8. Mai 2014

Fahrbericht Nachfolger des Golf Plus VW Golf Sportsvan: Der variante Golf

VW hat den Nachfolger des Golf Plus als Sportsvan komplett neu definiert. Fotos ▶
VW hat den Nachfolger des Golf Plus als Sportsvan komplett neu definiert. © VW

VW hat das Konzept des VW Golf Plus völlig umgekrempelt. Heraus kommt mit dem Sportsvan die variabelste Variante der kompakten Baureihe.




Von Thomas Flehmer

Der Mief sollte vertrieben werden. Vornehmlich als Seniorenauto war der Golf Plus aufgrund seiner hohen Sitzposition verschrien. Immerhin 20 Prozent des gesamten Golf-Absatzes machte der Plus in Deutschland aus – und damit zwei Prozent mehr als der Variant. Der Plus-Nachfolger Sportsvan soll den Erfolg nun mindestens bestätigen. "Wir haben ein komplett neues Fahrzeug konzipiert ohne die Stärken des Vorgängers zu vernachlässigen", sagt Stefan Gies, Leiter der Fahrzeugentwicklung.


VW Golf Sportsvan variabelste Variante in Golf-Reihe

Herausgekommen ist die variabelste Variante der kompakten Baureihe im Vergleich zum klassischen Golf und zur Variant genannten Kombi-Version. Denn der Sportsvan ist sozusagen der Platz-Hirsch, auch wenn die Vergleiche hin zur B-Klasse von Mercedes nicht abzuweisen sind. Geblieben ist das Hochsitzkonzept, das besonders Fahrer und Beifahrer nicht nur älteren Semesters bevorzugen.

Auch hinten sitzen die bis zu drei Personen ohne Hindernisse an Knien, Beinen oder Kopf. Denn obwohl der Sportsvan flacher aussieht als der Golf Plus, hat der doch die Höhe gehalten, wurde dafür fünf Zentimeter breiter. Der Radstand wurde um elf Zentimeter verlängert und ist somit im Vergleich zur Limousine und Kombi jeweils fünf Zentimeter länger. So lassen sich auch längere Fahrten bequem aushalten.

Frisches Design für den VW Golf Plus

Der Clou, den der Sportsvan gegenüber dem Kombi bietet, ist das variable Sitzkonzept der Rückbank, die um bis zu 18 Zentimeter verschoben werden kann. Somit kann auch das Volumen des Gepäckraumes, das in der Basis genau wie der fast 23 Zentimeter längere Kombi 500 Liter aufweist, individuell bis zu 1520 Litern ausgeweitet werden – und somit gerade mal 100 Liter weniger als im Golf Variant, gerade für junge Familien ein Pluspunkt.

Doch die Alltagstauglichkeit für die neue Zielgruppe allein reicht nicht aus. Der bieder wirkende Golf Plus konnte in der Design-Gunst noch hinter den Sympathie-Werten des Touran eingeordnet werden - und das soll schon etwas heißen. Der Nachfolger ist nun dank seiner veränderten Maße vom Design her schon auf den ersten Blick dynamischer ausgefallen und könnte so auch die Herzen nicht nur der Familienväter erweichen.

VW Golf Sportsvan TDI Bluemotion benötigt 3,6 Liter

Die Rücksitze können um bis zu 18 Zentimeter verschoben werden
Die Rücksitze können um bis zu 18 Zentimeter verschoben werden © VW

Auch bei den Motoren werden die sportlicher ausgerichteten Fahrer vollkommen ausreichend bedient – besonders durch die drei neuen Aggregate, die bis zu 20 Prozent sparsamer im Vergleich zum Golf ausgefallen sind. Sparfuchs ist dabei der 81 kW/110 PS starke Bluemotion-Diesel, der sich mit 3,6 Litern auf 100 Kilometern begnügen soll, was einem CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer entspricht.

Ein Sprintvermögen von 11,3 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h unterstreichen deutlich, dass der spritsparende Sportsvan auch seine dynamischen Seiten zeigen kann. Wobei man von zu hohen sportlichen Ambitionen nicht ausgehen sollte. Aber die Kraft, die auch durch das bei 1500 Umdrehungen anliegende Drehmoment dem 4,34 Meter langen Sportsvan beschert, reicht allemal.

VW Golf Sportsvan profitiert vom MQB

Zahlreiche Assistenten unterstützen den VW Golf Sportsvan
Zahlreiche Assistenten unterstützen den VW Golf Sportsvan © VW

Etwas spritziger geht es bei dem 1.4 TSI mit 92 kW/125 PS 110 kW/150 PS zu. Hier sind nach knapp zehn Sekunden beziehungsweise 8,8 Sekunden die 100 erreicht und bei 200 oder 212 km/h endet erst der Vortrieb. Dank der adaptiven Fahrwerksregelung kann der Golf Sportsvan auf die jeweiligen Fahrsituationen eingestellt werden. In der Stadt lohnt sich der Komfort-Modus, auf der Landstraße kann auf Sport umgestellt werden, um die schon sehr direkte Progressivlenkung weiter zu trimmen oder zu dämpfen.

Wie bei der Limousine und beim Kombi profitiert auch der Sportsvan vom Modularen Querbaukasten (MQB), sodass auch weitere Assistenten wie der Abstandstempomat ACC oder der Lane Assist auch im Sportsvan untergebracht wurden. Premiere feiert zudem Ausparkassistent, der beim rückwärts ausparken auch Fahrzeuge aus dem Querverkehr erkennt und eigenständig eine Bremsung einleitet.

VW Golf Sportsvan ab 19.000 Euro

Der Sportsvan ist gut 2000 Euro teurer als der klassische VW Golf
Der Sportsvan ist gut 2000 Euro teurer als der klassische VW Golf © VW

Der Golf Sportsvan bietet so für Jung und Alt eine zahlreiche Auswahl an Möglichkeiten. Begrenzt wird die Auswahl durch den Preis. Bei 19.000 Euro startet der Sportsvan und somit gut 2000 Euro später als die Limousine und knapp 600 Euro nach dem Kombi. Wer dann noch in den Genuss von einen der drei neuen Motorisierungen kommen möchte, muss zwischen 24.125 und 28.350 Euro anlegen. Hinzu kommen dann noch die Assistenzsysteme und andere Annehmlichkeiten, die das Autofahren weiter verschönern, wenn genug Kies im Portemonnaie vorhanden ist. Mancher Mief geht leider nie flöten.






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