1. Februar 2011

Fahrbericht Abschiedsfahrt des Wankelsportlers Mazda RX-8: Reste vom Besten

Der Mazda RX-8 befindet sich auf Abschiedsfahrt
Der Mazda RX-8 befindet sich auf Abschiedsfahrt © Mazda

Hier und da steht er noch beim Mazda-Händler: der RX-8. Wer den sportlichen Japaner mit Alltagsnutzwert und dem seltenen Wankelmotor ergattern möchte, muss sich beeilen.




Von Silke Koppers

Bei ausgesuchten Automobilhändlern können Sportwagen-Fans noch das ein oder andere Exemplar des viertürigen Mazda RX-8 ergattern. Laut Hersteller befinden sich momentan noch rund 70 Vorführmodelle und Tageszulassungen bei den Händlern, die auf einen Käufer warten. Denn die mit Wankelmotor betriebene 170 kW/231 PS starke Legende wird vom Hersteller seit vergangenem Jahr nicht mehr in Europa angeboten. Die Preisliste für Neuwagen startet bei 38.190 Euro.


Ungehemmte Drehfreude

Der Motor ist das Herzstück des Fahrzeugs, denn kein anderes aktuelles Pkw-Modell verfügt über einen Wankelantrieb. Dieser beeindruckt vor allem mit seiner ungehemmten Drehfreude: Erst bei sagenhaften 10.000 Touren endet der rote Bereich des Drehzahlmessers. Und die Drehzahl ist es auch, was den Hecktriebler auf Trab hält: Jenseits der 5000er-Marke geht er flotter ab als es die nominelle PS-Zahl vermuten lässt. In 6,4 Sekunden geht es von null auf 100 km/h, das Spitzentempo liegt bei 234 km/h - und das alles ohne Turboaufladung.

In Verbindung mit dem prima zu schaltenden Sechsganggetriebe lässt es sich mit ihm bestens über die Landstraßen oder Autobahnen brausen. Allerdings neigt das Hinterteil des Japaners bei plötzlichem Lastwechsel in der Kurve erstaunlich früh zum Ausbruch, wird aber vom serienmäßigen ESP schnell wieder eingefangen. Ein kompromissloser Sportwagen ist der RX-8 trotzdem nicht. Eher ein durchaus komfortbetontes Coupé, mit dem man auch gemütlich im sechsten Gang über die Autobahn gleiten kann.

Großer Durst

14 Liter schluckt der Mazda RX-8 gerne auf 100 Kilometern
14 Liter schluckt der Mazda RX-8 gerne auf 100 Kilometern © Mazda

Die logische Kehrseite des drehfreudigen Wankels ist seine große Schluckfreude beim Kraftstoff und Motoröl. Zwar wurde der Spritverbrauch vom Hersteller mit 11,2 Litern Super angegeben was einem CO2-Ausstoß von 299 Gramm je Kilometer entspricht, doch in der Praxis genehmigt sich der RX-8 auch gern 14 Liter Kraftstoff.

Dafür besitzt der Japaner eine weitere Eigenschaft, die immer noch wenige Sportler vorweisen können: vier Türen. Dabei sind die Fondtüren gegenläufig zu den vorderen Türen angebracht. Öffnet man beide Klappen auf einer Seite sieht man, dass es keine B-Säule gibt. Das sieht nicht nur raffiniert aus, es gewährt den Fondpassagieren auch einen mühelosen Einstieg.

Sportler mit Alltagsqualitäten

Der Innenraum des Mazda RX-8 ist voll alltagstauglich
Der Innenraum des Mazda RX-8 ist voll alltagstauglich © Mazda

Ein Stück weiter geschaut, fällt der eher wohnlich eingerichtete Innenraum des 2+2-Sitzers auf. Bequeme Sportsitze, Pedale und Rundinstrumente in Aluminiumoptik, eine ansprechend wie funktional gestaltete Mittelkonsole und ein aufgeräumtes Cockpit erfreuen die Insassen. 2,70 Meter Radstand und 290 Liter Kofferraumvolumen verleihen dem RX-8 schon fast Alltagsqualitäten. Wer also noch einen RX-8 ergattert, besitzt fortan nicht nur einen Antriebsexoten, sondern auch einen sportlichen Wagen, der für jeden Tag in Form ist. (mid)






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