Autokauf: Frage nach Rabatten spart Tausende Euro

ADAC-Studie

Autokauf: Frage nach Rabatten spart Tausende Euro
Neuwagen von BYD im Hafen von Bremerhaven. © dpa

Händler gewähren beim Autokauf häufig bereits beim ersten Angebot einen Rabatt. Wer dann noch nachfragt, kann noch mehr sparen.

Der Kauf eines Neuwagens wird zunehmend teurer: Selbst Kleinwagen kosten im Schnitt inzwischen mehr als 25.000 Euro – und das sind nur die Listenpreise. Ob und in welchem Umfang Händler beim Preis entgegenkommen, hat der ADAC mit Testkäufern in einer verdeckten Untersuchung geprüft.

Dafür wurden 14 Fahrzeuge online vorkonfiguriert; mit den Angeboten aus den Konfiguratoren führten die Tester anschließend deutschlandweit Verkaufsgespräche in Autohäusern. Pro Modell fanden acht Gespräche in unterschiedlichen Regionen statt. Eine staatliche E-Auto-Förderung blieb in der Auswertung bewusst außen vor, um die reine Rabattbereitschaft von Herstellern und Handel sichtbar zu machen.

Bereits online werden Rabatte ausgewiesen

Auffällig: Schon online wurden bei zwei Marken deutliche Nachlässe angezeigt. Mercedes-Benz wies im Konfigurator einen nicht näher erläuterten Rabatt von gut 5000 Euro aus. Beim chinesischen Hersteller BYD lag der beworbene Abzug bei mehr als 15.000 Euro – darin enthalten waren allerdings 6000 Euro als maximale E-Auto-Förderung, die in der Praxis nicht jeder Käufer erhält.

Im Autohaus zeigte sich eine hohe Rabattquote: In mehr als drei Viertel der Fälle enthielt bereits das erste Angebot der Verkäufer proaktiv einen Nachlass. Weitere 12 Prozent der Gespräche endeten erst nach gezielter Nachfrage mit einem Rabatt. Die Online-Abzüge von Mercedes-Benz und BYD wurden vor Ort nach Angaben des ADAC durchgängig bestätigt. Die durchschnittliche Höhe der Rabatte variierte jedoch stark. Am unteren Ende lag Leapmotor mit im Mittel 243 Euro. Am oberen Ende stand BMW: Dort sank der Kaufpreis im Schnitt um mehr als 11.000 Euro. Als Gründe nennt der ADAC neben unterschiedlichen Vertriebsstrategien auch die Fahrzeugklassen und Listenpreise: Der Kleinstwagen Leapmotor T03 (18.900 Euro) lässt weniger Spielraum, während der für die Studie reichlich ausgestattete BMW iX1 bereits im Konfigurator bei über 62.000 Euro lag.

Bereitschaft zu Rabatten nimmt zu

Mit jeder weiteren Verhandlungsrunde nahm die Bereitschaft zu zusätzlichen Zugeständnissen ab. Bei einer zweiten Nachfrage gewährten nur noch 13 Prozent der Verkäufer einen weiteren Nachlass – vereinzelt aber mit spürbarem Effekt: BMW reduzierte in dieser Stufe im Schnitt nochmals um mehr als 700 Euro, und bei einem Renault-Händler wurde überhaupt erst dann ein Rabatt eingeräumt. Bei einer dritten Nachfrage waren nur noch sechs Prozent zu weiteren Abschlägen bereit; meist fielen die Beträge gering aus, in zwei Fällen lagen sie jedoch noch bei mehr als 1000 Euro.

Unterm Strich lohnt sich Nachfragen: In fast 90 Prozent der Gespräche kam laut ADAC irgendeine Form von Rabatt zustande – oft im vierstelligen Bereich. Die größten Nachlässe gab es meist direkt im ersten Händlerangebot oder auf die erste Nachfrage. Wer vergleichen kann, sollte zudem mehrere Autohäuser derselben Marke ansteuern: Bei Toyota lag die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten gewährten Rabatt bei über 21 Prozentpunkten. Geringe Unterschiede registrierten die Tester dagegen bei Mercedes (dort wurde strikt der Herstellerabzug umgesetzt), BYD (2,4 Prozentpunkte) und Renault (3 Prozentpunkte). Für seine Untersuchung hat der ADAC sieben Verbrenner und sieben E-Autos vorkonfiguriert. Darunter Dacia Duster, VW Golf Variant und Renault Clio sowie BYD ATTO 2, Opel Corsa-e, Skoda Elroq und BMW iX1.

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