29. Dezember 2014

Fahrbericht Günstige Fahrerassistenzsysteme VW Golf Sportsvan 1.4 TSI BMT: Schönes Plus

Der VW Golf Sportsvan soll auch jüngeres Publikum ansprechen. Fotos ▶
Der VW Golf Sportsvan soll auch jüngeres Publikum ansprechen. © VW

Der VW Golf Sportsvan soll als Nachfolger des Golf Plus mit einem dynamischeren Design auch mögliche Kunden jenseits der "Generation Silber" ansprechen. Doch auch die Anhänger des früheren Hochdachmodells kommen auf ihre Kosten.




Von Thomas Flehmer

Die Fangemeinde war überschaubar. Groß gewachsene Personen möchten den Platz, ältere Autofahrer die erhöhte Sitzposition des VW Golf Plus. Kombiniert mit einem nicht ganz so starken Motor erfüllte der Plus die Stützstrumpfposition in der Autoindustrie. Mit dem Nachfolgemodell wollten die Wolfsburger sich nun auch jüngeren Käuferschichten öffnen, was mit dem Golf Sportsvan auch doppelt geglückt ist. Denn trotz des dynamischeren Namens erfüllt der neue Kompakte auch die Ansprüche der früheren Plus-Fans.


Erhöhte Sitzposition auch im VW Golf Sportsvan

Denn trotz eines flacheren Daches bleibt eine erhöhte Sitzposition garantiert, wenn auch nicht mehr ganz so hoch wie im Vorgängermodell. Doch die bis zu 1,58 Meter hohe Dachlinie muss sein, um den sportlicheren Charakter des Neuen zu erreichen. Und immerhin: Der Sportsvan ist dafür 14 Zentimeter länger als der Plus. Und das kommt auch den hinten sitzenden Personen zugute, die vielleicht vorher den Plus gefahren haben und nun im Sportsvan fast schon Limousinen-Komfort genießen können.

Dank des Längenzuwachses wildert der Sportsvan auch noch im eigenen Haus. Denn 590 Liter reichen ganz nah an die 605 Liter des Variant heran. Und variantenreich gibt sich VW im hinteren Bereich, können die Rücksitze doch um 18 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden, sodass der Sportsvan für die Familie oder als reiner Transporter genutzt werden kann.

VW Golf Sportsvan sportlich wie gemütlich

Die Fahrt im VW Golf Sportsvan kann genossen werden
Die Fahrt im VW Golf Sportsvan kann genossen werden © VW

Egal, wer oder was sich hinter dem Fahrer befindet. Er und sein Co-Pilot finden auch genügend Platz vor und können den gebotenen Komfort der Wolfsburger genießen. Denn das Cockpit des Sportsvan gleicht dem der Geschwister und lässt so schnell Fahrspaß aufkommen – vor allem mit dem 110 kW/150 PS starken 1.4 TSI Bluemotion Technology, mit dem innerhalb von 8,8 Sekunden Tempo 100 erreicht ist – natürlich nur für die, die es so schnell möchten.

Die Gemütlicheren können auch langsamer der Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h entgegenfahren. Denn der Sportsvan kann zum einen seinem Namen entsprechen, zum anderen auch als Cruiser genutzt werden. Dann wird auch der Geldbeutel geschont. Denn mit dem Bluemotion Technology-Paket und der Siebengang-Doppelkupplung konnten die angegebenen 5,5 Liter fast erreicht werden - bei vorausschauender Fahrweise und bei Abschaltung der Energie fressenden Systeme.

Jammern auf hohem Niveau beim VW Golf Sportsvan

Wie der Lenkradheizung, die für den Fahrer mit der Sitzheizung kombiniert wurde. Leider strahlen beide unterschiedliche Temperaturen aus, sodass am verlängerten Rückgrat erste Hitzeblasen auftraten während an den Händen gerade die letzten Eisstücke abtropften. Jammern auf hohem Niveau.

Dieses hohe Niveau wird auch bei den Assistenzsystemen gehalten, die als Sonderausstattung geordert werden können. Dank Spurhalteassistent, automatischer Distanzregelung und City-Notbremsfunktion konnten die Hände auf dem Sitzpolster gewärmt werden – das Auto fuhr allein – bis das System nach kurzer Zeit dazu aufforderte, dass die Hände wieder das Lenkrad umfassen. Vom autonomen Fahren kann man also träumen – wichtiger aber ist, dass die Systeme volle Sicherheit vermitteln.

Günstige Fahrerassistenzsysteme für den VW Golf Sportsvan

Voll ausgestattet müssen über 40.000 Euro investiert werden
Voll ausgestattet müssen über 40.000 Euro investiert werden © VW

Da VW in den Testwagen nicht nur Sicherheitssysteme, sondern auch Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, ein adaptives Fahrwerk, Lederausstattung und Soundsystem sowie Navigationssystem in die von vornherein nicht schlecht bestückte Variante "Highline" hineingepackt hat, liegt auch der Preis auf einem hohen Niveau und wächst von 29.525 Euro auf 41.711 Euro.

Zur Ehrenrettung muss gesagt sein, dass die Sicherheit spendenden Systeme dabei fast die kleinste Rolle spielen. Die Automatische Distanzregelung ACC inkl. City-Notbremsfunktion und "Front Assist", Fahrzeugstopp-Funktion kostet 265 Euro, der "Blind Spot"-Sensor inkl. Ausparkassistent und Spurhalteassistent "Lane Assist" 870 Euro, der Parklenkassistent "Park Assist" inkl. "ParkPilot" 200 Euro. Diese wichtigen Kosten sollten für den jüngeren Sportsvan-Kunden auch noch zu wuppen sein, die Älteren werden sich die 2315 Euro für das Navigationssysteme oder die 1650 Euro für die Lederausstattung "Vienna" wohl noch eher leisten können.






Mehr zur Marke VW

Basis für den DieselskandalDeutsche Autohersteller unter Kartellverdacht

Das Unheil für deutsche Autobauer wird erweitert. VW und Co. sollen sich samt Zulieferern laut einem Medienbericht abgesprochen haben - auch der Dieselskandal könnte so begonnen haben.


Audi rüstet 850.000 Einheiten umVW-Chef Müller setzt sich für Diesel ein

Volkswagen-Chef Matthias Müller glaubt an eine Zukunft des Dieselmotors. Derweil liefert Audi ein Software-Update für 850.000 Fahrzeuge mit Sechs- und Achtzylinder-TDI.


China mit VerlustenVW nach erstem Halbjahr mit leichtem Zuwachs

Der VW-Konzern konnte im ersten Halbjahr des Jahres seine weltweiten Auslieferungen leicht steigern. Mit knapp 5,2 Millionen Fahrzeugen legt man um 0,8 Prozent zu.



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.