Gerüchte um Vorstandsumbau bei Audi gehen weiter

Kein klares Dementi

Gerüchte um Vorstandsumbau bei Audi gehen weiter
Gruppenbild mit dem A1: So sieht der Audi-Vorstand derzeit aus. © dpa

Die Spekulationen um einen Vorstands-Umbau beim Autobauer Audi reißen auch nach der Hauptversammlung nicht ab. Hierzu würde es „keine Entscheidung“ geben, sagte Audi-Aufsichtsratschef Martin Winterkorn.

Von Frank Mertens

Die Spekulationen um einen Umbau des Vorstands beim Ingolstädter Autobauer Audi halten sich seit Wochen – und sie werden auch nach der Hauptversammlung von Audi am gestrigen Donnerstag in Ingolstadt weitergehen. Denn ein klares Dementi gab es von den Verantwortlichen zu diesen Gerüchten nicht.

Winterkorn: Keine Entscheidungen

Audi-Aufsichtsrats- und VW-Chef Martin Winterkorn sagte zu den Umbauplänen lediglich, dass es „keine Entscheidungen zu Veränderungen im Vorstand“ von Audi geben würde. Wie Winterkorn hibzufügte, wundere sich der Vorstand indes vielmehr häufig selbst über die verschiedenen Spekulationen. Mit einem klaren Dementi hätte Winterkorn indes den Fortgang der Spekulationen beenden können, doch er tat es nicht.

Und so dürfte weiter darüber spekuliert werden, ob Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer durch VW-Marketingchef Luca di Meo ersetzt wird. Mit schlechten Absatzzahlen dürfte eine solche Personalie indes nur schwer zu begründen sein. Denn unter Vertriebschef Schwarzenbauer eilt Audi von Monat zu Monat zu neuen Absatzrekorden. Nachdem der Ingolstädter Autobauer im Vorjahr mit über 1,3 Millionen Fahrzeugen einen neuen Rekordabsatz aufstellen konnte, steuert man auch in diesem Jahr auf einen neuen Bestwert zu.

So konnte Audi in den ersten vier Monaten des Jahres mit über 471.000 Fahrzeugen erneut deutlich zulegen. Schwarzenbauer wartet also mit glänzenden Absatzahlen auf, wird in Ingolstadt von den Mitarbeitern auch wegen seiner menschlichen Art geschätzt.

Dürheimer als Nachfolger von Dick im Gespräch

Daneben wird zudem auch darüber spekuliert, dass der bisherige Entwicklungsvorstand Michael Dick aus Altersgründen Wolfgang Dürheimer Platz machen soll. Dürheimer, einst Porsche-Entwicklungsvorstand, ist indes erst seit Anfang des vergangenen Jahres Chef der Luxusmarken Bentley und Bugatti. Doch dieser Umstand spräche nicht gegen einen Wechsel zu Audi.

Bereits Mitte April hatte das Manager-Magazin über insgesamt vier mögliche Veränderungen im Audi-Vorstand berichtet. Dabei fielen neben Schwarzenbauer und Dick auch die Namen von Audi-Chefeinkäufer Ulf Berkenhagen und Produktionsvorstand Frank Dreves. Von diesem Quartett sollte Berkenhagen als Erster die Ingolstädter verlassen und von VW-Manager Bernd Martens ersetzt werden. Dreves sollte indes noch länger im Amt bleiben, da er den gerade erst beschlossenen Bau des Audi-Werks in Mexiko vorbereiten solle, der im Rahmen der Wachstumsstrategie für Audi eine wichtige Rolle spielt.

Nun bleibt abzuwarten, wann Entscheidungen in diesen Zusammenhang fallen werden. Dass es derzeit keine gibt, heißt ja nicht, dass an den Gerüchten nichts dran ist.

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