25. Januar 2011

Fahrbericht Überarbeitetes Kinetic-Design Ford Focus: Gut bestückt auf VW Golf-Jagd

Die dritte Generation trägt das aufgefrischte Kinetic-Design
Die dritte Generation trägt das aufgefrischte Kinetic-Design © Ford

Ford startet die dritte Generation des Focus. Der völlig neu überarbeitete Kompaktwagen ist diesmal als Weltmobil unterwegs - in Europa orientieren sich die Kölner am Klassiker aus Wolfsburg.




Von Thomas Flehmer

Aller guten Dinge sind drei. Mit der dritten Generation versucht Ford einen erneuten Angriff auf den VW Golf. "In Europa orientieren wir uns eher am Golf als am Opel Astra", gab Deutschland-Geschäftsführer Wolfgang Booms die Parole aus. In der Tat konnte der Kompakte aus Köln in manchen Monaten den Klassiker aus Wolfsburg auf europäischem Terrain von der Spitze stoßen, in Deutschland ist dies dagegen undenkbar. Hier geht der Zweikampf mit dem Opel Astra in die nächste Runde.


Sportlicherer Auftritt

Dafür wurde der Focus, der seit seiner Markteinführung 1998 über zehn Millionen Mal verkauft wurde, völlig neu entwickelt. Das Kinetic-Design wurde modernisiert, die Trapezlinien sind geblieben, hinzu kamen zwei weitere Trapez-Grille, die den sportlichen Auftritt des Focus verstärken. Auch die Scheinwerfer wurden lang gezogen und spitz gezogen. Die Schulterlinien an der Seite wurden stärker konturiert. Ab der B-Säule, die mit einer neuen Stahlkombination noch steifer gefertigt wurde, senkt sich das Dach stärker in Richtung Heck, um eine trendige Coupé-Linie anzudeuten.

Das Heck selbst setzt die Design-Elemente der Front fort. Die Heckleuchten – ohne LED-Technik – sind ebenso spitz und langgezogen wie die Frontscheinwerfer. Und auch die Heckklappe des um 21 Zentimeter auf insgesamt 4,36 Meter gewachsenen Fünftürers sieht äußerst schnittig aus. Unter der Klappe stehen gute 363 Liter Kofferraumvolumen beim Fließheck zur Verfügung. Die Limousine kommt auf 475 Liter, der Kombi beginnt bei 490 Litern.

Zahlreiche Fahrassistenten im Paket

Die Mittelkonsole des Ford Focus wirkt recht pompös
Die Mittelkonsole des Ford Focus wirkt recht pompös © Ford

Und auch der Innenraum ist neu gestaltet. Die Instrumente sind dem Fahrer zugeordnet. Ein neues Navigationssystem, eine neue CD-Radio-Kombination verleihen der Mittelkonsole ein anderes, kompakteres Aussehen. Das große Lederlenkrad gibt den Blick auf die ebenfalls neu gestaltete Instrumententafel mit Mitteldisplay, bei Ford Humane Machine Interface (HMI) genannt, frei.

Gut gelungen sind die Sitze, die bequem sind und dabei enorm viel Seitenhalt dank der gut gestalteten Backen geben. So kann auch eine längere Fahrt genossen werden. Ihren Anteil am Wohlfühlen haben auch die Fahrassistenzsysteme, die ihre Premiere im Focus feiern. Ein Einpark-Assistent ist ebenso an Bord wie ein Spurhalte-Assistent, Verkehrsschilder werden erkannt, das Fernlicht automatisch geregelt und bei Müdigkeit des Fahrers schreitet die Elektronik auch ein. Hinzu kommt ein angesichts knapp bemessener Fensterflächen absolut sinnvoller Totwinkel-Assistent. Und auch eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnsystem kann geordert werden.

Agile Kurvenfahrten

Der Ford Focus Turnier wird hierzulande häufig geordert
Der Ford Focus Turnier wird hierzulande häufig geordert © Ford

Dagegen ist ein Start-Stopp-System zumindest beim 1.6 EcoBoost sowie den Dieselmotoren serienmäßig an Bord und senkt so den Verbrauch auf sechs Liter Super, was einem CO2-Ausstoß von 139 Gramm pro Kilometer entspricht. Dabei kann der 110 kW/150 PS starke Benziner sein sportliches Design auch recht gut auf die Straße übertragen. Der Sprint aus dem Stand bis Tempo 100 ist innerhalb von 8,6 Sekunden geschehen und Tempo 210 km/h als Höchstgeschwindigkeit ist auch nicht zu verachten.

Das traditionell gute Fahrwerk bei Ford wurde weiter optimiert. So sorgt die elektrische Servolenkung für ein absolutes genaues Verhalten, was besonders auf der Landstraße zugute kommt. Dort kann der Focus die Kurven sehr agil angehen. Auch, weil dort das so genannte "Torque Vectoring", das wie eine elektronische Differenzialsperre dem Focus zur Traktion verhilft.

Ab 17.850 Euro

Sportlichere Seitenlinien kennzeichnen den Ford Focus
Sportlichere Seitenlinien kennzeichnen den Ford Focus © Ford

Aber auch ein gemütliches Gleiten bei 160 km/h auf der Autobahn bietet der Kompakte, der ab April zu einem Preis ab 17.850 Euro zu erwerben ist. Für den von uns gefahrenen 1,6 l EcoBoost mit einem gut schaltenden Sechsgang-Getriebe müssen mindestens 21.350 Euro in der Ausstattungsvariante Trend ausgegeben werden. Die Topversion Titanium erfordert weitere 2000 Euro. Dann kann der dritte Angriff auf den Golf beginnen, zumindest auf europäischer Ebene.






Mehr zur Marke Ford

Achte Generation des KleinwagensFord preist Fiesta neu ein

Ford stellt ab Juli den neuen Fiesta ins Schaufenster. Die Basisvariante ist dabei geringfügig teurer geworden, dagegen geht es bei den stärker motorisierten Varianten zum Teil günstiger zu.


Kleinwagen mit 200 PSFord Fiesta ST: Warten auf die Rennsemmel

Auf dem Autosalon in Genf enthüllt Ford den Sportler der neuen Fiesta-Generation. Doch bis die kleine Rennsemmel auf den Straßen zu sehen ist, wird erst einmal noch Weihnachten gefeiert.


Messen der FahrtüchtigkeitFord feiert Karneval auch ohne Hangover

Weiberfastnacht hat den ein oder anderen heute schon mit Kopfschmerzen aufstehen lassen. Ford misst im so genannten Hangover-Anzug, ob die Fahrtüchtigkeit schon wieder hergestellt ist.



Mehr aus dem Ressort

Der Kia Sorento Masterpiece kostet über 60.000 Euro
Auf 200 Exemplare limitiertes SUVKia Sorento Masterpiece: Das Meisterstück als Krönung

Mit dem Sorento nahm Kia in Europa Fahrt auf. Ganz klar, dass die Koreaner dem zum Imageträger avancierten Geländegänger ein besonderes Meisterstück widmen.


Mazda hat den CX-5 nur äußerlich scheinbar unverändert gelassen
Erstmals Zylinderabschaltung beim SUVMazda CX-5: Bestseller auf Golf-Wegen

Die zweite Generation des Mazda CX-5 hat sich auf den ersten Blick im Vergleich zur ersten Auflage nicht großartig verändert. Doch der unternehmenseigene Bestseller hat sich grundlegend gewandelt.


Suzuki schickt den Swift in die sechste Generation
Sechste Generation des KleinwagensSuzuki Swift: Beschwingt in Richtung Vierziger

Suzuki offeriert ab dem 13. Mai die sechste Generation des Swift. Dank einer Plattformdiät lässt sich der Kleinwagen nun viel agiler und sicherer über die Straßen bewegen.