7. Mai 2013

Fahrbericht 1.4 TSI mit 160 PS VW Beetle: Für ausgewähltes Volk

Der VW Beetle ist mehr für den Boulevard konzipiert.
Der VW Beetle ist mehr für den Boulevard konzipiert. © AG/Flehmer

Der VW Beetle 1.4 mit DSG weckt die Fahrfreude nicht nur auf Landstraßen. Leider ist das Vergnügen mit dem für den Alltag eher nutzlosen Kleinwagen kein günstiges Vergnügen.




Von Thomas Flehmer

Wer Beetle sagt, kann auf den VW Käfer nicht verzichten. Doch mehr als eine designerische Anlehnung an das Kultauto des vorigen Jahrhunderts leistet der Beetle nicht. Dafür sind zu viele Schritte auf technischer und komfortabler Seite in den Jahrzehnten zwischen beiden Fahrzeugen getan worden.


Enge Platzverhältnisse im Fond des VW Beetle

Sicher, die Rundungen des Beetle erinnern ganz stark an den Käfer, die Scheinwerfer ein wenig an die frühen Porsche Modelle – und zwischen beiden Extremen hangelt sich der exklusive Kleinwagen durch. Der mit Ledersitzen ausgestattete Testwagen sowie das modern gestaltete Konzern-Inlett mit übersichtlichen Tastaturen und dem bereits bekannten Monitor in der Mitte sieht keine Übereinstimmungen mehr mit dem alten Vorbild.

Anders sieht es auf den Rücksitzen aus. Trotz der Kugelform stoßen auch Personen unter 1,80 Metern an das sich zum Heck stark senkende Dach. Und auch die Beinfreiheit kann das Kleinwagenniveau nicht überwinden. Dagegen bleibt der Blick nach hinten trotz des kleinen Heckfensters recht gut – kein Wunder, denn Kinder können im Beetle nicht mehr im Vergleich zum Käfer nicht hinter den Rücksitzen platziert werden.

VW Beetle 1.4 TSI in 8,3 Sekunden auf 100 km/h

Jedwede Vergleiche verbietet der 1.4 TSI mit 118 kW/160 PS und dem Siebengang-DSG. Hier trennen den Beetle Welten vom Käfer. Innerhalb von 8,3 Sekunden sind die 100 km/h erreicht, der Käfer benötigte deutlich mehr Zeit dafür. Bis zu einer Geschwindigkeit von 208 km/h bewegt sich der Kleinwagen auf der Spur der Autobahn, die der Käfer lediglich zum Überholen von Lastwagen nutzen durfte.

Motorengeräusche dringen dabei kaum in den Innenraum und auch das Fahrwerk des aufgestylten Beetle gibt keinen Grund zur Beschwerde. Enge Kurven auf der Landstraße können sehr sportlich genommen werden, hier orientiert sich der Beetle an den sportlichen Modellen von Ferdinand Porsche, die wie auf Schienen durch die Serpentinen jagen. Das DSG arbeitet dabei sehr gut und ohne Durchzugunterbrechung mit und steigert den Fahrspaß von Kurve zu Kurve.

VW Beetle als Zweitwagen für betuchte Bürger

Der VW Beetle ist kein günstiges Schnäppchen
Der VW Beetle ist kein günstiges Schnäppchen © AG/Flehmer

Dann sind natürlich die Verbrauchsangaben von 6,6 Litern Super hinfällig. In der Stadt bei einem hohen Stadtautobahnanteil blieb der 4,28 Meter lange Beetle unter sieben Litern, über Land stand die Sieben und überschritt bei fixem Tempo auch die Acht, was den meisten Besitzern des 1.4 TSI egal sein dürfte.

Denn während der Käfer ein Volkswagen sein sollte und auch wurde, dient der Volkswagen Beetle eher als Zweitwagen für betuchte Bürgerinnen und Bürger, die auf einen Mercedes SLK keine Lust haben und auch Abstand von Mini halten. Denn der Alltagsnutzen in dem engen Auto mit einem dennoch gutem Kofferraumvolumen von 310 Litern ist arg begrenzt. Der Einstieg für Erwachsene in Richtung Rückbank gelingt sportlich Aktiven besser.

Zudem beginnen die Preise für den 1.4 TSI erst bei 24.975 Euro, der gut ausgestattete Testwagen stand für 33.025 Euro vor der Tür. Und spätestens da kann, wer Beetle sagt, auf den Käfer verzichtet werden.






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