3. Juni 2011

Fahrbericht Bereits 18.000 Vorbestellungen VW Tiguan: Neuer alter Bestseller

Der VW Tiguan ist Marktführer im Segment
Der VW Tiguan ist Marktführer im Segment © VW

Mitte des Monats ist es soweit. Dann rollt der neue VW Tiguan zu den Händlern. Die Kunden scheinen auf den Kompakt-SUV der Wolfsburger geradezu gewartet zu haben, denn es liegen bereits 18.000 Vorbestellungen vor.




Von Frank Mertens

Die kleinen Geländewagen liegen voll im Trend. Da helfen keine Einwände, dass das Fahren eines SUVs ja nun wirklich nur etwas für diejenigen ist, die tagtäglich abseits befestigter Straßen unterwegs sind und entsprechend ein solches Auto benötigen.

Alles Quatsch, werden die Käufer eines SUV sagen. Warum sollten sie sich auch vom Kauf eines solchen Autos abhalten lassen? Nur weil sie es so gut wie nie mit ihm ins Gelände fahren? Natürlich nicht. Sie schätzen allein die Option, dies tun zu können, wenn sie es nur wollten. Doch allein das macht den Reiz dieser Wagengattung nicht aus. Daneben sorgt die erhöhte Sitzposition mit der Weitsicht aufs Verkehrsgeschehen für ein gutes, ja ein sicheres Gefühl. Allein deshalb lohnt sich für viele die Anschaffung eines SUV – und der Bestseller unter diesen kompakten Geländewagen ist seit Jahren der VW Tiguan, der ab Mitte dieses Monats mit einem Facelift auf den Markt kommt.


Bereits 18.000 Vorbestellungen

Seit seinem Marktstart im Herbst 2007 hat sich der Tiguan weltweit 600.000 Mal verkauft, in Deutschland war er 2010 im Segment der kompakten SUV mit einem Marktanteil von rund 21 Prozent der Bestseller. Auf den neuen Tiguan scheinen die Kunden geradezu gewartet zu haben. Noch bevor der facegeliftete Tiguan überhaupt beim Händler steht, liegen dem Wolfsburger Autobauer bereits 18.000 Vorbestellungen vor.

Das Cockpit des VW Tiguan
Das Cockpit des VW Tiguan © VW

Optische Veränderungen gab es am neuen Tiguan an der Frontpartie mit einer neuen Kühlergrill-Verkleidung. Am Heck fallen die zweigeteilten Rückleuchten ins Auge. Ansonsten muss man aber schon recht genau hinschauen, um die Änderungen mitzubekommen. Die wichtigsten Änderungen finden sich ohnehin unter dem Blechkleid. Hier kommen nicht nur neue Assistenzsysteme wie Müdigkeitswarner oder Spurwechselassistent zum Einsatz, sondern vor allem legten die Wolfsburger Wert auf effiziente Motoren.

BlueMotion Technologien an Bord

Die Seitenlinie des VW Tiguan
Die Seitenlinie des VW Tiguan © VW

So sind alle sieben in Europa erhältlichen Motorisierungen mit der BlueMotion-Technologie erhältlich, verfügen somit unter anderem über ein Start-Stopp-System und einen Rekuperationsmodus. Das macht, so lobt sich VW selbst, den Tiguan zu einem der weltweit sparsamsten SUV´s. Wirklich? Für den 2.0 TDI mit 110 PS wird ein Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern versprochen, für den von uns getesteten 2.0 TDI mit 140 PS mit Allradantrieb, bei VW 4Motion genannt, sollen es nur 5,8 Liter sein. Das ist die Theorie. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Nicht viel schlechter. Gut, die in Aussicht gestellten 5,8 Liter sind es nicht geworden, doch mit den auf dem Bordcomputer angezeigten 6,3 Litern kann man ausgesprochen zufrieden sein.

Der Vierzylinder-Commonrail-Diesel verrichtet dabei seine Arbeit ausgesprochen unaufgeregt. Seine Laufruhe ist bemerkenswert, seine Leistungsentfaltung ist okay. Denn ein Ausbund an Sportlichkeit ist der Tiguan mit seinen 140 PS nicht. Es dauert zwar nur 10,2 Sekunden bis Tempo 100, doch bei Überholvorgängen könnte der Tiguan etwas dynamischer zur Sache gehen. Doch wer hier mehr verlangt, für den bieten die Wolfsburger auch den 2.0 TSI mit 210 PS. Aber der muss es wirklich nicht sein.


Das Heck des VW Tiguan
Das Heck des VW Tiguan © VW

Unser Testwagen machte – von dem fehlenden Quäntchen Dynamik abgesehen - seine Sachen rundherum gut. Das maximale Drehmoment von 320 Nm liegt zwischen 1750 bis 2500 Umdrehungen in der Minute an. Das Sechsganggetriebe arbeitete ohne Beanstandungen. Wer mag, für den steht auch das 7-Gang-DSG optional zur Verfügung. Es kostet zwar 1825 Euro Aufpreis, doch das Geld ist gut investiert. Die Lenkung vermittelt eine gute Rückmeldung zur Straße und das Fahrwerk des Tiguan arbeitet ohne Fehl und Tadel. Trotz seiner höheren Karosserieform ist selbst von leichten Wankbewegungen nichts zu spüren, so muss es sein.

Der Innenraum ist so, wie man es von den Wolfsburgern kennt: Die Qualität stimmt, die Instrumente sind einfach, geradezu intuitiv zu bedienen. Man steigt ein und findet sich halt auf Anhieb zurecht. Dass der Tiguan auch als Familienkutsche taugt, beweist sein großzügiges Platzangebot – selbst Großgewachsene finden im Fond bequem Platz. Der Spaß, einen Tiguan zu fahren, beginnt bei 24.175 Euro. Für unseren Testwagen werden in der Ausstattungsvariante Trend und Fun exakt 30. 000 Euro aufgerufen. Das ist viel Geld, ohne Frage. Doch an dem Erfolg des neuen Tiguan dürfte auch das nichts ändern. Der Kompakt-SUV bringt alles mit, um in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.






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