Degenhardt: Null Unfälle sind keine Utopie

Continental auf der IAA

Degenhardt: Null Unfälle sind keine Utopie
Conti-Chef Elmar Degenhart © AG/Mertens

Auf dem Weg zum autonomen Fahren bedarf es dringend eines gesetzlichen Rahmens. Das sagte Continental-Chef Elmar Degenhardt auf der IAA.

Continental fordert den Gesetzgeber auf, die juristischen Weichen für die Nutzung des automatisierten Fahrens zu stellen. „Für das hochautomatisierte Fahren – wie zum Beispiel auf Autobahnen als wichtigen Teilschritt – muss es sehr bald einen gesetzlichen Rahmen geben“, forderte Continental-Chef Elmar Degenhardt am Dienstag zum Auftakt der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt.

Wie der Chef des Zulieferers sagte, müsse es dem Fahrer erlauben, die Fahrsituation nicht mehr durchgehend zu überwachen. Solche Fahrsituationen erwarten wir ab 2020 in der Praxis, sagte der Conti-Chef. Nachdem die Wiener Konvention für den Straßenverkehr vor eineinhalb Jahren modifiziert worden ist und damit dem autonomen Fahren mehr Freiheiten einräumt, ist sie bislang noch nicht in die nationale Gesetzgebung übergegangen. Die Autobranche erwartet, dass auf der G7-Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag in Frankfurt/Main gegebenenfalls von der Politik hierzu erste Aussagen getroffen werden.

Schlüssel für Unfallfreiheit assistiertes Fahren

Für Degenhardt sei unfallfreies Fahren längst keine Utopie mehr. Doch der Schlüssel dafür sei das assistierte Fahren. Vollautomatisiertes Fahren erwartet der Conti-Vorstandschef ab dem Jahr 2025 – dann zuerst in speziellen Fahrsituationen wie auf dem Autobahn. Dann wird der Fahrer in der Lage sein, von Auffahrt bis Ausfahrt weitgehend anderen Tätigkeiten nachgehen zu können. Degenhardt will beim Thema autonomes Fahren bei den Zulieferern mit in der Führungsrolle sei. Damit das gelingt, arbeiten die Ingenieure derzeit an sechs Herausforderungen. Dazu gehören die Sensorik, die Schwarmvernetzung, der Mensch-Maschinen—Dialog, die Systemarchitektur, die Ausfallsicherheit und die Akzeptanz des automatisierten Fahrens, wie Degenhardt sagte. Für ihn werde die Akzeptanz des autonomen Fahrens mit der zunehmenden Vertrautheit des Fahrers mit den Fahrassistenzsystemen steigen.

Für Continental stellen die Fahrassistenzsysteme bereits den größten Anteil in der Automotiv-Sparte dar. „Mit Fahrassistenzsystemen und anderen digitalen Technologien wie Elektronik, Sensorik und Software erzielen wir heute etwa 60 Prozent unseres Automotive-Umsatzes.“ Das seien im vergangenen Jahr 12 Milliarden Euro gewesen. Degenhardt geht hier von einem weiteren deutlichen Wachstum aus. (AG/FM)

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