Es ist ein Schreckensszenario: Man fährt am Stauende auf einen Lkw auf. Doch dessen Unterfahrschutz entfaltet kaum Wirkung.
Der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Unterfahrschutz von Lkw zeigt nach Einschätzung des ADAC keine ausreichende Wirkung bei Auffahrunfällen. In einem Test des Automobilclubs war das System nahezu wirkungslos: Beim Aufprall eines 56 km/h schnellen Pkw auf das hintere Ende des Anhängers riss die Verbindung des Unterfahrschutzes ab, das Auto schob sich unter den Anhänger und wurde bis zur B-Säule aufgerissen.
Ladefläche dringt in Fahrgastzelle ein
Auch ein weiterer Test von Euro NCAP in Großbritannien kam laut ADAC zu einem ähnlichen Ergebnis. Die Ladefläche des Aufliegers drang dabei in die Fahrgastzelle ein. Solche Unfälle enden besonders häufig tödlich, weil die Fahrgastzelle stark deformiert wird und Schutzsysteme wie Gurt oder Airbag kaum wirken.
Getestet wurden von den ADAC-Experten zudem die Notbremsassistenten moderner Pkw. Bei niedrigen Geschwindigkeiten erkannten viele der sieben untersuchten Modelle den Lkw-Nachbau und bremsten rechtzeitig das Fahrzeug ab. Bei Autobahntempo reichte die Technik nach ADAC-Angaben jedoch nicht aus: Bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h hätte keines der Systeme die Kollision verhindern können. Der Club fordert vor diesem Hintergrund strengere Zulassungsvorgaben auf UN-Ebene sowie Unterstützung für die Nachrüstung bestehender Nutzfahrzeuge. (SP-X)



