BMW iX3: Neue Klasse, neue Ära

Merh als 800 Kilometer Reichweite

BMW iX3: Neue Klasse, neue Ära
Der BMW iX3 wird rund 69.000 Euro kosten. © Mertens

Kurz vor der IAA Mobility hat BMW das erste Serienmodell der Neuen Klasse präsentiert. Den Auftrakt macht der iX3. Damit will man nicht weniger als eine neue Ära einleiten.

„New Era“ steht auf den Fahnen am Haupteingang der Eisbach-Studios in München. Hier stellte BMW an diesem Freitag, kurz vor dem Start der IAA Mobility in der kommenden Woche, das erste Modell der Neuen Klasse vor. Den Start macht nicht eine Limousine, sondern der BMW iX3. Natürlich ein SUV, was die Bayern dann lieber selbst als Sports Activity Vehicle (SAV) bezeichnet wissen wollen.

Mit ihm wollen die Münchner – und anschließend auch mit der ab 2026 kommenden Limousine i3 – nicht weniger als eine Neue Ära einleiten. Für das Unternehmen, als auch für die E-Mobilität.

Neue Designsprache, neue Technologien

So fährt iX3 fährt nicht nur mit einer neuen Designsprache vor, sondern auch mit der 6. Generation der BMW eDrive Technologie. Damit soll eine Reichweite zwischen 697 und bis zu 805 Kilometer (Batteriekapazität 107,8 kWh) möglich sein. Vor allem, was noch viel wichtiger ist: es soll dank einer 800 Volt-Architektur eine Ladeleistung von 400 kW in der Spitze erreicht werden können. Damit lässt sich der Akku in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Innerhalb von zehn Minuten steht eine Reichweite von 372 Kilometer zur Verfügung.

Damit einher gehen beim iX3 50 xDrive (ab 68.900 Euro) besonders effiziente Verbrauchswerte. Sie liegen je nach Ausstattung zwischen 15,1 kWh und 17,9 kWh/100 km. Beeindruckende Werte. Erreicht werden sie auch durch aerodynamische Optimierungen. So liegt der Cw-Wert bei gerade einmal 0,24. Die E-Motoren wurden für die neue Klasse neu entwickelt, leisten im iX3 469 PS und sorgen für sportliche Beschleunigungswerte. Von 0 auf 100 km/h vergehen gerade einmal 4,9 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 210 km/h erreicht. In Deutschland soll der iX3 im Frühjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen, in den USA und in China im darauffolgendem Sommer.

Mehr als nur ein Modellwechsel

Für BMW-Chef Oliver Zipse beginnt mit der Neue Klasse eine neue Ära. Foto: Mertens

Doch warum soll gerade mit dem iX3 eine Neue Ära eingeleitet werden, wie BMW vollmundig ankündigt? Schließlich gibt es schon heute einen iX3. Weil der Neue, so sagt es BMW, mehr ist als ein purer Modellwechsel. Die Entwicklungssprünge bei Design und vor allem Technologie würden den Eindruck vermitteln, dass „eine komplette Fahrzeuggeneration übersprungen wurde“. BMW spricht dann auch davon dass der neue iX3 einen Meilenstein im Transformationsprozess der Marke bei der „Elektrifizierung, Digitalisierung und Zirkularität“ darstellt.

Der iX3 werde in Zukunft das gesamte Modellprogramm von BMW prägen, so BMW-Chef Oliver Zipse am Freitag bei der Präsentation. Allein bis 2027 soll die Technologie der Neuen Klasse in 40 neuen Modelle und Modellupdates integriert werden. „Die Neue Klasse ist unser größtes Zukunftsprojekt. Sie steht für einen gewaltigen Sprung: in den Technologien, im Fahrerlebnis und im Design. Praktisch alles an ihr ist neu – und dabei mehr BMW als je zuvor“, Zipse.

Once-in-a-Lifetime-Moment

Noch getarnt: der BMW i3 wird bereits 2026 auf den Markt kommen. Foto: Mertens

Für ihn wie seine Kolleginnen und Kollegen sei die Neue Klasse ein „Once in a Lifetime“-Moment. Wie der Manager hinzufügte, werde das gesamte Produktportfolio der Marke von den „Innovationen der Neuen Klasse profitieren – und zwar unabhängig von der Antriebstechnologie“. Damit sind dann auch Verbrenner gemeint, die für die Münchner auch perspektivisch eine wichtige Rolle spielen.

So gehört Zipse zu den Automanagern, die der Technologieoffenheit das Wort reden und gegen das Verbrenner-Aus 2035 wettern. „Was wir als mutige Vision begonnen haben, ist nun Realität: Der BMW iX3 geht als erstes Modell der Neuen Klasse in Serie. Damit bringen wir nicht nur die nächste Generation von einem unserer erfolgreichsten vollelektrischen Fahrzeuge auf die Straße – wir starten eine neue Ära für BMW.“

Neu gestalteter Innenraum

Der neue iX3 bringt es übrigens auf eine Länge von 4,78 Meter, eine Breite von 1,89 Meter und eine Höhe von 1,64 Meter. Dafür ist für ausreichend Platz im Innenraum gesorgt. Im Gepäckraum gibt es Platz für mindestens 520 Liter Gepäck, maximal sind es 1750 Liter. Im Frunk lassen sich zudem 58 Liter unterbringen.

Das neue Modell soll dank der Antriebs- und Fahrdynamikregelung „Heart of Joy“ zudem neue Maßstäbe bei Dynamik und Präzision setzen. Dank neuer Prozessoren– die 20 Mal schneller als die Vorgängergeneration arbeiten sollen – würden das die Fahrerin oder Fahrer sofort merken.

Innovationsprung auch im Innenraum

Die Bedienung im neuen BMW iX3 soll nun noch intuitiver erfolgen. Foto: BMW

Einen Innovationssprung hat man insbesondere auch im Innenraum gemacht. Das digitale Nutzererlebnis im neuen BMW iX3 soll dank Panoramic iDrive auf ein neues Level gehoben worden sein. So gibt es im Innenraum eine über die gesamte Fahrzeugbreite reichende Displayanzeige („Panoramic Vision“).

In direkter Sichtweise des Fahrers befinden sich alle relevanten Fahrinformationen, optional steht auch ein Head-up-Display zur Verfügung. Das iDrive-System basiert auf dem neuen Betriebssystem BMW Operating System X. Displays. Das wirkt alles sehr reduziert, sehr klar und ansehnlich. Vor allem aber soll es für eine intuitivere Benutzerführung sorgen. BMW spricht hier vom Prinzip „Hands on the Wheel, Eyes on the Road“.

Nachhaltigkeit als Entwicklungsziel

Markant: das Heck des BMW iX3 mit seiner prägnanten Lichtsignatur. Foto: Mertens

Bei allen Innovationen setzt die Neue Klasse aber auch auf eine Reduktion des CO2-Footprints, dazu setzt BMW auf die Kreislaufwirtschaft. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen ist es gelungen, dass der iX3 bereits bei einer Fahrleistung von 200.000 Kilometern den CO2-Fußabdruck seines Vorgängers um 34 Prozent unterbietet. Beim Laden mit dem europäischen Strommix weist er bereits nach 21.500 Kilometern einen geringeren Footprint auf als ein vergleichbares Verbrennermodell.

Wer ausschließlich mit Erneuerbaren Energie lädt, dann übertrifft der neue iX3 ein vergleichbare Verbrenner-Modell bereits nach nur 17.500 Kilometer. Damit widerlegt die Neue Klasse die immer wieder vorgebrachte Mär, dass die Öko-Bilanz von Stromer über den Lebenszyklus deutlich schlechter ist als bei Verbrennern. Das haben zuletzt auch aktuelle Studien des ICCT gezeigt. Und bereits beim Bau wurde auf die Verwendung auf Sekundärrohstoffen gebracht. In der gesamten Lieferkette wurde beim iX3 50 xDrive der Carbon-Footprint um 35 Prozent reduziert.

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