25. September 2013

Fahrbericht Auftakt zur Modelloffensive Suzuki SX4 S-Cross: Doppelter Neustart

Die Preise für den Suzuki SX4 S-Cross beginnen bei 19.450 Euro. Fotos ▶
Die Preise für den Suzuki SX4 S-Cross beginnen bei 19.450 Euro. © AG/Flehmer

Suzuki hat den SX4 in ein neues Segment gehoben. Der kompakte Crossover dient zudem als Startschuss für eine Neuausrichtung des japanischen Herstellers.




Von Thomas Flehmer

Die Auffrischung tat bitter Not. Mit einem bisherigen Durchschnittsalter der Käufer eines Suzuki SX4 von 54,3 Jahren bewegt sich der kompakte Crossover in Sphären, die sonst nur der Daimler-Klientel vorbehalten sind. "Wir haben deshalb den SX4 S-Cross in einem neuen Segment angesiedelt, um neue Käuferschichten zu generieren", wie Suzuki-Pressesprecher Jörg Machalitzky der Autogazette sagte. Zugleich ist der SX4 S-Cross der Auftakt für eine neue Modelloffensive. Bis zum Jahr 2016 will Suzuki pro Jahr ein völlig neues Fahrzeug im A-, B- und SUV-Segment in den Markt einführen, dessen Anfang nun der SX4 S-Cross macht.


Suzuki SX4 S-Cross um 15 Zentimeter gewachsen

Neben dem Namenszusatz S-Cross wuchs der neue Vertreter um 15 Zentimeter auf 4,30 Meter Länge an und garantiert so auf allen Plätzen ein sehr gutes Angebot. Auch die Form des S-Cross änderte sich gegenüber dem SX-4, der eher SUV-Gene in sich trug. Anstatt kantig wurde der SX4 S-Cross gerundet. Allerdings wollten die Designer dabei nicht allzu viele treue Kunden verlieren. Während nicht nur Crossover derzeit auf schlank gemacht werden, um einen dynamisch wirkenden Charakter zu erheischen, herrscht bei Suzuki weiterhin eine gewisse Größe vor. Der Kühlergrill ist ebenso groß ausgefallen wie die Scheinwerfer, was einen dynamisch-sportlichen Auftritt verhindert.

Da können auch die zahlreichen Schweller und neuen Farbtöne ebenso wenig den Eindruck des weiterhin Gesetzten vertreiben wie die im Gegensatz zum Vorgänger gesenkte Höhe, auch wenn die Windschnittigkeit des Neuen stark zugenommen hat. Während der SX4, der weiterhin als Classic-Version produziert und verkauft wird, einen Cw-Wert von 0,40 aufwies, so verzeichnet Suzuki jetzt lediglich einen Wert über 0,33.

Suzuki SX4 S-Cross ohne IT-Lösungen

Auch im Innenraum setzt sich der Kompromiss zwischen alt und neu weiter fort. Die verwendeten Materialien sind ohne Zweifel wertig, doch für junge Familien nicht gerade ein Eyecatcher. Auch dass noch IT-Lösungen mit Internet-Zugang und zahlreichen Apps als Hilfe fehlen, die bei anderen Herstellern zum Teil recht kostengünstig als Option bestellt werden können, ist nicht gerade ein Vorteil.

Auf der anderen Seite finden sich Fahrer und Beifahrer schnell im Cockpit zurecht. Knöpfe und Instrumente sind selbsterklärend, sodass auch die alten SX4-Fahrer ohne Probleme auf den S-Cross umsteigen können – und sich auch wohlfühlen können. Denn die Sitze geben den nötigen Halt und auch hinten brauchen Großgewachsene keine Platzängste ausstehen. Dank des Längenzuwachses ist auch das Kofferraumvolumen enorm angestiegen. Konnten im Vorgängermodell Gepäckstücke auf lediglich 270 Litern verstaut werden, so bietet der S-Cross nun gute 430 Liter an, die auf 1269 Liter erweitert werden können.

Zwei Motoren zur Auswahl für den Suzuki SX4 S-Cross

Das Cockpit des Suzuki SX4 S-Cross ist sehr übersichtlich
Das Cockpit des Suzuki SX4 S-Cross ist sehr übersichtlich © Suzuki

Übersichtlich bleibt das Motorenangebot des Suzuki. Wie beim Vorgänger stehen ein Benziner und ein Diesel zur Verfügung – beide verfügen über jeweils 1,6 Liter Hubraum und 88 kW /120 PS. Der überarbeitete Benziner, der nun nur noch 5,4 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen soll, reiht sich in den Kompromiss zwischen sportlich und bieder ein. Mit 156 Newtonmetern Drehmoment, die erst bei 4400 Umdrehungen anliegen, bietet er genügend Kraft ohne dabei ein gewissen Maß an Sportlichkeit herauszukitzeln. Ausreichend ist die Kraft aber allemal, da der S-Cross mit gerade 1160 Kilogramm zu den Leichtgewichten zählt. Eine Sprintdauer von elf Sekunden für den Fronttriebler und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h reichen völlig aus.

Wer es etwas dynamischer haben möchte, wählt den Diesel, der 2200 Euro Aufpreis kostet und vom einstigen Kooperationspartner Fiat kommt. Hier treiben 320 Newtonmeter ab 1750 Umdrehungen den dann 1,3 Tonnen schweren S-Cross an, der sich mit 4,2 Litern begnügen soll. Dann kann es in der Kurven auch schon mal quietschen. Richtig Crossover gibt sich der SX4 S-Cross, wenn er seinem Namen alle Ehre macht. Das „S“ steht für Suzuki, das „X“ für Crossover und die „4“ für den Allradantrieb, den Suzuki erneuert hat. Beim nunmehr Allgrip genannten Allradantrieb bietet Suzuki vier verschiedene Fahrmodi an, um auf allen Untergründen dieser Welt zurecht zu kommen. Rund 50 Prozent aller Kunden wählen den Allradantrieb, der weitere 1700 Euro kostet.

Cabrio-Gefühle im Suzuki SX4

Das Dach des Suzuki SX4 S-Cross lässt sich weit öffnen
Das Dach des Suzuki SX4 S-Cross lässt sich weit öffnen © Suzuki

Neu orientieren müssen sich die Kunden bei den Preisen. Mit 19.490 Euro und damit fast 3000 Euro teurer als der Vorgänger, zeigt der S-Cross seine Zugehörigkeit zum höheren Segment an. Dabei sind Klimaanlage, Stopp-Start-System, Berganfahrhilfe oder elektrische Fensterheber bereits an Bord. Wer noch ein Navi oder das Panorama-Glasdach, das geöffnet einige Cabrio-Gefühle im Innenraum verströmt, an Bord haben möchte, muss zur höchsten Ausstattungsvariante Comfort+ greifen und ist dann mit mindestens 25.090 Euro dabei. Doch nicht alle Auffrischungen tun Not.






Mehr zur Marke Suzuki

Turbo statt SaugerSuzuki Swift macht anders Sport

Suzuki hat auf der IAA den neuen Swift Sport präsentiert. Beim agilen Ableger des Kleinwagen-Bestsellers hat sich nicht nur die Optik optimiert, auch die Leistungskraft ist dank zahlreicher Änderungen angestiegen.


Premiere auf IAANeuer Suzuki Swift kommt als Sportversion

Suzuki wird vom Swift auch wieder eine Sportversion anbieten. Der Kleinwagen der Japaner wird dann wohl 140 PS leisten.


Fragen an den Autopapst im Juli 2017

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Suzuki.



Mehr aus dem Ressort

Marktstart im Frühjahr 2018Volvo XC40: Cool sein hat seinen Preis

Volvo will wachsen – und dazu beitragen soll insbesondere das Kompakt-SUV XC40. Er wird im März auf den Markt kommen. Das Auto bringt alles mit, um ein Erfolg zu werden. Wenn da nur nicht der Preis wäre.


Der VW Golf GTI TCR darf nur auf Rennkursen bewegt werden
Bei Seat gebautVW Golf GTI TCR: Nur für die Rennstrecke

65 Prozent aller Bauteile sind identisch mit einem normalen Serienmodell. Trotzdem darf der VW Golf GTI TCR nicht am Alltagsverkehr teilnehmen – und das ist auch gut so.


Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.