15. August 2011

Fahrbericht Sondermodell Ocean Race Volvo XC60 D5 AWD: Speziell für Segler

Das Sondermodell Volvo XC60 Volvo Ocean Race ist trotz hohen Gewichts recht agil
Das Sondermodell Volvo XC60 Volvo Ocean Race ist trotz hohen Gewichts recht agil © Volvo

Volvo segelt voraus. Mit dem Sondermodell XC60 D5 AWD Volvo Ocean Race verwandeln die Schweden das Kompakt-SUV in einen Geländesegler, der aber aufgrund des Preises auch nur die maritime Kundschaft ansprechen wird.




Von Thomas Flehmer

Volvo engagiert sich seit zehn Jahren beim Volvo Ocean Race. Die knapp neun Monate dauernde Weltumseglung mit High-Tech-Segelschiffen ist ein Klassiker im maritimen Kalender, der aber wohl bei den meisten Nichtseglern nicht unbedingt rot unterstrichen wird. Volvo macht mit der speziellen Sondermodell-Reihe "Ocean Race" auf die als eine der härtesten Prüfung im Segelsport geltenden Regatta, dem früheren Whitbread-Race, aufmerksam.


Premium-Kabine

So versprühen die Modelle in "Volvo Ocean Blue" oder im vornehmen "Electric Silver" den Glanz von Wind und Weite. Im Innenraum sollen spezielle Lederpolsterungen und Türverkleidungen an einen exklusiven Aufenthaltsraum unter Deck erinnern. Bei der verchromten Mittelkonsole fragt sich aber zunächst jeder, ob diese zerkratzt wurde. Erst auf dem zweiten Blick kann der Betrachter erkennen, dass die Maserungen im Chrom einer speziellen Linie folgen. Und auch die umständliche Bedienbrakeit des Navigationssystems passt nicht so gut hinein.

Doch die Nähte im Lederpolster oder die Alu-Applikationen an den Fußmatten überdecken die "zerkratzte" Mittelkonsole, die Sitze bleiben dagegen für etwas korpulentere Personen ein wenig zu konturlos, zarte Personen hingegen rutschen gut hinein. Insgesamt aber wird der schwedische Hersteller dem selbst gestellten Premium-Anspruch vollauf gerecht.

Trotz knapp zwei Tonnen agil

Premium-Atmosphäre im Innenraum des Volvo XC60
Premium-Atmosphäre im Innenraum des Volvo XC60 © Volvo

Das lässt sich auch vom Motor behaupten. Der Fünfzylinder mit 2,4 Litern Hubraum wurde überarbeitet und hat bei einer Leistung von 158 kW / 215 PS nun fünf PS mehr als davor. Die fünf Extra-Pferde machen sich bei der Beschleunigung nicht bemerkbar, denn auch zuvor war das Aggregat nicht gerade schwach besetzt. Die 440 Newtonmeter liegen bereits bei 1500 Kurbelwellenumdrehungen an. So ist selbst ein Turboloch bei der Beschleunigung nicht festzustellen. Da auch die 2100 Euro teure Sechsgang-Automatik gut durchschaltet, sind die 100 km/h bereits nach 8,1 Sekunden erreicht.

Auf der Autobahn macht der immerhin mindestens 1941 Kilogramm schwere XC60 erst bei 205 km/h schlapp. Und auch auf der Landstraße gibt sich das Kompakt-SUV trotz seines Gewichtes äußerst agil. Wird auf das sportliche Fahren verzichtet, können die angegebenen 6,8 Liter Diesel im Bereich des Möglichen liegen. Und der XC60 eignet sich gut als Cruiser, der gemütlich über den Asphalt segelt.

Eher Mittelmeerhafen als Brandenburger Acker

Ins Gelände wird es den Volvo XC60 nur selten ziehen
Ins Gelände wird es den Volvo XC60 nur selten ziehen © Volvo

Auch dem Einsatz im Gelände steht nichts entgegen. Aber gerade die edlen Sondermodelle werden eher die Boulevards der Mittelmeerhäfen entlangflanieren als im brandenburgischen Sand Matsch und Dreck an den Lack kommen zu lassen.

Denn der XC60 D5 AWD Volvo Ocean Race, wie der Geländewagen vollständig tituliert wird, kann mit allerlei nützlichen und komfortablen Accessoires ausgestattet werden, damit der Aufenthalt an Bord so angenehm wie möglich ist.

Sehr lange Aufpreisliste

Lange Aufpreisliste für den Volvo XC60
Lange Aufpreisliste für den Volvo XC60 © Volvo

Neben einem 1300 Euro teuren Audiopaket fließen weitere 1350 Euro in den Kauf des Panorama-Glasdachs, 1950 Euro kostet das Fahrerassistenz-Paket mit Abstandstempomat, Brems- und Totwinkelassistent, sowie Müdigkeitswarner. Elektrisch einstellbare Sitze schlagen mit 1590 Euro zu Buche, das Fahrdynamikpaket mit einer geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung verschlingt 1350 Euro.

Weitere optionale Kosten im vierstelligen Bereich fallen für das Komfort-Paket (1450 Euro), das Entertainment-System für die Rücksitze (1900 Euro) sowie das Sicherheits-Komfortpaket mit Alarmanlage 1150 Euro und das Winterpaket mit beheizbaren Fahrer- und Beifahrersitzen (1100 Euro).

Exklusiver Status

Angesichts dieser – nur unvollständig aufgezählten – langen Liste verteuert sich das ursprünglich 41.930 Euro teure Modell auf 60.850 Euro. Trotz des Fahrspaßes und der Leistungsentwicklung dann doch ein Preis, den sich nur manche Mitglieder von Segelclubs leisten können, die ihre maritime Überzeugung auch auf der Straße demonstrieren wollen. So wird das Sondermodell den exklusiven Status einnehmen, den auch das Volvo Ocean Race inne hat – sehr hochpreisig und nur eine spezielle und monetär unabhängige Klientel interessiert sich dafür.






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