Elektroautos: Realverbrauch im Winter bis zu 57 Prozent höher

Audi Avant A6 siegt beim Reichweitentest

Elektroautos: Realverbrauch im Winter bis zu 57 Prozent höher
Der Audi A6 e-tron beim Reichweitentest des ADAC. © ADAC/Abgedreht

Die Kälte setzt Elektroautos zu. Das merkt man bei der Reichweite, die bei Minusgraden deutlich abnimmt. Der ADAC hat 14 E-Modelle getestet.

Im Sommer liegt der Verbrauch vielleicht bei 17 oder 18 kWh/100 km oder sogar darunter. Im Winter können es auch je nach Modell locker auch 50 Prozent oder mehr werden. Wie sehr der Akku unter Minusgraden leidet, hat der ADAC jetzt getestet. Dazu hat der Automobilclub 14 familienfreundliche Modelle getestet und geschaut, wie sehr sich Reichweite, Verbrauch und Ladegeschwindigkeit verändern.

Dazu hat der ADAC die getesteten Fahrzeuge auf einer simulierten Strecke von München nach Berlin getestet. Es ist eine Strecke, für die in der Regel zwei Ladestopps notwendig sind. Eigentlich. Doch der Audi A6 Avant e-tron und der Smart #5 schaffen es mit einem einzigen 20-minütigen Ladestopp ans Ziel. Für das Gros der Modelle war jedoch ein zweiter, jedoch kürzer Ladestopp nötig. Obwohl immer mehr Modelle mit 800 Volt unterwegs sind – wie der Smart #5 – bewiesen die Modelle von Tesla als auch von VW, dass man auch flott mit einer 400-Volt-Architektur unterwegs sein kann.

Audi als klarer Testsieger

Beim Test schnitt der Audi A6 Avant e-tron performance (Note 1,9/Preis 77.250 Euro) am besten ab. Nach einer Fahrzeit von 3:49 Stunden und legte er 441 Kilometer zurück – und kommt damit auf einen Verbrauch von 23,2 kWh/100 Kilometer. Entsprechend benötigte er für die 582 Kilometer lange Strecke aus München nach Berlin einen Ladestopp: dank 800 Volt lud er 300 Kilometer in 20 Minuten nach. Ein Bestwert in erzielter und nachgeladener Reichweite. Beim Verbrauch war nur das Tesla Model Y (Note 2,5/52.290 Euro) besser. Es verbraucht trotz Allradantrieb und SUV Form nur 22,2 kWh/100 km und belegt damit den zweiten Platz. Dahinter folgen der Volkswagen ID 7 Tourer Pro (Note 2,7/54.905 Euro) mit einem Verbrauch von 23,3 kWh/100 km und der Smart #5 Premium (Note 2,9(50.900 Euro) mit einem Verbrauch von 28,9 kWh/100 km.

Der Reichweitentest des ADAC: alle Daten im Überblick. Grafik: ADAC

Wie der ADAC mitteilte, kam der Volvo EX90 Twin Motor AWD als teuerstes Modell mit 91.700 Euro in der Gesamtwertung nur auf den vorletzten Platz. Sein Verbrauch lag bei 31,6 kWh/100 km; mit seiner 107-kWh-Batterie kommt er immerhin noch 360 Kilometer weit. Schlechter war nur noch der BYD Sealion 7 Excellence AWD. Mit seiner 91,3 kWh großen Batterie blieb er mit 293 Kilometern Reichweite als einziges Fahrzeug unter der 300-Kilometer-Marke. Sein winterlicher Verbrauch lag bei 35 kWh/100 km.

Wie der ADAC mitteilte, würden die WLTP-Werte bei Temperaturen von 23 Grad und einem moderaten Fahrprofil gemessen. Bei dem nun durchgeführten Test lag der Mehrverbrauch im Winter-Langstreckentest bei 0 Grad und Autobahntempo durchschnittlich 57 Prozent über der WLTP-Angabe. Die stärkste Abweichung gab es beim Hyundai Ioniq 5 mit 69 Prozent, die geringste wies der Tesla Model Y mit 40 Prozent auf. Vor diesem Hintergrund fordert der ADAC neben der WLTP-Angabe auch eine reale Verbrauchsangabe.

Keine Beiträge vorhanden