3. Mai 2011

Fahrbericht Schweres Erbe VW Golf Cabrio: Bügelfreier Sonnengenuss

Zehn Jahre Pause sind für das VW Golf Cabrio genug
Zehn Jahre Pause sind für das VW Golf Cabrio genug © VW

Das VW Golf Cabrio kehrt nach zehn Jahren Pause zurück. Technisch auf dem neuesten Stand müssen sich die Freiluftliebhaber und Anhänger der Vorgängermodelle auch von einem optischen Merkmal verabschieden.




Von Benjamin Palm

Für einen Ausflug "oben ohne" bei strahlendem Sonnenschein ist die neue Generation des VW Golf Cabrio wie geschaffen. Der offene Kompaktklässler gibt sich äußerlich geliftet und technisch auf dem Stand der Zeit. Und vermittelt ebenso viel Lust auf eine Freiluft-Fahrt wie seine Vorgänger. Zu Preisen ab 23.625 Euro können bis zu vier Personen ab Mitte Juni das Open Air-Vergnügen genießen.


Kein Erdbeerkörbchen mehr

Die größte optische Neuerung: Der mittlerweile Kult gewordene Überrollbügel, der den früheren Cabrios liebevoll den Namen "Erdbeerkörbchen" eingebracht hat, ist mit der aktuellen Modellgeneration verschwunden. Um ihre Sicherheit brauchen die Insassen dennoch nicht zu fürchten. Im Falle eines Überschlags fahren in Sekundenbruchteilen automatisch Bügel aus dem Chassis und bewahren vor stärkeren Verletzungen. Ansonsten folgt die offene Version weitgehend dem Design der dreitürigen, geschlossenen Golf-Modelle. Die Windschutzscheibe steht flacher und das Heck ist natürlich stufig, die Front wurde dagegen nahezu unverändert übernommen.

Weiterhin schützt ein Stoffverdeck vor Regen. Und wer die Sonne genießen will, drückt auf den zwischen den beiden Vordersitzen angebrachten Knopf. Binnen neun Sekunden verschwindet die schwarze Mütze dann elektrisch hinter den Rücksitzen und gibt den Blick gen Himmel frei. Genauso lang dauert der Schließvorgang, der genauso wie das Öffnen auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h funktioniert. Ziehen Regenwolken auf, kann im Stadtverkehr so ohne Zwischenstopp das Softtop geschlossen werden, von Windgeräuschen ist im Innenraum dann nichts mehr zu hören.

Gutes Kofferraumvolumen

Kaum Luftverwirbelungen im VW Golf Cabrio
Kaum Luftverwirbelungen im VW Golf Cabrio © VW

Auf dem bequemen und gut konturierten Fahrersitz weht im offenen Zustand selbst großgewachsenen Personen nur wenig Wind um das Haupt. Wird das optionale Windschott eingebaut, gehen die Luftverwirbelungen im Innenraum gar gen null. Nichts trübt dann des Fahrers Blick auf den vorausfahrenden Verkehr oder auf die vielen Bedienknöpfe im übersichtlichen Cockpit.

Ohne Windabweiser können selbst Erwachsene auf den beiden Rücksitzen Platz nehmen. Durch die weit vorschiebbaren Vordersitze gelingt der Einstieg in den Fond problemlos, die Kopffreiheit bei geschlossenem Verdeck ist beachtlich. Nur lange Beine stoßen an die Vordersitze. Der Kofferraum fasst bei offenem und geschlossenem Verdeck 250 Liter Gepäck, das entspricht zwei bis drei Reisetrolleys.

Vier Benziner und zwei Diesel

Freude erleben im offenen VW Golf Cabrio
Freude erleben im offenen VW Golf Cabrio © VW

Die Qual der Wahl hat der Käufer bei der Motorisierung. Für die offene Version des Kompaktklässlers sind insgesamt vier Benziner und zwei Dieselaggregate verfügbar, die ein Leistungsspektrum zwischen 77 kW/105 PS und 155 kW/210 PS abdecken. Bereits der benzingetriebene 1,2-Liter-Turbodirekteinspritzer mit 77 kW/105 und vier Zylindern erlaubt ein zügiges Vorankommen. Im Stadtverkehr wird problemlos mitgeschwommen, die Autobahngeschwindigkeit von 130 km/h ist ebenfalls drin.

Souveräner agiert jedoch der ab Herbst erhältliche, größere Vierzylinder, der aus 1,4 Litern Hubraum 90 kW/122 PS schöpft. Genüssliche Touren entlang der Küstenstraße erlaubt dieser Motor genauso wie ein Ausflug in die Berge; keine Steigung scheint ihm zu schwierig zu sein. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 197 km/h. Selbst schnell gefahrene Kurven, in denen das Fahrzeug leicht über die Achse drückt, werden gemeistert. Der Normverbrauch von 6,4 Litern Super auf 100 Kilometern geht in Ordnung.

Schweres Erbe

Das VW Golf Cabrio tritt ein schweres Erbe an
Das VW Golf Cabrio tritt ein schweres Erbe an © VW

Wer lange die Sonne genießen will, wählt den 1,6-Liter-Einstiegsdiesel. Bei einer Leistung von 77 kW/105 PS genehmigt er sich in Verbindung mit der optionalen "Blue Motion"-Spritspartechnik mit Start-Stopp-System und Schaltanzeige nur 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Das schont den Geldbeutel. Und das Plus aller Motoren: Sie sind laufruhig und leise, wichtig beim offenen Fahren.

Das neue Golf Cabrio tritt ein schweres Erbe an. Die Vorgänger haben sich rund 680 000 Mal verkauft. Doch die Chancen stehen gut, dass der schon jetzt bestellbare Neue ähnlich erfolgreich wird. Trotz aufgefrischter Optik verspricht der offene Kompakte weiterhin unbändigen Sonnengenuss mit stimmigen und technisch modernen Motoren, einem hohen Maß an Sicherheitsausstattung und einem durchaus akzeptablen Preis für einen Viersitzer "oben ohne". (mid)

Bilderschau vom VW Golf Cabrio






Mehr zur Marke VW

Basis für den DieselskandalDeutsche Autohersteller unter Kartellverdacht

Das Unheil für deutsche Autobauer wird erweitert. VW und Co. sollen sich samt Zulieferern laut einem Medienbericht abgesprochen haben - auch der Dieselskandal könnte so begonnen haben.


Audi rüstet 850.000 Einheiten umVW-Chef Müller setzt sich für Diesel ein

Volkswagen-Chef Matthias Müller glaubt an eine Zukunft des Dieselmotors. Derweil liefert Audi ein Software-Update für 850.000 Fahrzeuge mit Sechs- und Achtzylinder-TDI.


China mit VerlustenVW nach erstem Halbjahr mit leichtem Zuwachs

Der VW-Konzern konnte im ersten Halbjahr des Jahres seine weltweiten Auslieferungen leicht steigern. Mit knapp 5,2 Millionen Fahrzeugen legt man um 0,8 Prozent zu.



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.