Daimler baut Transporter in Russland

Zusammen mit Partner GAZ

Daimler baut Transporter in Russland
Wladimir Putin freut sich mit GAZ-Chef Bo Anderson (l.) und Volker Mornhinweg. © Daimler

Der Autobauer Daimler wird zukünftig mit dem Hersteller GAZ Transporter in Russland fertigen. Dazu investieren die Stuttgarter 100 Millionen Euro für die Produktion des Modells Sprinter.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will zusammen mit dem russischen Hersteller GAZ künftig Transporter in Russland fertigen. Die beiden Unternehmen hätten eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understandig) unterzeichnet, teilte der Dax-Konzern mit.

Daimler investiert 100 Millionen

Im Rahmen der Partnerschaft werde Daimler mehr als 100 Millionen Euro in die Produktion des Modells Sprinter am GAZ-Hauptsitz Nischni Nowgorod investieren, hieß es weiter. "Der russische Transportermarkt bietet große Wachstumschancen", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. "Als Marktführer im Van-Segment ist GAZ der richtige Partner für unseren Erfolg in Russland."

Darüber hinaus sollen Motoren, Getriebe, Achsen und weitere Komponenten für den Einsatz sowohl im Mercedes-Benz Sprinter als auch in Fahrzeugen von GAZ am Standort gebaut werden. Im nächsten Jahr ist zunächst der Umbau und die Modernisierung der Produktionsanlagen vorgesehen. Nach dem Hochlauf der Produktion soll sich die jährliche Fertigung auf rund 25.000 Transportern belaufen. Der Vertrieb soll über die Mercedes-Benz-Händler erfolgen.

Die russische Regierung drängt schon seit längerem auf eine Modernisierung der Autoindustrie. In diesem Zusammenhang war auch das Opel-Gebot von Magna zusammen mit russischen Partnern im vergangenen Jahr zu sehen. Mittlerweile steht der frühere Magna-Manager Siegfried Wolf an der Spitze des GAZ-Verwaltungsrats. "Durch die Zusammenarbeit mit Daimler kann GAZ künftig neue Technologien einführen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und in Russland einen modernen Produktionsstandort für Komponenten für die Automobilindustrie aufbauen", sagte Wolf bei der Vertragsunterzeichnung, zu der auch der russische Präsident Wladimir Putin kam.

Große Wachstumschancen

Daimler-Transporterchef Volker Mornhinweg sieht in Russland einen Wachstumsmarkt: Bis 2020 werde der Markt von jetzt 117.000 auf 275.000 Fahrzeuge ansteigen. "Das zeigt, wie wichtig und richtig es ist, in Russland aktiv zu werden", sagte der Spartenchef.

GAZ ist den Angaben zufolge mit einem Marktanteil von 50 Prozent der größte russische Nutzfahrzeughersteller in der Klasse zwischen 2,8 und 8,2 Tonnen Gesamtgewicht. Mehrheitsaktionär ist der russische Oligarch Oleg Deripaska. Neben Transportern stellt die GAZ-Gruppe Nutzfahrzeuge, schwere Lastwagen, Busse, Personenwagen und Straßenbaumaschinen her. Daimler arbeitet bei den schweren Lastwagen in Russland mit dem Marktführer in dem Segment, Kamaz, zusammen. (dpa)

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