29. Mai 2015

Fahrbericht Überzeugender Schweden-SUV Volvo XC90 D5: Auf Augenhöhe

Der Volvo XC90 soll das Wachstum beflügeln. Fotos ▶
Der Volvo XC90 soll das Wachstum beflügeln. © Volvo

Mit dem Volvo XC90 haben die Schweden eine neue Ära eingeleitet – und befinden sich damit auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz von Audi und Co. Doch das trifft nicht nur auf die Technik zu, sondern leider auch auf den Preis.




In wenigen Tagen kommt der XC90 in Deutschland auf den Markt, für Volvo ein Fahrzeug, das nichts weniger als den Beginn einer neuen Ära einläuten soll. Neben einem starken Benziner und einem noch stärkeren Plug-in-Hybrid bieten die Schweden auch einen Dieselmotor an.

Der D5 ist nicht nur die derzeit günstigste Möglichkeit, einen Volvo XC90 zu fahren, sondern angesichts der Preise sicher auch die vernünftigste. Denn schon dieser Selbstzünder kostet mindestens 53.400 Euro, in höheren Ausstattungsvarianten geht es schnell gegen 60.000 und sogar 70.000 Euro.


Volumen soll in China und USA gemacht werden

Das große SUV wird angesichts der heimischen Konkurrenz in Deutschland sicher nicht zum Bestseller werden, muss es aber auch nicht, denn für den Volumenabsatz gibt es ja die USA und China. Aber der XC90 ist ein Imageträger und vor allem das Vorführmodell der neuen Volvo-Zeit. Als erstes Fahrzeug der Schweden steht er auf der neuen skalierbaren Produktarchitektur (SPA). Hört sich kompliziert an, ist aber mit den sogenannten Baukästen im VW-Konzern vergleichbar. Heißt: Alle neuen Volvo ab der 60er-Baureihe werden künftig auf SPA aufbauen.

Innenraum des Volvo XC90
Innenraum des Volvo XC90 © Volvo

Und dann ist da natürlich noch das Design, das künftige Volvo-Modelle in den Grundzügen ebenfalls aufnehmen werden. Dabei zeigt der XC90 zwei Gesichter: Von vorn wirkt der neue Schwede mit seinem steil stehenden großen Grill mächtig, von hinten deutlich filigraner. Hier ist mit den vertikal angeordneten Leuchtenbändern auch noch die Ähnlichkeit zum Vorgänger-Modell erkennbar. Insgesamt werden die fast fünf Meter Gesamtlänge und zwei Meter Breite des SUV gut versteckt.

Innenraum als Stärke

Innenraum ist eine der Stärken des Fahrzeugs. Leder, Holz, weiche Kunststoffe – alles penibel verarbeitet. Wie gewohnt bei Volvo sind die Sitze sehr angenehm und absolut langstreckentauglich. Der große Touchscreen-Monitor ist anders als üblich nicht breiter als hoch, sondern umgekehrt. Das bringt nicht viel, sieht aber hübsch aus. Die Bedienung gelingt intuitiv inklusive der gewohnten Wischbewegungen. So kann man mit einem Wisch nach links zum Beispiel alle Assistenzsysteme und deren Status aufrufen. Das ist wesentlich besser, als einzelne Knöpfe für jedes System oder in Untermenüs versteckte Einstellungen – und es ist vor allem viel übersichtlicher.

Die Seitenlinie des XC90
Die Seitenlinie des XC90 © Volvo

Fahrwerk, Lenkung und Motor entsprechen den Erwartungen. Mit 225 Diesel-PS ist der über zwei Tonnen schwere Schwede ausreichend aber nicht überdynamisch motorisiert. Knapp sechs Liter Durchschnittsverbrauch verspricht Volvo, ob das zu halten ist muss eine längere Ausfahrt zeigen. Bei unserem Kurzausflug zeigt sich der XC90 als sehr angenehmer Begleiter ohne wirkliche Schwächen. Aber das darf man von einem solchen Auto ja auch erwarten. Volvo nennt sich selbst einen Premium-Hersteller und ruft entsprechende Preise auf. Auch die lange Aufpreisliste erinnert an deutsche Edel-Anbieter. Und leider gibt es da noch eine Gemeinsamkeit: Mehr als zwei Jahre Garantie sind auch bei den Schweden nicht drin. (SP-X)






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