1. August 2011

Fahrbericht Truckergefühle beim Starten Mazda BT-50: Im Windschatten des VW Amarok

Für die Landwirtschaft ist der Mazda BT-50 gut geeignet
Für die Landwirtschaft ist der Mazda BT-50 gut geeignet © AG/Flehmer

Das Segment der Pickups fristet in Deutschland ein Nischendasein. Der Mazda BT-50 bildet da keine Ausnahme. Als Familienkombi ungeeignet bleibt für den japanischen Konkurrenten des VW Amarok nur die Nutzfahrzeugsparte.




Von Thomas Flehmer

Im vergangenen Jahr herrschte kurzzeitig Auftrieb im Segment, als VW mit dem Amarok in das Segment der Pickups einstieg. Doch die Aufregung hat sich wieder gelegt. Während sich in Amerika die Fahrzeuge mit der Ladefläche großer Beliebtheit erfreuen, beschränkt sich der Einsatz der kleinen Lastfahrzeuge in diesen Landen auf Gewerbekunden und echte Anhänger.


Spartanischer Innenraum

Auch der Mazda BT-50 fristet sein Dasein in der Nische. Der fünf Meter lange Pickup, aus der früheren Kooperation mit Ford noch mit dem Ranger fast identisch, reiht sich dabei ein in die Riege Mitsubishis L200, Toyota Hilux oder Nissan Navara ohne groß aufzufallen. Während der Dodge Ram eine imposante Erscheinung darstellt, fährt der Mazda eher bescheiden vor. Eine große Kabine, eine 1,75 Meter lange und 1,46 Meter breite Ladefläche, das war es. Von den Bestrebungen der Nutzfahrzeugbranche, die Lastfahrzeuge etwas komfortabler in Richtung Pkw zu gestalten, ist hier nichts zu sehen.

Ebenso bescheiden geht es im Cockpit zu. Hier ist alles spartanisch eingerichtet, was den Vorteil hat, dass alle Knöpfe und Instrumente leicht bedienbar sind. Bei der Bedienung des zuschaltbaren Allradantriebes hilft das Handbuch ebenso leicht. Das muss auch sein, da der kleine Hebel links neben dem Schaltknüppel sitzt und während der Fahrt schon mal benutzt wird, obwohl der Fahrer einen der fünf Gänge hoch oder runterschalten wollte.

Starker Motor

Gute Bedienung dank geringem Komfort
Gute Bedienung dank geringem Komfort © Mazda

Die Gänge selbst lassen sich gut einlegen und selbst die Beschleunigung scheint schneller voranzugehen als es die 12,5 Sekunden von Null auf 100 km/h vermuten lassen. Beim Motor nämlich spielt der BT-50 seine Stärken aus.

Der 2,5 Liter große Turbodiesel agiert mit seinem maximalen Drehmoment von 330 Newtonmetern bei 1800 Umdrehungen pro Minute äußerst kraftvoll. Hier ist kaum ein Unterschied zum Pkw zu merken, zumindest, wenn der 1,8 Tonner nur wenig von den möglichen 1225 Kilogramm Zuladung an Bord hat. Er verdeutlicht damit aber auch, dass er mit dem zulässigen Gesamtgewicht von knapp drei Tonnen keine großen Probleme beim Antrieb haben dürfte.

Truckergefühle beim Starten

Gut motorisiert ist der Mazda BT-50 unterwegs
Gut motorisiert ist der Mazda BT-50 unterwegs © AG/Flehmer

Die 105 kW/ 143 PS reichen für das kleine Nutzfahrzeug vollkommen aus. Bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 158 km/h soll der Mazda ziehen. Auf der Autobahn schlug die Tachonadel aber bei 180 km/h am Ende des Geschwindigkeitsmessers an. Die linke Spur kann deshalb auch ohne Gewissensbisse genommen werden, auch deshalb weil Lenkung und Fahrwerk kaum Schwankungen aufweisen.

Knappe zehn Liter fließen dann auf 100 Kilometern durch die Schläuche, wenn zwischen der angegebenen und tatsächlichen Höchstgeschwindigkeit der Wagen bewegt wird. Der Motor des Pickup verhält sich dabei überraschend sehr leise. Nur beim Anlassen und auf den ersten Metern denken die Insassen in einem Truck zu sitzen, weil der Motor stark nagelt und der Schalthebel vibriert.

Die Passagiere in der zweiten Reihe des Mazda BT-50 müssen etwas leiden
Die Passagiere in der zweiten Reihe des Mazda BT-50 müssen etwas leiden © Mazda

Den Passagieren in der zweiten Reihe gefällt die lange Reise dagegen nicht so sehr. Anstatt Sitze sind Polster auf dem Blech montiert und auch die Beinfreiheit ist so gut wie nicht gegeben. Es sieht ein wenig nach Strafbank im Eishockey aus. Lediglich Kinder, die noch im speziellen Kindersitz transportiert werden, haben ihre Freude daran, da sie so auch gut durch die Fenster schauen können.

Für kleine Ausflüge oder Transportwege durch die Stadt können sich auch erwachsene Personen mit der schmalen Position anfreunden. Im Stadtverkehr benötigt der Mazda-Transporter gute 8,6 Liter. Wer sich also für einen Pickup entscheidet, sollte als Privatperson auch genügend Gegenstände haben, mit denen die Ladefläche auch bestückt werden kann, denn als Kombi kann der BT-50 nicht herhalten. Und dann wären 29.490 Euro für die Topvariante BT-50 L-Cab Toplands 4x4 recht teuer. Und selbst 4100 Euro weniger für die Basisversion lohnen sich nur, wenn die Ladefläche häufig benutzt wird. So wird die Nischenfunktion zumindest hier in Deutschland wohl weiter bestehen bleiben.






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