Agora Verkehrswende: Priorität auf Schnelllader legen

Ausbau der Infrastruktur

Agora Verkehrswende: Priorität auf Schnelllader legen
Ladestationen von Ionity an der Autobahn. © dpa

Die Agora Verkehrswende fordert beim Ausbau der Ladeinfrastruktur eine Konzentration auf Schnelllader. Zugleich brauche es ein höheres Ausbautempo.

Das geht aus einer am Donnerstag vorgelegten Studie im Auftrag der Agora Verkehrswende hervor. Bei den Schnellladern handelt es sich um Station mit einer Ladeleistung ab 150 kW.


Diese versprächen eine gute Auslastung und könnten am ehesten rentabel betrieben werden. Normalladen sollte hingegen im öffentlichen Raum nur noch für ausgewählte Anwendungen wie elektrisches Carsharing gefördert werden.

15 Millionen E-Autos bis 2030

Die Bundesregierung will den Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur massiv beschleunigen, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Ziel sind mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030 – das ist noch ein weiter Weg.

„Die Bundesregierung muss jetzt die Weichen dafür stellen, dass in neun Jahren 15 Millionen reine E-Autos in ganz Deutschland auf die Straße kommen und bequem Strom laden können“, sagte der Direktor der Agora Verkehrswende, Christian Hochfeld. Wie er hinzufügte, sei es in der „der dynamischen Hochlaufphase“ wichtig, „dass die Ladeinfrastruktur dem Bedarf immer einen Schritt voraus ist. Dafür braucht es staatliche Unterstützung. Ängste über fehlende Lademöglichkeiten hemmen die Entwicklung der Elektromobilität und damit das Erreichen der Klimaziele im Verkehr.“

Nach Auffassung des Verkehrsexperten müsse die Ladeinfrastruktur „nicht zum Flaschenhals für die Elektromobilität werden. Unsere Studie legt nahe, hohe Priorität auf Schnellladen und Wettbewerb zu setzen. Dieser Ansatz sollte sich auch im Masterplan Ladeinfrastruktur, den die Bundesregierung gerade überarbeitet, wiederfinden“.

Höheres Ausbautempo nötig

Bei der Bundesnetzagentur waren zum 1. Dezember 2021 insgesamt rund 51.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge gemeldet. Der Anteil an Schnellladepunkten lag bei rund 15 Prozent. Im vergangenen Jahr war ein Schnellladegesetz beschlossen worden, das 1000 zusätzliche „Schnellladehubs“ vorsieht.

Im Vergleich zum Normalladen erfordere Schnellladen zwar höhere Startinvestitionen, so Agora. Dafür könnten gut zugängliche öffentliche Schnellladepunkte deutlich mehr Strom absetzen. Für die gleiche Lademenge wären weniger Ladepunkte nötig. Der Bedarf an Flächen, die gerade im urbanen Raum knapp sind, wäre bei einer Konzentration auf Schnellladen niedriger. (mit dpa)

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