Elektroautos: Chinesische Hersteller mit großem Preisspielraum

Elektroautos: Chinesische Hersteller mit großem Preisspielraum
Angeboten wird der BYD Seal 6 DM-i Touring mit kleiner und großer Batterie, die Reichweiten von 50 bzw. 100 Kilometer bieten. © BYD/Harald Dawo

Die chinesischen Hersteller bieten vergleichbare Elektroautos im Heimatland deutlich günstiger an. Eine aktuelle Studie des CAR spricht von im Schnitt 118 Prozent niedrigeren Preisen.

Chinas Elektro-Autobauer haben in Deutschland noch gewaltige Preis-Spielräume. Das legt eine neue Studie des Center Automotive Research (CAR) nahe. Chinesische Elektroautos sind hierzulande im Schnitt um 118 Prozent teurer als auf dem heimischen Markt, wie ein Nettopreisvergleich von Modellen ergeben hat, die in beiden Ländern angeboten werden.
In China kostet ein E-Mobil ohne Steuern demnach durchschnittlich knapp 15.000 Euro, während in Deutschland fast 33.000 Euro fällig werden. Daraus leiten die Experten einen „theoretischen Preisspielraum“ von 54 Prozent ab.

Harter Wettbewerb in China

Als Grund für die extremen Preisdifferenzen identifiziert die Studie den harten Wettbewerb im chinesischen Markt, der von Überkapazitäten und einem von BYD angeheizten Preiskampf beherrscht ist. Zugleich sieht CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer Spielräume für weitere Preissenkungen chinesischer Hersteller in Europa.

Leidtragende wären die heimischen Autobauer. Auch sie müssen ihre E-Modelle in China deutlich günstiger anbieten als in der Heimat: Bei den ID-Modellen von VW etwa beträgt der Europa-Aufschlag 85 bis 100 Prozent.

MG in Deutschland am erfolgreichsten

Schaut man auf die Zulassungszahlen der chinesischen Hersteller in Deutschland im zurückliegenden Jahr, dann legen sie zumeist deutlich zu. Am erfolgreichsten war dabei MG. Die Chinesen kam auf 26.479 Zulassungen, ein Plus von über 26 Prozent im Vergleich zu 2024. BYD, mittlerweile weltweit der erfolgreichste Hersteller von E-Autos, kam auf 23.306 Zulassungen, ein Zuwachs von über 706 Prozent. In diesem Jahr dürfte BYD sein Ziel von 50.000 Zulassungen realisieren zu wollen. Wie groß die Preisspielräume sind, hatte BYD im Rahmen der „Black Friday Weeks“ gezeigt, als man das Flaggschiff Tang statt für 75.000 Euro für 57.000 Euro anbot, ein Abschlag von 18.000 Euro.

Xpeng verzeichnet nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) 2991 Zulassungen, ein Plus von 661 Prozent. Bedeutungslos bleibt indes die Marke Nio: im gesamten zurückliegendem Jahresverlauf kam die Marke auf gerade einmal 325 Neuzulassungen – das ist ein Rückgang von über 18 Prozent gegenüber 2024. Great Wall Motor verzeichnete im zurückliegenden Jahr 2386 Neuzulassungen, ein Minus von über 20 Prozent. Für dieses Jahr hat GWM eine große Produktoffensive angekündigt. Als nächstes Modell kommt der Haval H6. Schaut man auf die schwedisch-chinesische Marke Poelstar, dann konnte die ihre Zulassungszahlen um über 57 Prozent auf 5007 Zulassungen steigern. (mit SP-X)

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