Mit dem Ex-Weltmeister zum Aha-Erlebnis

Ein Fahrsicherheitstraining steht nicht unbedingt auf der Agenda der meisten Autofahrer. Ein Fahrertraining kann neben gesteigertem Selbstvertrauen auch viel Freude bereiten – besonders an der Seite von Walter Röhrl in einem Porsche.

Von Thomas Flehmer

Für viele Autofahrer bedeutet die Fahrschule bereits das Ende der Lehrzeit. Trotz steigender Teilnehmerzahlen fristen zusätzliche Sicherheitstrainings immer noch ein exotische Dasein. «Viele meinen, sie könnten bereits alles. Gut tun würde es aber jedem, die Grenzen seines Fahrzeugs auszuloten», sagte Andreas Hölzel vom ADAC. Der Verkehrsclub bietet zahlreiche solcher Sicherheitstrainings an - für jedes Alter und jede Motorisierung.

Kundenbindung der besonderen Art

Neben den Verkehrsclubs haben aber auch die Autohersteller das Thema Fahrsicherheit entdeckt und bieten kontinuierlich spezielle Einheiten für Kunden und auch Händler an. Für die Unternehmen werden dabei gleich mehrere Ziele angegangen. Zum einen können Kunden - wenn sie das neu Gelernte umsetzen - sich sicherer im Verkehr bewegen. Zum anderen ist ein Training auch immer eine Art der Kundenbindung.

Denn begeistert werden alle Teilnehmer den Parcours verlassen. «Jeder hat sein Aha-Erlebnis», sagt Hölzel. Ein Aha-Erlebnis können auch Porsche-Fahrer bei den vom Stuttgarter Unternehmen angebotenen Sessions auf diversen Hochgeschwindigkeitskursen mitnehmen.

Events meist ausverkauft

Beim Porsche-Fahrertrainings wird gezeigt, wie man auf nassem Untergrund richtig unterwegs ist Foto: Werk

«Klar versucht man, etwas den Kunden anzubieten», sagt Eckhard Eybl, Leiter der Produktpresse von Porsche. Aber es gehe auch darum, dass die Kunden erfahren, was ihr Auto könne. «Und natürlich, was auch der Fahrer selbst kann», so Eybl. Darum bieten die Stuttgarter spezielle Einführungskurse an, die dann aufeinander aufbauen können, bis der von Porsche genannte «Master-Level» erreicht ist. Doch nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch Offroad in Finnland, Dubai, Südafrika, Chile oder Argentinien können Porsche-Liebhaber neu Erkenntnisse hinzugewinnen.

Die Events in Hockenheim, auf dem Nürburgring oder dem ehemaligen Militärflughafen im brandenburgischen Groß Dölln sind immer «ziemlich ausverkauft». Rund 900 Teilnehmer haben bereits im Jahr 2007 ihren Porsche unter der Anleitung der fachkundigen Instruktoren ausgefahren. Diese erklären, wie man eine saubere Linie fährt oder einen Slalomkurs am besten überstehen kann.

Elchtest für den Ernstfall

Porsche-Fahrertraining in Groß Dölln Foto: Werk

Aber auch die berühmt-berüchtigten Elch-Tests dürfen nicht fehlen, sowohl auf trockner als auch auf nasser Fahrbahn. Hier merken die Teilnehmer die besonderen und zumeist überlebenswichtigen Eigenschaften des Elektronischen Stabilisationsprogramms, das bei Porsche PSM genannt wird, kennen.

Und auch das Aha-Erlebnis tritt schnell ein. Wenn diese Simulationen öfters eingeübt werden, kann auch das Ausweichmanöver im Ernstfall viel besser gefahren werden.

Mit Röhrl um die Kurve

Walter Röhrl bei der Arbeit Foto: Werk

Ein Aha-Erlebnis der besonderen Art bietet Walter Röhrl. Der zweimalige Rallye-Weltmeister und vierfache Triumphator der legendären Rallye Monte Carlo driftet mit dem quergestellten Porsche Boxster von Kurve zu Kurve. Während die meisten «normalen» Autofahrer in diesen Situationen wohl kräftiger am Lenkrad anpacken würden, lenkt der mittlerweile 60-Jährige ganz sanft ein und hat dabei noch Zeit zum Plaudern.

Zuvor konnte man selbst den Parcour abfahren und versuchen, die saubere Linie vom Brems- über Einlenk- bis zum Scheitelpunkt zu finden. Natürlich etwas langsamer, natürlich lag das Auto in den Kurven nicht quer.

Selbstvertrauen dank Fahrspaß

Wasserdurchfahrt beim Porsche-Fahrertraining Foto: Werk

Auch wenn es nicht so gut klappt wie bei Röhrl, den Niki Lauda einst ein «Genie auf Rädern» nannte, bereitet das Austesten der eigenen Grenzen viel Freude. Und trotz oder mit Fahrspaß erhält man zugleich das nötige Selbstvertrauen für gefährliche Situation im Alltag.

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