Der Veritas RS taucht wieder auf. 60 Jahre nach dem Debüt ist ein Comeback des ersten deutschen Formel 1- Rennwagens auf der Rennstrecke nahe.
Von Thomas Flehmer
Der Veritas RS kehrt auf die Rennstrecke zurück - natürlich im Gewand des 21. Jahrhunderts. Die Nachfahren des ersten deutschen Rennwagens in der Formel 1 verfügen als Achtzylinder über 353 kW/480 PS oder als Zehnzylinder über 441 kW/600 PS. «Demnächst wird die Produktion mit einer Kleinserie starten. Wir haben bereits Anfragen vorliegen. Der Supersportwagen wird zu Preisen ab 270.000 Euro angeboten», sagte Volker Schulz, Pressesprecher der produzierenden Vermot AG mit Sitz am Nürburgring, der Autogazette.
Schaurunden in Spa
Nach einem stark beachteten Debüt des V8-Prototypen auf einer gemeinsamen Fahrt ausgewählter Supersportwagen verschiedener Fabrikate von Lugano nach Monte Carlo gibt der superflache Bolide am kommenden Samstag seinen Einstand beim 12-Stunden-Rennen auf der belgischen Rennstrecke Spa-Francorchamps.
Allerdings wird er dort noch außer Konkurrenz vor dem Rennen einige Runden auf dem traditionellen Kurs durch die Ardennen drehen und anschließend im VIP-Bereich besichtigt werden. Ein Comeback auf der Rennstrecke hat Schulz für 2009 angekündigt. Dann wird der Bolide des neuen Rennstalls «Veritas-Brabham» den VLN Pokal sowie das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bestreiten. Mit Sven Heidfeld, dem jüngeren Bruder von Formel 1-Fahrer Nick Heidfeld, Uli Baumert und Markus Gutjahr stehen die Fahrer bereits fest.
13 deutsche Meisterschaften
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten drei ehemalige BMW-Mitarbeiter aus alten Komponenten des BMW-328 Sportwagens den Veritas RS gefertigt. Die Rennwagen errangen in verschiedenen Klassen 13 deutsche Meisterschaften sowie 29 erste Plätze. 1951 startete Peter Hirt beim Schweizer Formel 1-Grand-Prix mit einem Veritas Meteor, dem ersten Formel 1-Rennwagen aus deutscher Fertigung.
Allerdings hatte das seit 1948 im Handelsregister eingetragene Unternehmen seinen Höhepunkt überschritten. Nachdem BMW Reste der Firma übernommen hatte, kam 1953 bereits das Aus, ehe der Neuanfang nun wieder gewagt wurde.
Ohne elektronische Hilfen
Damals wie heute waren elektronische Hilfen in dem Rennwagen sparsam gesät. Während ABS und ESP vor 60 Jahren noch Fremdwörter waren, müssen die Ausflüge bis zur Höchstgeschwindigkeit von 347 km/h und die Sprints über 3,6 Sekunden bis Tempo 100 ohne ABS, elektronischer Stabilitätskontrolle (ESP) und Bremskraftverstärker auskommen.
Weitere Modelle folgen
Und auch bei den Motoren schließt sich der Kreis. Angetrieben wird der Veritas RS III von einem 5,0 Liter BMW-Achtzylinder mit manuellem Schaltgetriebe oder einem ebenfalls fünf Liter großen Zehnzylinder mit sequentiellem Schaltgetriebe.
Neben dem RS III wird im kommenden Jahr auch noch ein RS III Coupe sowie ein Veritas GT in Serie gehen - ebenfalls in Kleinserie versteht sich.


