Der VW-Konzern bringt in den kommenden Monaten vier neue Elektroautos von drei Marken auf den Markt. Den Auftakt macht der Cupra Raval, ehe VW ID. Polo, ID. Cross und Skoda Epiq folgen.
Markus Haupt ist mit dem Blick auf den neuen Cupra Raval sichtlich zufrieden. Dieses Auto stelle die größte Transformation der Unternehmensgeschichte dar, sagt der Chef der Marken Seat und Cupra. Damit zielt der CEO auch auf den Umbau des Werkes in Martorell ab, in die drei Milliarden Euro investiert wurden, um Fahrzeuge wie den VW ID. Polo und den Raval zu produzieren.
Zur Präsentation des Raval sind wir mit Haupt vor einigen Wochen passenderweise in einem ehemaligen Elektrizitäts-Kraftwerk in Barcelona verabredet. Bis zum heutigen Tag galt eine Sperrfrist.
Raval ist für Haupt ein Gamechanger
Dieses Auto ist für die VW-Tochter etwas ganz Besonderes, stellt der CEO dann auch wiederholt fest. Für ihn ist der Raval nicht weniger als ein Gamechanger. Ist das nicht ein wenig dick aufgetragen, für einen elektrischen Kleinwagen?
Nein, findet Haupt und liefert die Erklärung gleich mit. „Er ist ein Gamechanger, weil er in Substanz und Ausstattung Dinge mitbringt, die man sonst nur aus höheren Segmenten kennt“, erklärt Haupt. Vor allem fährt er mit kompakten Abmaßen von vier Metern vor „und fährt mit der Cupra DNA vor“. Zusammen mit dem Interieur- und Exterieur-Design und seiner auch von der Formel E inspirierten sportlichen Performance habe man einen „perfekten Sweetspot“ getroffen.
Nun hofft man ab dem Sommer auf einen großen Zuspruch der Kundinnen und Kunden, die sich vom neuen Raval überzeugen lassen. Der Preis des neuen Stromers liegt bei 25.950 Euro – und macht die Elektromobilität damit breiteren Bevölkerungsgruppen zugänglich. „Wir nennen das Demokratisierung der Elektrifizierung. Es wird bei denen die Türen zur Technologie öffnen, die derzeit noch skeptisch sind.“
Freude auf den Wettbewerb
Dass die Konkurrenz beispielsweise mit dem Renault 5 oder dem Citroen e-C3 ähnliche Autos in dieser Preisklasse anbietet, beeindruckt Haupt nicht. Für ihn ist der Raval „ohne Frage eines der besten Autos in seinem Segment“. Er freue sich auf den Wettbewerb – und zu spät sei man mit diesem Fahrzeug auch nicht. Wirklich? Ist das nicht Schönfärberei? „Wenn man sich die Marktentwicklungen in den unterschiedlichen Ländern anschaut, dann glaube ich, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt mit diesen Fahrzeugen kommen“, so der Vorstandschef.
Haupt ist davon überzeugt, dass die nun vom VW-Konzern zeitversetzt kommenden neuen E-Modelle wie der Raval, der VW ID. Polo und der VW ID. Cross und der Skoda Epiq (die beiden Modelle werden in Pamplona gebaut) den Markt bei der Elektromobilität ankurbeln können. „Es kommen jetzt vier neue Fahrzeuge von drei Marken. Sie nutzen zwar die gleiche Plattform, aber die Differenzierung zwischen den Modellen ist klar zu sehen. Jede Marke bleibt sich treu.“
Zwei Batteriegrößen im Angebot
Die Fahrzeuge werden dabei mit zwei Batteriegrößen angeboten: der LFP-Akku hat eine Kapazität von 37 kWh und bietet eine Reichweite von bis zu 300 Kilometer und lädt mit bis zu 90 kW. Mit 116 PS und 135 PS werden zwei Leistungsstufen angeboten. Daneben gibt es den größeren NMC-Akku mit 52 kWh und einer Reichweite von bis zu 450 km (bei der Endurance-Variante mit 211 PS oder 400 Kilometer bei der VZ-Version (226 PS).
Zum Marktstart im Sommer wird jedoch erst die größere Batterie verfügbar sein. Mit Blick auf die verschiedenen Leistungsstufen wünscht sich Haupt hohe Bestelleingänge für den VZ. „Es ist das Fahrzeug, das die Marke Cupra mit seiner Performance und einer Leistung von 226 PS am besten verkörpert. Wir haben eine Beschleunigung von 0 auf 100 in unter 7 Sekunden“, so Haupt. „Die Fahrdynamik ist großartig, Kurvenfahrten machen richtig viel Spaß wir haben beispielsweise eine Vorderachssperre verbaut“, schwärmt er vom sportlichsten Modelle der Baureihe.
Raval soll Bestseller werden
Im zurückliegenden Jahr kam Cupra mit seinen Modellen Born (43.000 Einheiten) und dem Tavascan (36.000 Einheiten) auf einen Elektroanteil von 24 Prozent. Und was erwartet er vom Raval. „Wir möchten, dass der Raval unter den E-Autos unser Bestseller wird. Die Kaufprämie in Deutschland, unserem wichtigsten Markt, wird uns dabei unterstützen, aber auch Spanien hat jetzt eine Kaufprämie“, nennt Haupt die Zielsetzung. Doch der Raval sei auch „mit Blick auf die CO2-Reduktion, die Dekarbonisierung, enorm wichtig. Deshalb setzen wir auf ihn große Hoffnungen“.
Und welchen BEV-Anteil erwartet Cupra in diesem Jahr? Haupt zeigt sich zurückhaltend. Das sei ein Blick in die Glaskugel, sagt er. „Mit Blick auf die CO2-Flottengrenzwerte gibt es keinen anderen Weg, als dass wir mehr und mehr E-Autos verkaufen. Und unser Bekenntnis zur Elektromobilität ist stärker denn je. Aber am Ende entscheidet der Kunde.“
Das Interview mit Markus Haupt lesen Sie am Freitag

