22. November 2010

Fahrbericht Mazda 3 1.6 l MZ-CD Erzwungener Neueinstieg beim Mazda 3

Der Mazda 3 erhielt einen neuen Dieselmotor
Der Mazda 3 erhielt einen neuen Dieselmotor © Mazda

Die ab 1. Januar 2011 gültigen Normen machen es möglich. Mazda hat den Einstiegsdiesel beim Erfolgsmodell Mazda 3 modifiziert.




Von Thomas Flehmer

Ab dem 1. Januar 2011 heißt es Abschied nehmen. Dann müssen alle Neuwagen die Euro 5-Norm aufweisen. Während es sich bei manchen Modellen wirtschaftlich nicht lohnt, in die höhere Stufe herübergeführt zu werden, ist es bei anderen Fahrzeugen durchaus sinnvoll. Bei Mazda hat der Wankelsportler RX-8 vor den neuen Normen kapituliert, beim 3er spendiert der japanische Hersteller dagegen einen neuen Einstiegsdiesel, um auch ab dem kommenden Jahr einen geeigneten Einstieg für den Kompakten im Programm zu haben.


Sechs Gänge und bessere Einspritzung

Heraus kam der überarbeitete 1.6 l MZ-CD, der nun die Euro 5-Norm erfüllt. Dafür wurden an dem Selbstzünder diverse Stellschrauben gerichtet. Zum einen spendierten die Japaner einen sechsten Gang, der besonders auf Autobahnfahrten den Verbrauch mindern soll. Das neue Getriebe ist zudem drei Kilo leichter als der Vorgänger. Gleichzeitig wurde die Struktur der Nockenwelle, die nun auch vier Kilo weniger auf die Waage bringt, geändert.

Ebenso wurde das Einspritzsystem optimiert. Die Einspritzzeit und -menge kann nun besser gesteuert werden, sodass ein höheres Drehmoment und ein niedrigerer Verbrauch zu Buche stehen. 4,4 Liter auf 100 Kilometern gibt Mazda an. Ob die im Alltag gehalten werden können, konnte auf den ersten Testkilometern durch viele Serpentinen nicht ermittelt werden. Letztendlich kommt es auf jeden einzelnen Fahrer an, den angegebenen Werten so nahe wie möglich zu kommen. Ein Start-Stopp-System hilft dabei noch nicht.

Bypass für schnellere Erwärmung

Dem Mazda 3 wurde ein Bypass gelegt
Dem Mazda 3 wurde ein Bypass gelegt © Mazda

Dem Abgasrückführungskühler wurde ein Bypass gelegt, sodass der kompakte Japaner nach dem Kaltstart schneller auf Betriebstemperatur kommt. Zudem verbauten die Ingenieure einen neuen Turbolader, der mit dazu beiträgt, das Drehmoment um 30 Newtonmetern auf nunmehr 270 zu erhöhen, die zwischen 1750 und 2700 Kurbelwellenumdrehungen anliegen. Auch sind nunmehr sechs PS mehr an Bord. Der Partikelfilter wurde erneuert, ist jetzt wartungsfrei und benötigt nun kein Additiv mehr. Der Einstiegsdiesel steht nun mit 115 Pferden zum Start bereit.

Recht geschmeidig fährt der 3er an, elf Sekunden benötigt der mindestens 1255 Kilogramm schwere Mazda für den Spurt aus dem Stand zur 100 km/h-Marke. Die Gänge lassen sich gut einlegen, sind aber recht weit auseinander. Aber der Kompaktwagen ist nunmal kein Sportler, trotzdem ist man mit dem Mazda recht flott unterwegs und muss auch vor Überholvorgängen keine Bange haben. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 186 km/h erreicht, der Motor aus der Kooperation mit Ford und PSA Peugeot Citroen arbeitet dabei ruhig und gibt sich solide. Dass es sich um einen Diesel handelt, ist zu hören, aber sehr dezent.

Geschmeidiges Fahrwerk

500 Euro günstiger als der VW Golf ist der Mazda 3
500 Euro günstiger als der VW Golf ist der Mazda 3 © Mazda

Das Fahrwerk ist traditionell sehr geschmeidig, auch schnittige Kurvenfahrten bereiten den Insassen keine Ängste. Sie sitzen weiterhin bequem in den gut konturierten Sitzen. Bedauerlicherweise wurde nur an die Optimierung des Motors gedacht, eine bessere Sicht nach hinten tut weiterhin Not, aber da muss man auf die neue Generation des Erfolgsmodells warten.

Bis dahin müssen 20.390 Euro für den Einstieg in die Selbstzünderwelt des Mazda 3 berappt werden. Das sind knapp 500 Euro weniger als beim kleinsten Golf, der aber über zehn PS weniger verfügt.












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