25. November 2011

Fahrbericht Systemleistung über 343 PS Lexus GS 450h: Viel Freude im Hybrid-Boliden

Viel Fahrfreude vermittelt der Lexus GS 450h
Viel Fahrfreude vermittelt der Lexus GS 450h © Lexus

Lexus hat beim neuen GS 450h mehr als nur einen Schritt nach vorn gemacht. Die Sportlimousine wird trotz zahlreicher Verbesserungen an Antrieb und Fahrwerk günstiger als das Vorgängermodell ausfallen.




Von Jens Meiners

Ungerührt pariert die große Limousine die schnellen Lenkbewegungen, sie fliegt mit minimaler Seitenneigung durch die engen Kurvenkombinationen des Ortega Highway östlich von Laguna Beach. Der Druck aufs Gaspedal wird mit unerbittlichem Schub beantwortet. Wir befinden uns im neuen Lexus GS 450h, und wohl noch nie haben wir so viel Freude am Volant eines Hybridfahrzeugs gehabt.


Kapazitätsstarke Akkus beim Lexus GS 450h

Mit einer Systemleistung von 252 kW/343 PS und deutlich verringertem Gesamtgewicht - das neue Modell bringt noch 1820 Kilogramm auf die Waage - darf sich der neue Lexus ohne Abstriche unter den Sportlimousinen einreihen. Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 5,9 Sekunden, die Spitze liegt bei abgeregelten 250 km/h. Für die Kraftübertragung auf die Hinterräder sorgt ein stufenloses Getriebe, das ausgesprochen flink auf die Befehle des Fahrers reagiert. Das Beschleunigungserlebnis ist dank der Boost-Funktion des kompakten Elektromotors von ungewöhnlicher Heftigkeit, und der Effekt lässt sich nochmals steigern, wenn ein klar definierter Druckpunkt im Gaspedal überschritten wird.

Im Gegensatz zu anderen Hybridfahrzeugen - auch aus dem eigenen Konzern - besitzen die Akkus beim neuen GS 450h so viel Kapazität, dass sich das Spiel praktisch unbegrenzt häufig wiederholen lässt. Vor diesem Hintergrund beinahe unglaublich niedrig ist der Normverbrauch von nur 5,9 Litern Sprit pro 100 Kilometer. Auch in der Praxis bleiben die Verbräuche fast immer im einstelligen Bereich - wobei ein ausgedehnter Autobahn-Test allerdings noch aussteht.

Hervorragendes Fahrwerk arbeitet im Lexus GS 450h

Beim Lexus GS 450h müssen keine Abstriche gemacht werden
Beim Lexus GS 450h müssen keine Abstriche gemacht werden © Lexus

Die herausragenden Fahrleistungen korrespondieren mit einem Fahrwerk, mit dem den Japanern gegenüber dem Vorgängermodell ein entscheidender Schritt nach vorn gelungen ist. Als Benchmark fungierte der BMW 5er - und fahrdynamisch sind beim Lexus praktisch keine Abstriche mehr zu machen. Schon das Serienfahrwerk zeichnet sich durch ausgesprochen gutmütiges Verhalten bis in den Grenzbereich aus. Die elektrische Servolenkung arbeitet exakt und leichtgängig, lediglich das Bremspedal wirkt gefühllos. Bei der sportlichen Variante GS 450h F-Sport ist zudem eine Allradlenkung an Bord, mit der sich die Spurstabilität in sehr schnell gefahrenen Kurven nochmals merklich verbessert.

Der neue Lexus gibt sich auf Wunsch aber auch komfortabel: Wenn man sich nicht gerade im trockenen Sport-Plus-Modus bewegt, werden Fahrbahnunebenheiten souverän hinweggefiltert. Dabei bleibt der GS jedoch angenehm straff und orientiert sich damit eher am Münchner Vorbild als an der Konkurrenz aus Stuttgart-Sindelfingen. Die Fahrgeräusche bewegen sich auf sehr niedrigem Niveau.

Futuristische Armaturentafel im Lexus GS 450h

Im cockpit des Lexus GS 450h fühlen sich die Insassen gut aufgehoben
Im cockpit des Lexus GS 450h fühlen sich die Insassen gut aufgehoben © Lexus

Mit seiner futuristischen Armaturentafel und einem extrem großen Zentralbildschirm von 12,3 Zoll setzt der GS auch stilistisch Akzente. In der Mittelkonsole ist ein Kontrollelement im Stil einer Computermaus angebracht, mit der sich der Cursor auf dem Bildschirm intuitiv steuern lässt.

Das Hybrid-Angebot in der oberen Mittelklasse ist nach wie vor spärlich; gegenüber dem jüngst vorgestellten Audi A6 Hybrid zeigt der Lexus GS 450h einen deutlich sportlicheren Charakter; spannend wird der Vergleich mit dem kommenden BMW 5er Active Hybrid. Für Elektro-Skeptiker hat Lexus auch noch den GS 250 mit dem 154 kW/209 PS starken Benziner aus der IS-Baureihe im Angebot. Damit ist der Lexus zwar ausreichend motorisiert und im Handling nochmals leichtfüßiger, mit 8,9 Litern Normverbrauch allerdings auch erheblich durstiger. Den kernigen GS 350 mit 233 kW/317 PS starkem Benziner gibt es in Westeuropa nicht.

Neuer Lexus GS 450h günstiger als Vorgängermodell

Die Preise für den Lexus GS 450h werden bei 55.000 Euro beginnen
Die Preise für den Lexus GS 450h werden bei 55.000 Euro beginnen © Lexus

Ab dem Frühsommer steht der GS 250 für rund 45.000 Euro in der Preisliste; der GS 450h dürfte unter 55.000 Euro kosten und damit deutlich günstiger als die in jeder Hinsicht unterlegene Vorgängergeneration sein, die momentan ab 60.810 Euro in der Preisliste steht. (SP-X)






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