12. Februar 2010

Fahrbericht Weltpremiere VW Touareg Hybrid Ein Hauch von grünem Gewissen

Thomas Gottschalk bei der Präsentation des Touareg.
Thomas Gottschalk bei der Präsentation des Touareg. © VW

VW schickt in Kürze den neuen Touareg auf die Straßen. Dann wird es den Geländewagen der Wolfsburger auch mit Hybridantrieb geben. Die Weltpremiere ihres SUV wurde von Europas größtem Autobauer mit viel Brimborium gefeiert.




Von Frank Mertens

Spätestens seit dem vergangenen Jahr weiß man, dass VW nicht mit irgendeiner anderen Marke zu vergleichen ist. Während die Branche bereits vor einem Jahr im März auf dem Autosalon Genf über die Absatzflaute stöhnte und sich einen strikten Sparkurs verordnete, taten die Wolfsburger so, als ob sie das alles gar nichts anginge. Zur Vorstellung ihrer Produktneuheiten ließ Europas größter Autokonzern unter den neidischen Bicken der Mitbewerber Weltstar Pink ein Ständchen für den neuen Polo präsentieren.


Viel Brimborium für ein Auto

Zwar sieht die Branche auch in diesem Jahr einer alles anderen als rosigen Zukunft entgegen, doch das hält Europas größten Autobauer nicht davon ab, seine Autos mit viel Brimborium vorzustellen. Diesmal war der Touareg dran, der mächtige Geländewagen der Wolfsburger. Seine Weltpremiere wurde am späten Mittwochabend in München gefeiert - und dazu hat VW über 500 Medienvertreter anreisen lassen. Sie durften erleben, wie Moderator Thomas Gottschalk in einer Art Late Night Show durch den Abend führte. Das dabei weniger das Auto im Vordergrund stand, als das Entertainment, dürfte vor allem die Vielzahl der geladenen Promis gefreut haben. Sie sollten diesen Abend allein durch ihre Anwesenheit aufwerten - zumindest die Fotografen hat es gefreut. Sie konnten so beispielsweise die Posen der Schauspielerinnen Andrea Sawatzki oder die der Wetterfee irgendeines Privatsenders ablichten.

Ohne Showeffekte lässt sich offensichtlich kein Auto mehr vorstellen. Aber vielleicht ist es auch notwendig, wenn ein Fahrzeug präsentiert wird, das für viele ein fahrender Anachronismus ist. Ein Anachronismus vor allem auch deshalb, weil man ihn häufig dort sieht, wo er als Geländewagen eigentlich deplatziert wirkt: in der Stadt nämlich. Dass das Auto dort seine Bestimmung hat, konnte auch dem Einspielfilm entnommen werden, in dem
die Schauspieler Thomas Heintze und Natalia Wörner durch das nächtliche München fahren und sie liebevoll die Mittelkonsole streichelt.

Ein Hauch von grün

Dass dieses Auto irgendwie nicht so recht zum grünen Image des Konzerns passt, mag man auch bei VW erkannt haben und verpasst dem Touareg nun einen Hybrid, einen Voll-Hybrid, wie Harald Ludanek sagt, Leiter
Gesamtfahrzeugentwicklung bei VW. Mit der Kraft zweier Herzen soll dieser Trum von einem Wagen nur noch 8,2 Liter im Durchschnitt verbrauchen. Für ein Auto dieser Klasse ist dies ohne Frage ein Wort. Lokal emissionsfrei
soll man in dem neuen Hybrid-Touareg übrigens bis Tempo 50 fahren können.

Sinnfrage

Nun mag man über den Sinn und Zweck eines Hybriden streiten, Experten sehen ihn ohnehin nur als Übergangstechnologie, doch immerhin hat VW ihn endlich für das Auto im Angebot, das nicht für Wenige das Abbild einer Dreckschleuder ist. Dass mit innermotorischen Maßnahmen durchaus bessere Verbrauchswerte zu erzielen sind als mit einem Hybrid, zeigen die Verbräuche des Touareg V6 TDI. Er kommt gerade einmal auf einen Verbrauch von 7,4 Litern. Wie Ludanek sagte, sei durch die Verwendung von Leichtbaumaterialien das Gewicht der Basisversion um 208 Kilo gesunken. "Und dass, obwohl wir das Auto mit einer Vielzahl von Assistenztechnologien ausgestattet haben", so Ludanek. Zugleich wurde durch ein verändertes Design auch der cW-Wert verbessert.

Bei der Entwicklung des neuen Touareg habe man den Aspekt der Nachhaltigkeit im Blick gehabt, erzählt Ludanek. Das Ergebnis lasse sich sehen, ist VW überzeugt und verweist selbstbewusst darauf, dass man sowohl mit dem V6 TDI und dem Hybrid die europaweit sparsamsten Benzin- und Diesel-Geländewagen der großen Klasse präsentiert. Mit Blick auf die Verbrauchswerte wurde auch der serienmäßige Allradantrieb modifiziert. Während die Grundversion ein selbstsperrendes Torsenverteilergetriebe verfügt, können alle die, die auf Offroad stehen. optional ein Verteilergetriebe inklusive Untersetzungsstufe sowie einem jeweils bis zu 100 Prozent sperrendem Mitten- und Hinterachsdifferential ordern. Damit sollen Steigungen von 45 Grad möglich sein. Nicht schlecht, auch wenn man dort, wo der Touareg zumeist eingesetzt wird, in der Stadt nämlich, vor derartigen Herausforderungen nicht stehen wird.

Der Hybridantrieb übrigens dürfte vor allem in den USA gut ankommen. Dort steht man bekanntlich auf Alternative Antriebe, insbesondere auch auf einen Hybrid. Der in den USA lebende Schauspieler Thomas Kretschmann (Der Pianist), auch er einer der von VW eingeflogenenen VIP-Gäste in München, jedenfalls lobte diese Art des Fahrens nachdrücklich.






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