Busse im ÖPNV: Weg vom Diesel, hin zur Emissionsfreiheit

Busse im ÖPNV: Weg vom Diesel, hin zur Emissionsfreiheit
Die Busbranche muss ihre Fahrzeuge auf emissionsfreien Antrieb umstellen. © Daimler Busses

Momentan dominiert bei Reisebussen und denen im ÖPNV der Diesel. Doch das wird sich ändern, denn die Branche muss den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge steigern.

Weg vom Diesel, hin zu klimafreundlichen Antrieben: Die deutschen Busunternehmen wollen die Modernisierung ihrer Fahrzeuge beschleunigen. Die Ausbauziele seien relativ klar vorgegeben, sagte Kai Neumann vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo).

„Nach der Clean Vehicles Directive der EU müssten ab 2026 rund 32 Prozent aller öffentlich beschafften Busse emissionsfrei fahren. Zudem schrieben die EU-Flottengrenzwerte vor, dass ab 2030 90 Prozent der verkauften ÖPNV-Busse emissionsfrei sein müssen und Fern- und Reisebusse rund 43 Prozent ihres CO2-Ausstoßes reduzieren. „Da ist viel Druck auf dem Kessel“, so Neumann.

3000 Unternehmen im Branchenverband bdo

Der bdo ist der Spitzenverband der deutschen Busbranche, die sich am Anfang der Woche in Berlin zum Tag der Buswirtschaft traf. Er vertritt rund 3.000 Unternehmen mit über 42.000 Omnibussen. Bislang läuft die Elektrifizierung der Busflotten schleppend. Laut dem E-Bus-Radar 2025 sind erst 3.375 emissionsfrei angetriebene Busse in Deutschland unterwegs. Zwar gibt es 780 E-Busse mehr auf den Straßen als 2023. Doch in der deutschen Stadtbusflotte etwa machen sie derzeit erst zehn Prozent aus. Der Großteil der Fahrzeuge läuft mit klima- und gesundheitsschädlichen Dieselmotoren.

Bei der Umstellung auf klimafreundliche Antriebsformen setzt die Bundesregierung neben der Elektrifizierung auch auf alternative Kraftstoffe wie regenerativen HVO-Diesel oder E-Fuels. Mit HVO lasse sich der CO2-Ausstoß „massiv“ reduzieren, das Gleiche gelte für strombasierte E-Fuels, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte (CDU). Die Produktionskapazitäten und das Angebot solcher klimaneutralen Kraftstoffe müsse daher deutlich erhöht werden, um eine rasche Umrüstung der Flotten zu ermöglichen.

Darüber hinaus stellte Hirte den Bau neuer Wasserstofftankstellen sowie zusätzliche Fördergelder für die Anschaffung von Elektrobussen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Aussicht. E-Fuels und HVO-Diesel sind umstritten, weil ihre Herstellung aufwendig und teuer ist. Darüber hinaus bleiben Verbrennungsmotoren auch mit diesem „Klima-Sprit“ im Vergleich zum Elektroantrieb sehr ineffizient. (SP-X)

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