D-Ticket spart drei Prozent des privaten Autoverkehrs

D-Ticket spart drei Prozent des privaten Autoverkehrs
Insgesamt liegt die Zahl der D-Ticket-Abonnenten zurzeit bei rund 14 Millionen. © dpa

Das Deutschlandticket reduziert die Abgase und sichert Mobilität für Ärmere. Allerdings könnten die Nutzerzahlen noch weit höher sein.

Das Deutschlandticket hat sich als fester Bestandteil des Nahverkehrs etabliert. Rund ein Fünftel der Bevölkerung ab 16 Jahren nutzt das bundesweit gültige Abo inzwischen, wie aus einem Zwischenbericht zur Evaluation des Deutschlandtickets im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht. Besonders stark ist die Verbreitung in Metropolen wie Hamburg und Berlin. Insgesamt liegt die Zahl der Abonnenten zurzeit bei rund 14 Millionen.

Die zunächst hohe Wachstumsdynamik bei den Nutzerzahlen hat nach der Einführungsphase zuletzt allerdings nachgelassen. Als Gründe nennen die Verfasser vor allem die Diskussion über Preiserhöhungen sowie die zeitweise Unklarheit über die weitere Perspektive des Tickets. Dennoch sehen sie weiterhin großes Potenzial: Neben aktuellen Nutzern gibt es demnach größere Gruppen ehemaliger Käufer und Interessenten. Rechnerisch seien unter günstigen Bedingungen bis zu 5,8 Millionen zusätzliche Deutschlandtickets möglich.

Preisklarheit für Erfolg entscheidend

In Bezug auf das Verkehrsaufkommen bescheinigt die Studie dem Ticket eine spürbare Wirkung. Nach den Berechnungen verlagern sich jährlich rund 900 Millionen Wege vom Auto auf Bus und Bahn. Hinzu kommen kleinere Verlagerungen vom Fahrrad und vom Fußverkehr. Der Bericht betont allerdings auch, dass sich diese Effekte in den amtlichen Gesamtstatistiken zum Verkehr bisher nur eingeschränkt nachweisen lassen, weil sie im Vergleich zu den üblichen Jahresschwankungen relativ klein ausfallen. Gleichwohl sei das Deutschlandticket ein wichtiger Baustein für die Erholung der Fahrgastzahlen nach der Pandemie.

Auch beim Klimaschutz und bei der sozialen Teilhabe schreiben die Gutachter dem Ticket positive Effekte zu. Die größten CO2-Einsparungen entstehen demnach durch ersetzte Pkw-Fahrten, insgesamt entspricht der Umwelteffekt einer Reduktion der Emissionen des privaten Autoverkehrs um etwa drei Prozent. Zudem verbessere das Deutschlandticket vor allem für Menschen mit geringerem Einkommen die Mobilität und erleichtere die gesellschaftliche Teilhabe. Für den langfristigen Erfolg halten die Autoren vor allem Preisklarheit, Bestandssicherheit und eine aktivere Vermarktung für entscheidend.

In dem Evaluationsbericht geht es im Kern um den Zeitraum von 2024 bis 2026. Eingeführt worden war das Ticket bereits im Mai 2023. Sein Vorläufer war das im Sommer 2022 verfügbare Neun-Euro-Ticket, das als Entlastungsmaßnahme angesichts der hohen Kraftstoffpreise im Zuge des Ukrainekriegs aufgelegt worden war. (SP-X)

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