jahren wegen ihrer schweren Panzerung nicht gewertet.

Die Fahrzeuge von Kanzler Olaf Scholz und besonders gefährdeten Ministerinnen und Ministern der Bundesregierung wurde wegen ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit und den besonderen Anforderungen an ihre Dienstwagen nicht gewertet.

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