Cupra Tindaya: Ein radikales Statement

Showcar mit Range Extender

Cupra Tindaya: Ein radikales Statement
Radikal gezeichnet: der Cupra Tindaya mit der mächtigen Haube und den großen Rädern. © Cupra

Cupra will anders sein. Aus der Norm ausbrechen. Dass das gelingt, zeigen die Verkaufszahlen. Die Marke kommt an. Auf der IAA präsentieren die Spanier mit dem Tindaya ein expressives Showcar.

Showcars müssen mit der Serie nichts zu tun haben. So sie es überhaupt so weit schaffen. Beim Tindaya soll das anders sein. Er soll das Licht der Welt erblicken – und das nicht nur in dieser Woche auf der IAA Mobility in München, wo die Spanier den Tindaya der breiten Öffentlichkeit präsentierten.

Einige Tage zuvor hat Cupra den Tindaya, der nach einem Vulkanberg auf Fuerteventura benannt ist, Journalisten bereits in der bayerischen Landeshauptstadt präsentiert. Dazu war extra Jorge Diaz angereist, der Designchef der Marke.

Ein Blick in die Zukunft

Viel Wert haben die Designer beim Cupra Tindaya auf die Lichtsignatur am Heck gelegt, sagt Jorge Diaz (r.). Foto: Cupra

„Dieses Auto ist ein Ausblick in die Zukunft. Es zeigt wie zukünftige Modelle von uns aussehen können“, sagt Diaz. Der Spanier ist – natürlich – angetan von dem, was er und seine Designkollegen am Firmensitz im spanischen Martorell auf die 23 Zoll (!) großen Räder gestellt haben. Diaz zeigt auf die breite Front mit der Haifischnase und den großen Wölbungen (Power Dome) auf der sehr (!) langen Motorhaube samt dem beleuchtetem Logo. Die schmalen Lichter verlaufen seitlich bis in den Kotflügel. Darunter setzt sich die Lichtsignatur auffällig neben dem Kühlergrill fort. „Man soll sofort sehen, dass es sich um einen Cupra handelt“, sagt der Designchef.

Das ist gelungen. Auffallen ist damit garantiert. Cupra-Chef Markus Haupt bezeichnet den Tindaya als ein „radikales Statement“. Das Showcar sei ein „mutiger Ausdruck unserer Designsprache, unserer Werte und Innovationen“, so der Manager. Und er sei mehr als nur ein Showcar, er wird in Serie gehen, wohl im nächsten Jahrzehnt, sagte Haupt am Montag in der Cupra-Garage am Odeonsplatz in München.

Futuristisch präsentiert sich auch das Cockpit des Tindaya. Foto: Cupra

Ob man indes derart expressive Formen mag, muss jeder für sich entscheiden. Manchmal kann weniger auch mehr sein. Aber, nun ja, Showcars dürfen über das Ziel hinaus schießen, sie wollen (und sollen) auch polarisieren. Wobei: Wenn man sich die ursprüngliche Studie des Cupra Raval, des Einstiegsstromers der Marke, anschaut, dann unterscheidet er sich nicht allzu sehr von dem seriennahen Modell.

Showcar ist 4,72 Meter lang

Der Cupra Tindaya verfügt über gegenläufig zu öffnende Türen. Foto. Cupra

Die Seitenansicht des 4,72 Metern langen Tindaya unterstreicht die Dynamik des Konzeptfahrzeugs, es strebt mit seiner Linienführung geradezu nach vorn. So markant die Front und ausdrucksstark die Seite ist, so markant ist auch das Heck ausgefallen. Auch hier gibt es eine auffällige Lichtsignatur samt rot beleuchtetem Logo, so wie man es bereits von anderen Cupra-Modellen kennt. Ein markanter Doppelspoiler soll die Dynamik weiter unterstreichen.

Diaz öffnet die Türen des Tindaya – und die öffnen sich gegenläufig. Was man dort zu sehen bekommt, ist so futuristisch wie das Äußere. Der erste Blick fällt auf die vier Schalensitze („Für die Serie ist auch ein Fünfsitzer vorstellbar“, Diaz) und das fast über die gesamte Fahrzeugbreite reichende Display, das von dem großen 24 Zoll-Display in der Mitte eingerahmt wird. Die so genannte CupBucket-Sitze sollen als moderne Neuinterpretation der „Eames Lounge“ gesehen werden. Natürlich wurde auf Nachhaltigkeit bei der Materialauswahl wert gelegt. Sitze und Mittelkonsole sind beispielsweise mit veganem Leder bezogen.

Liest man die Prosa in der Pressemitteilung, dann soll das Showcar eine neue Ikone für eine neue Ära einläuten. „Jede Oberfläche lädt ein zum Berühren, Erleben und Genießen“, heißt es da. Nun ja, das lassen wir mal so stehen.

Basis ist neue SSP-Architektur

Das Markenlogo am neuen Tindaya von Cupra ist natürlich beleuchtet, Foto: Cupra

Und der Antrieb? Der lässt dank der neuen Scalable Systems Plattform (SSP) des VW-Konzern zwei Möglichkeiten zu: zum einen eine rein elektrische, zum anderen eine als Range-Extender-Variante, für die man sich beim Showcar entschieden hat. Sie sorgt nicht nur für eine Reichweite von insgesamt 1000 Kilometer (davon 300 Kilometer rein elektrisch), sondern auch für beeindruckende Leistungsdaten.

So verfügt der Tindaya über eine Leistung von 496 PS – und ist damit der leistungsstärkste Cupra bisher. Mit dieser Leistung ermöglicht er den Sprint von 0 auf 100 km/h in gerade einmal 4,1 Sekunden, das sind Sportwagen-Werte. Bei der Range-Extender-Technologie wird ein elektrischer Antriebsstrang (beim Showcar sind es zwei E-Motoren) mit einem Verbrenner kombiniert. Beim Tindaya ist es ein 1,5 Liter TSI-Motor, der als Generator fungiert. Innerhalb des VW-Konzerns gibt es serienmäßig einen solchen Range Extender bisher nicht im Angebot. Auch hier beschreitet der Tindaya Neuland.

Und, welche Rolle spielt der Range Extender für Cupra – und den Tindaya? Der finale Antrieb für den noch als Showcar fungierenden Tindaya sei noch nicht entschieden. Man könne ihn sowohl als reines batterie-elektrisches Fahrzeug anbieten, als auch mit Range Extender. Aber das Konzept des Range Extenders sei durchaus interessant, so der CEO.

Raval steht in den Startlöchern

Der Cupra Tindaya will ein Statement setzen mit seinem Design. Foto: Cupra

Doch bevor es mit dem Tindaya losgeht, kommt zunächst im kommenden Jahr der Cupra Raval, der bislang kleinste Stromer der neuen Kleinwagenfamilie des VW-Konzerns. Er soll für die Marke Cupra den Erfolg auch im nächsten Jahr fortsetzen. Die Marke hat in den zurückliegenden sieben Jahren sieben neue Modelle auf den Markt gebracht, der Raval wird das achte sein. Zugleich ist es das nach dem Born, Tavascan das dritte reine E-Modell der Marke.

Für Haupt ist die Elektromobilität die Zukunft, wie er sagt. Momentan gäbe es indes auch Märkte, wo die Nachfrage nach E-Autos eher verhalten ist, entsprechend müsse man auch diesen Kundinnen und Kunden weiter ein Mobilitätsangebot machen. Dennoch will sich der Manager nicht dazu positionieren, ob das von der EU für das Jahr 2035 geplante Verbrenner-Aus gekippt werden soll. Mercedes-Chef Ola Källenius hat in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) in seiner Eigenschaft als Präsident des europäischen Herstellerverbands ACEA genau dies gefordert. Es bleibe abzuwarten, wie sich die EU-Kommission hier entscheidet.

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