Polizei-Problem: Pusten in der Pandemie

Polizei-Problem: Pusten in der Pandemie
Beim Pusten werden Aerosole freigesetzt - und damit womöglich Corona-Viren © Seat

Bei Alkoholkontrollen steigt die Konzentration von Atemluft. In Corona-Zeiten ist das für die Polizei nicht ungefährlich.

Omikron macht Alkoholkontrollen bei Autofahrern schwierig. Zahlreiche nationale Polizeibehörden haben aufgrund der neuen Coronavirus-Variante nicht am europäischen Kontroll-Marathon teilgenommen, der Ende 2021 stattgefunden hat. Lediglich 50 Prozent der Mitgliedsstaaten hatten sich noch für eine Beteiligung entschieden, wie der Verkehrspolizeiverband ROADPOL mitteilt.


Alkoholkontrollen von Autofahrern werden in der Regel über die Messung des Atemalkoholgehalts durchgeführt. Fällt dieser positiv aus, wird je nach Land ein zweiter Atemtest oder eine Blutprobe durchgeführt. Dabei sei für einen Polizeibeamten unmöglich, 1,5 Meter Abstand zu einem Fahrer zu halten, erläutert das niederländische ROADPOL-Mitglied Henk Jansen das Problem.

Bei allen Formen von Atemalkoholtests müsse der betroffene Fahrer seinen Atem durch ein Gerät blasen, woraufhin möglicherweise kontaminierte Aerosole das Gerät verließen und herumwirbelten. „Aufgrund des hohen Infektionsrisikos hat die Polizei Alkohol- und Drogenkontrollen eingeschränkt“, so Jansen. Die Beamten führten in den meisten Fällen keine nicht-selektiven Kontrollen durch, bei denen viele Fahrer in einem kurzen Zeitraum stichprobenartig kontrolliert werden. Stattdessen würden nur Fahrer kontrolliert, die ein verdächtiges Fahrverhalten zeigten.

Beim Alkoholtest-Marathon Ende 2021 wurden in 15 Staaten rund 430.000 Fahrer überprüft. Von diesen standen 10.000 unter Alkoholeinfluss, 2200 hatten andere Drogen konsumiert. Die nächsten europäischen Aktionstage sind für den Mai angekündigt, dann mit dem Fokus auf Bus- und Lkw-Fahrer. (SP-X)

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