23. Juni 2016

Fahrbericht Erstmals mit Turbomotor VW Up: Neue Wege Richtung smarte Jugend

VW hat dem Up frischen Elan verpasst Fotos ▶
VW hat dem Up frischen Elan verpasst © VW

Mit dem Facelift verliert der VW Up seine zuvor gezeigte biedere Nützlichkeit. Der neue Kleinstwagen soll die jungen Kunden mit Individualisierung und stärkerem Motor locken.




Von Thomas Flehmer

Der Smart hat es vorgemacht. Der Kleinstwagen der Daimler-Tochter bietet nicht nur Nutzen im Stadtverkehr, sondern will auch mit poppigen Farben auffallen. Als Volkswagen vor fünf Jahren den Up ins Rennen schickte, fiel der lediglich 3,60 Meter kleine Viersitzer nur deshalb auf, weil halt ein völlig neues Auto die Straße belebte.

Fünf Jahre und rund 660.000 Verkäufe später müssen die Wolfsburger etwas mehr bieten, um den Up ab September nicht nur bei sozialen Diensten oder anderen Flotten zu kleineren Gewinnen verkaufen zu können.


VW Up sprintet unter zehn Sekunden

Der neue Turbomotor mit 66 kW/90 PS spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn der Kleinstwagen nun erstmals zwangsbeatmet wird. Dank Turbopower reist der Up damit die zehn Sekunden-Marke beim Sprint – wenn auch nur äußerst knapp um ein Zehntel. Egal, ebenso wie die 185 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit, die der etwas über eine Tonne auf die Waage bringende Up nun schafft.

In der Stadt dagegen muss sich Wolfsburgs Kleinster, der auch weiterhin mit Erdgasantrieb und als Elektroauto im Regal steht, nicht mehr mit dem letzten Platz beim Ampelstart begnügen, sondern kann – natürlich nur wenn gewünscht – für eine Überraschung bei der Konkurrenz sorgen. Dank der kleinen Ausmaße mit einer Breite von 1,65 Metern ohne Außenspiegel ist die Suche nach der Parklücke im urbanen Umfeld zumeist von Erfolg gekrönt.

VW gestaltet Fahrwerk komfortabler

Den Preis für den kleinsten Wendekreis muss der Up aber dem Smart überlassen. Mit 9,8 Metern ist der VW gut einen Meter weiter unterwegs als der Viersitzer der Daimler-Tochter. Natürlich hat der Smart Vorteile mit seinem Heckmotor.

Dagegen passt sich das komfortabler gestaltete Fahrwerk gut dem um sechs Zentimeter in der Länge gewachsenen Up, der weiterhin mit den Konzerngeschwistern Skoda Citigo und Seat Mii in Bratislava gefertigt wird, an. Agierte der Vorgänger teilweise noch recht hart, so werden Stöße nun gut abgefedert und man kann die Fahrt in den für einen Kleinstwagen gut konturierten Sitzen genießen.

Zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten beim VW Up

In poppigen Farben fährt der VW Up vor
In poppigen Farben fährt der VW Up vor © VW

Auch bei der äußeren und inneren Gestaltung ist VW auf den smarten Geschmack gekommen. Zum einen erhält die Front durch das Wabendesign des kleinen Kühlergrills in Kombination mit dem LED-Tagfahrlicht einen sehr viel schärferen Charakter und legt damit die Zierlichkeit des Vorgängers ab. Viel wichtiger aber sind die Individualisierungsmöglichkeiten, die nun den Kunden zur Verfügung stehen.

13 verschiedene Außenfarben – davon sieben ganz neue Farben - , drei Dachfarben, zehn unterschiedliche Dashpads-Designs, zehn Dekorfolien, sieben Sitz-Designs reichen für zahlreiche unterschiedliche Kombinationen. Neue Felgendesigns und Außenspiegelfarben erhöhen die Möglichkeiten, damit der Up nicht sofort als Einsatzfahrzeug im Dienste der Menschheit erkennbar ist.

Dock-Station für Smarthone

Auch der Innenraum wird durch die diversen Kombinationsmöglichkeiten bunter. Doch das reicht nicht nur der jugendlichen Kundschaft nicht. Natürlich muss es Möglichkeiten für die Verbindung mit dem Smartphone geben. Im Up kann das Smartphone per App im Auto angedockt werden und dann per „Maps and More“ als Navi oder Bordcomputer dienen. Auch funktioniert das Smartphone dann als Touchscreen mit Handschrifterkennung.

In der neuen Ausstattungslinie Up beats ist ein 300 Watt starkes Soundsystem mit sieben Lautsprechern vom Kooperationspartner Beat mit an Bord, der auch dank eines Subwoofers die 2,41 Meter im Innenraum in eine kleine Disco verwandelt.

Aufpreis für Turbo lohnt sich

14.600 Euro kostet die kleine Disco mit dem neuen Topmotor, der mit seinen 90 PS und fünf Gängen erst in der zweiten Ausstattungsvariante Move Up bei 12.350 Euro startet und in der Linie High Up mindestens 13.700 Euro kostet. Damit ist der Turbo je nach Ausstattungslinie bis zu 1300 Euro teurer als der kleinste Benziner mit 60 PS.

Trotzdem lohnt sich der Aufpreis für die 30 PS mehr, vermittelt doch der Dreizylinder eine Menge mehr an Fahrspaß. Und auch der Verbrauch von 4,4 Litern hält sich im Vergleich zum 60 PS starken Benzinern mit 0,3 Litern Mehrverbrauch in Grenzen.

Doch bei den Preisen bleibt es natürlich nicht. Die Ausstattungsliste sieht noch Klimaanlage, Glasschiebedächer, Multifunktionslenkrad oder Parkpilot mit Rückfahrkamera und halt noch die diversen Individualisierungen vor, die es natürlich nicht kostenlos gibt. Auch das hat Smart vorgemacht.






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