Spritpreise steigen weiter – Super E10 erreicht neues Allzeithoch

Spritpreise steigen weiter – Super E10 erreicht neues Allzeithoch
Die Fahrt an die Tankstelle bleibt teuer. © dpa

Super E10 ist innerhalb einer Woche um mehr als vier Cent teurer geworden und kostet so viel wie nie zuvor. Auch beim Diesel geht der Preisanstieg ungebremst weiter.

Die Kraftstoffpreise in Deutschland kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Wie die aktuelle wöchentliche Auswertung des ADAC zeigt, ist der Preis für Super E10 innerhalb einer Woche um 4,1 Cent gestiegen. Ein Liter kostet im bundesweiten Durchschnitt inzwischen 2,300 Euro – und damit so viel wie nie zuvor, wie der Automobilclub am Dienstag mitteilte.

Noch kräftiger fiel der Anstieg beim Diesel aus. Der Liter verteuerte sich gegenüber der Vorwoche um 10,1 Cent und kostet nun durchschnittlich 2,422 Euro. Damit liegt Diesel nur noch knapp unter dem bisherigen Allzeithoch vom April 2026.

Ölpreis bei knapp 110 US-Dollar

Als einen Grund für die Entwicklung nennt der ADAC den zuletzt erneut gestiegenen Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit knapp 110 US-Dollar. Doch allein damit lässt sich das hohe Preisniveau an den Tankstellen nach Einschätzung des Automobilclubs nicht erklären. Auch der Euro-Dollar-Wechselkurs könne die Entwicklung nur teilweise rechtfertigen.

Besonders deutlich zeigt sich die Diskrepanz beim Super E10. Der deutschlandweite Tagesdurchschnittspreis erreichte zuletzt an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einen neuen Höchststand. Das ist insofern auffällig, als der Rohölpreis gleichzeitig deutlich unter früheren Spitzenwerten liegt. Ein Vergleich mit Ende April verdeutlicht die Entwicklung: Damals kostete ein Barrel Brent ebenfalls rund 110 US-Dollar. Super E10 war zu diesem Zeitpunkt jedoch für etwa 2,10 Euro je Liter erhältlich. Heute müssen Autofahrer dafür rund 20 Cent mehr bezahlen.

Für Verbraucher ist diese Entwicklung nach Einschätzung des ADAC nur schwer nachzuvollziehen. Der Automobilclub sieht deshalb insbesondere auf Ebene der Raffinerien und des Großhandels weiteren Erklärungsbedarf. Mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette sei notwendig.

ADAC rät zum Tanken vor Mittag

Autofahrer können zumindest beim Zeitpunkt des Tankens Einfluss auf ihre Ausgaben nehmen. Der ADAC empfiehlt, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel auf ihrem niedrigsten Niveau. Gegen 12 Uhr steigen sie anschließend deutlich an und gehen im weiteren Tagesverlauf meist langsam wieder zurück.

Aufgrund der steigenden Spritpreise hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag Entlastungen für Autofahrerinnen und Autofahrer angekündigt. Wie die genau aussehen können, hat der CDU-Politiker dabei nicht gesagt.

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