10. Februar 2010

Fahrbericht Nutzfahrzeuge VW will Marktanteil erhöhen

VW Amorak
VW Amorak © VW

Der VW-Konzern hat sich bei den Nutzfahrzeugen einiges vorgenommen. So soll der Marktanteil deutlich erhöht werden, dazu beitragen soll auch der Pick-Up Amarok.




Jährlich werden 15 Millionen Nutzfahrzeuge weltweit verkauft. Nur 350 000 Einheiten steuert VW dazu bei. Nun will die in Hannover ansässige VW-Tochter ihren Anteil bei den Nutzfahrzeugen deutlich erhöhen. Das ist das Hauptziel von Wolfgang Schreiber, seit wenigen Tagen neuer Markenvorstand von VW Nutzfahrzeuge. Zu den mittelfristigen Maßnahmen zählt Schreiber die Einrichtung eines zweiten Produktionsbandes im Stammwerk Hannover, wie er bei der Vorstellung des Amarok in Argentinien erklärt. Der in der Nähe von Buenos Aires gebaute Pick-up trägt ab sofort mit 100 000 Einheiten jährlich zur VW-Offensive bei. Es ist der erste komplett von VW entwickelte Pick-up. Vorher gab es nur eine sehr eingeschränkte Kooperation mit Toyota beim Taro.


Südamerika Hauptmarkt

Der Löwenanteil der Amarok-Produktion wird in Südamerika bleiben, aber auch Afrika und der mittlere Osten sind wichtige Absatzregionen. Nach Deutschland werden vorsichtig geschätzt rund 3 000 Fahrzeuge kommen. Der für Pick-ups bedeutende US-Markt wird vorläufig ausgespart, weil der Amarok laut Schreiber für Nordamerika ein bis zwei Nummern zu klein sei.

Mit dem Amarok «begeben wir uns in ein neues Umfeld, in dem wir nicht unbedingt willkommen sind, was die Konkurrenz angeht», meint Schreiber. Um auf dem Markt erfolgreich zu sein, legt der VW-Manager größten Wert auf die Robustheit des neuen Produkts. Außerdem bieten wir überlegene Offroad-Eigenschaften, ergänzt er. Die «Preise werden sich am Hauptwettbewerber im jeweiligen Markt orientieren». In Deutschland hat VW den Toyota Hilux fest im Blick. Sein Einstiegspreis liegt bei gut 27 000 Euro und in dieser Region soll auch der Amarok starten.

Bislang steuert die Nutzfahrzeugsparte von VW neben dem Transporter T5 aus Hannover den Caddy aus Polen bei. Außerdem gehört der mit dem Sprinter von Daimler weitgehend baugleiche VW Crafter aus den Produktionsstätten Düsseldorf und Ludwigsfelde dazu. Mit dem Amarok kommt im dritten Quartal der Pick-up zunächst als Doppelkabine nach Deutschland und ab Anfang 2011 als Einzelkabine

Segment vernachlässigt

VW hat wichtige Fahrzeugsegmente und Märkte lange Zeit vernachlässigt. Vom Geschäft profitieren vor allem im Transporterbereich seit Jahrzehnten andere - Toyota weltweit, Peugeot/Citroen und Fiat europaweit. Bei Vans, Kleinbussen, Geländewagen und Pick-ups sind japanische und amerikanische Marken in vielen Märkten führend. Um Toyota als weltweite Nummer eins bis 2018 abzulösen, so das selbst auferlegte Ziel der Wolfsburger, muss VW ab sofort auch auf dem Nutzfahrzeugsektor kräftig Gas geben. (mid)






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